China verschärft Zensur
: Influencer brauchen jetzt Abschlüsse für ernsthafte Themen

China verlangt von Influencern nun Abschlüsse für ernsthafte Themen – ein Schritt, der die Online-Content-Regulierung drastisch verändert.
Von
Judith Müller
China
Jetzt in der App anhören
Verschiedene Apps sind auf einem Smartphone zu sehen

Ab sofort gelten für Influencer in China strengere Regeln. Wer über bestimmte Themen berichten möchte, muss einen Abschluss vorweisen.

Zacharie Scheurer/dpa-tmn/dpa

China hat vor wenigen Tagen ein neues Gesetz verabschiedet, das die Online-Content-Regulierung drastisch verschärft. Influencer, die über ernsthafte Themen wie Finanzen, Gesundheit, Medizin, Recht oder Bildung sprechen, müssen nun entsprechende Abschlüsse oder Zertifikate vorweisen. Das Ziel: Falschinformationen eindämmen und Nutzer schützen.

Neue Regeln für Influencer

Seit dem 25. Oktober 2025 gilt das Gesetz der Cyberspace Administration of China (CAC). Plattformen wie Douyin, Bilibili und Weibo sind verpflichtet, die Qualifikationen der Content-Creator zu prüfen, bevor ihre Beiträge veröffentlicht werden.

Influencer, die ohne Nachweis von Qualifikationen über die regulierten Themen sprechen, müssen mit Bußgeldern von bis zu 100.000 Yuan (ca. 14.000 USD) rechnen.

Quellenangaben und Transparenzpflicht

Neben Qualifikationen verlangt das Gesetz von Influencern auch, dass sie:

  • Studien oder Daten klar zitieren, die sie in ihren Inhalten verwenden
  • KI-generierte Inhalte kennzeichnen
  • Nutzer auf verantwortungsbewusste Weitergabe von Informationen hinweisen

Werbung nur noch mit Einschränkungen

Werbeaktivitäten für medizinische Produkte, Nahrungsergänzungsmittel und Gesundheitsprodukte dürfen nicht mehr über Bildungsvideos verbreitet werden.

Kontroverse um das neue Gesetz

Befürworter sehen darin eine notwendige Maßnahme, um die Qualität von Online-Informationen zu sichern. Kritiker warnen, dass die Regel die öffentliche Diskussion einschränken könnte und Influencer in ihrer Meinungsfreiheit limitiert.

Diese Entwicklung zeigt, wie sehr Influencer inzwischen traditionelle Experten in der Beeinflussung von Meinungen überholt haben. Das Gesetz könnte daher ein Paradigmenwechsel für die chinesische Influencer-Kultur sein.

Bedeutung für deutsche Influencer

Auch wenn das Gesetz nur in China gilt, zeigt es einen Trend, der weltweit relevant sein könnte: Fachliche Qualifikation, Quellenangaben und transparente Inhalte werden immer wichtiger. Deutsche Influencer, die seriöse Themen behandeln, sollten sich überlegen, wie sie ihre Inhalte verantwortungsvoll und glaubwürdig gestalten, um langfristig Vertrauen bei ihrer Community zu sichern. Dennoch ist es sehr unwahrscheinlich, dass eine ähnliche Zensur auch in Deutschland greifen wird.