Cassandra Wilson (70) gestorben
: Was war die Todesursache der Jazzsängerin?

Cassandra Wilson galt als eine der herausragenden Jazzsängerinnen ihrer Generation und gewann zwei Grammys. Nun ist die Musikerin mit 70 Jahren gestorben.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
Jetzt in der App anhören
FILES-MACEDONIA-MUSIC-WILSON: (FILES) US jazz musician and singer Cassandra Wilson performs during a Skopje Jazz Festival in  Skopje on October 20, 2013. Wilson, a two-time Grammy Award winning jazz musician died at the age of 70 on September 1, 2026. (Photo by Robert ATANASOVSKI / AFP)

Jazzsängerin Cassandra Wilson ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Was über ihre Todesursache bekannt ist und wie ihre Karriere verlief.

ROBERT ATANASOVSKI/afp

Die Jazzwelt trauert um Cassandra Wilson. Die zweifache Grammy-Gewinnerin ist im Alter von 70 Jahren in ihrer Heimatstadt Jackson im US-Bundesstaat Mississippi gestorben. Wilson galt als eine der bedeutendsten Jazzsängerinnen ihrer Generation und wurde für ihre unverwechselbar tiefe Stimme sowie ihren genreübergreifenden Stil gefeiert. Ihr Manager Robert Torre bestätigte den Tod der Sängerin. In einer Erklärung gegenüber dem Jazzradiosender WBGO hieß es, Wilson sei „friedlich zu Hause“ im Kreis ihrer Familie, enger Freunde und ihres Managers gestorben.

Todesursache von Cassandra Wilson bislang nicht bekannt

Was genau zum Tod von Cassandra Wilson führte, ist bislang nicht bekannt. Ihr Manager machte keine Angaben zu einer Todesursache. Auch in den vorliegenden Medienberichten finden sich dazu keine weiteren Informationen. Bekannt ist lediglich, dass Wilson zu Hause in Jackson, Mississippi, starb und dabei von Menschen aus ihrem engsten Umfeld begleitet wurde. Hinweise auf eine bestimmte Erkrankung oder andere mögliche Todesumstände wurden nicht genannt.

Cassandra Wilson gewann zwei Grammys

Cassandra Wilson wurde am 4. Dezember 1955 in Jackson, Mississippi, geboren. Musik spielte bereits früh eine zentrale Rolle in ihrem Leben. Ihr Vater Herman B. Fowlkes war Musiker, ihre Mutter Mary Fowlkes Lehrerin. Schon im Alter von sechs Jahren begann Wilson mit dem Klavierspielen. Später lernte sie auch Gitarre und Klarinette. Während ihrer Studienzeit am Millsaps College und an der Jackson State University stand sie zunächst mit Coverbands auf der Bühne. Später zog es Wilson nach New York City. Dort wurde sie Mitglied des M-Base Collective um den Saxofonisten Steve Coleman. Einen entscheidenden Schritt in ihrer Karriere machte sie Anfang der Neunzigerjahre: 1992 unterschrieb sie einen Vertrag bei Blue Note Records. Mit dem Album „Blue Light ’Til Dawn“ etablierte sie sich endgültig als international anerkannte Jazzkünstlerin.

Eine der prägendsten Jazzstimmen ihrer Generation

Kennzeichnend für Wilson war ihre tiefe Stimme und die Verbindung unterschiedlicher musikalischer Traditionen. Sie kombinierte Jazz unter anderem mit Blues und Folk und interpretierte neben eigenen Kompositionen auch Stücke anderer Künstler auf ihre ganz eigene Weise. Für „New Moon Daughter“ erhielt sie 1997 einen Grammy, ein weiterer folgte 2009 für „Loverly“. Insgesamt war sie viermal für den renommierten Musikpreis nominiert. Im Jahr 2001 bezeichnete das „Time Magazine“ Wilson sogar als beste Sängerin Amerikas. 2022 wurde sie außerdem mit dem „Jazz Masters Fellowship“ der National Endowment for the Arts ausgezeichnet. Wilson arbeitete im Laufe ihrer Karriere unter anderem mit den Roots und Angélique Kidjo zusammen und wirkte an Wynton Marsalis’ „Blood on the Fields“ mit, dem ersten Jazzwerk, das mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde.