• In ihren Wahlprogrammen sprechen sich SPD, Grüne und FDP für lockere Regeln im Umgang mit Cannabis aus.
  • Deshalb wird spekuliert, ob sich beim Thema mit einer Ampelregierung etwas ändert.
  • In einer Umfrage von RTL und ntv sprechen sich 30 Prozent der Befragten für eine generelle Legalisierung von Gras aus. 59 Prozent sagen dagegen, dass es nur als Arzneimittel erlaubt sein sollte.
  • Auf Twitter kursiert von Befürwortern der Legalisierung der Hashtag #WirSindNichtKriminell.
Was in den Niederlanden oder in einigen Bundesstaaten der USA bereits Alltag ist, sorgt in Deutschland für heftige Diskussionen. Die Frage, ob Cannabis legalisiert werden soll, spaltet die Geister in der Gesellschaft und der Politik. Wieso ist das Thema so umstritten? Welchen Schritt würde Deutschland mit der Ampelregierung gehen?

Legalisierung von Cannabis in Deutschland 2021 – ist das möglich?

Das kontroverse Thema Cannabis-Legalisierung sorgt für eine nicht minder kontroverse Diskussion (ugs. auch „Gras“ genannt). Die einen warnen vor den Gefahren des Konsums von Cannabis und dessen Auswirkungen. Um einige Beispiele der Argumentationen von Gegnern und Befürwortern zu nennen:
  • Experten warnen unter anderem von Antriebslosigkeit, psychischen Erkrankungen und Suchtverhalten.
  • Besonders für die Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen sei der Konsum gefährlich.
  • Auf der anderen Seite zeigt sich aber: In bestimmten medizinischen Fällen kann Cannabis erfolgreich zur Therapie eingesetzt werden.
  • Außerdem sorgt die Kriminalisierung von Cannabis dafür, dass hinter dem illegalen Handel der Droge ein enorm finanzstarkes und gefährliches Geschäft steckt.

Cannabis Legalisierung mit Ampel-Parteien SPD, FDP und Grünen?

Vor dem Hintergrund der Sondierungsgespräche für eine mögliche Koalition aus SPD, Grünen und FDP hatte die Debatte über eine Legalisierung von Cannabis in Deutschland zuletzt wieder Fahrt aufgenommen. FDP und Grüne sind für eine Legalisierung von Cannabis und einen „Verkauf in lizenzierten Fachgeschäften“. Die SPD hingegen befürwortet eine „regulierte Abgabe“ an Erwachsene zunächst in Modellprojekten, die von Präventions- und Beratungsangeboten begleitet werden. Im Ergebnispapier der Sondierungen, das Grundlage für die Koalitionsverhandlungen der Ampel-Parteien ist, spielt das Thema allerdings keine Rolle.

Umfrage: Sollte Cannabis in Deutschland illegal bleiben?

Eine generelle Legalisierung von Cannabis würden einer Umfrage zufolge 30 Prozent der Bürgerinnen und Bürger befürworten. 59 Prozent der Befragten sind hingegen der Auffassung, dass es nur als Arzneimittel erlaubt sein sollte, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten „Trendbarometer“ von RTL und ntv hervorgeht. Sieben Prozent sagen, der Verkauf und Konsum von Cannabis sollte generell verboten sein. Für die Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa Mitte Oktober gut 1000 Menschen befragt.

Ulm

Twitter-Trend #WirSindNichtKriminell – für die „Gras“-Legalisierung

Seit einigen Tagen kursiert auf Twitter der Hashtag #WirSindNichtKriminell. Befürworter der Cannabis-Legalisierung setzen einen Twitter-Trend – und möchten damit Aufmerksamkeit der Politik erregen. „Gibt's keine weitreichenden Fortschritte, seid ihr mich als Wähler wieder los. Wenn man in seinen Wahlkampf ein gewisses Thema thematisiert, dann sollte man sich auch daran halten“, schreibt ein User über eine der möglichen Regierungsparteien.

Cannabis in der Medizin seit 2017 legal

Für medizinische Zwecke ist Cannabis in Deutschland seit 2017 erlaubt und darf von Ärzten verschrieben werden, etwa zu Schmerzlinderungen bei Schwerkranken.

USA, Niederlande und Co.: Was passiert durch Legalisierung?

In den USA ist der Konsum von Cannabis in insgesamt 19 Bundesstaaten erlaubt. Zum Beispiel in Wahsington (im District of Columbia), in Colorado, Alaska und Oregon, Kalifornien und sogar New York. Die Auswirkungen waren laut Auswertungen der ersten Studien des amerikanischen Think Tanks „Cato Institute“ kaum zu spüren. Focus Online schreibt in Bezug auf die Studien: „Nahezu alle Prognosen zu Folgen der Cannabis-Freigabe waren überzogen. Mit Ausnahme höherer Steuereinkünfte entpuppten sich die euphorischen Versprechen der Cannabis-Befürworter bisher als ebenso übertrieben wie die Sorgen der Gegner.“ In manchen Staaten sei der Kokain-Verbrauch leicht angestiegen, in anderen seien die Zahlen zum Konsum „härterer Drogen“ aber unverändert. Mit dem Verbrauch von Alkohol sei es ähnlich verlaufen.