Bundesweiter Warntag
: Was ist der Cell Broadcast und ist es auf jedem Handy aktiviert?

Am 14. September 2023 findet in ganz Deutschland ein Probealarm statt. Die Bevölkerung wird auch per Handy gewarnt. Wie funktioniert das System?
Von
Amy Walker
Berlin
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Am 14. September 2023 ist wieder ein bundesweiter Warntag. Wie funktioniert der Cell Broadcast? Was, wenn ich nicht erreicht werde?

Wolfgang Kumm/dpa

Am 14.9.2023 um Punkt 11 Uhr geht es los: Handys ertönen mit lauten Warnsignalen, es gehen Nachrichten ein, in manchen Orten werden Sirenen zu hören sein. Aber keine Panik: Es ist nur ein Probealarm. Beim diesjährigen bundesweiten Warntag wird auch wieder ein relativ neues System ausprobiert: Der Cell Broadcast Dienst. Mit dem Cell Broadcast werden alle empfangsbereiten Handys angefunkt — und es ertönt ein lautes Warnsignal. Funktioniert das System aber wirklich bei allen Handys? Wie man den Cell Broadcast aktivieren kann, erfahren Sie hier.

Warntag am 14.9.: Cell Broadcast wird getestet

Am Warntag werden verschiedene Systeme getestet, die dazu dienen, die Bevölkerung im Notfall zu warnen. Eines davon ist relativ neu: Das Cell Broadcast System. Das ist ein Dienst, den alle Mobilfunknetzbetreiber installiert haben müssen. Sei 2023 ist das System erst „richtig“ in Dienst. Am 8. Dezember 2022 gab es den ersten großflächigen Test. Der Cell Broadcast versendet an alle empfangsbereiten Geräte in einer bestimmten Funkzelle eine Warnmeldung. Es sollte dann ein lautes Warnsignal zu hören sein, und eine SMS kommt an, in der konkret über die Art des Notfalls informiert wird. Es wird auch informiert, wie man sich zu verhalten hat. Am Warntag am 8. Dezember sollten erstmals alle Handys in allen deutschen Funkstellen erreicht werden. Allerdings war schon im Vorfeld davon auszugehen, dass viele Handys trotzdem nicht erreicht werden würden, da der Cell Broadcast nur auf neueren Modellen ganz sicher aktiviert ist. Es wurde erwartet, dass rund 60 Prozent der Handys in Deutschland mit dem Cell Broadcast erreicht werden.

Aus Sicht von Vodafone war der erste Test des neuen Katastrophen–Warnsystems Cell Broadcast im Jahr 2022 „ein voller Erfolg“. Das Unternehmen teilte mit: „Wir werden nun alle Erkenntnisse aus dem Warntag auswerten und für die weitere Optimierung des neuen Warnsystems bis zum Start des Regelbetriebs in 2023 nutzen. Dann sollen auch mehr ältere Endgeräte in das Warnsystem einbezogen werden als heute bei der ersten Testwarnung.“ Am 14. September kann nun getestet werden., ob das geklappt hat.

Iphone & Android: Funktioniert Cell Broadcast auf meinem Handy?

Damit die Menschen in Deutschland die Warnhinweise empfangen können, muss ein Handy oder Smartphone, das mit Cell Broadcast kompatibel ist, eingeschaltet und empfangsbereit sein. Bei den Smartphones von Apple wird das Warnsystem mit allen Geräten ab dem iPhone 6s aufwärts funktionieren, sofern ihr Betriebssystem auf dem jeweils neuesten Stand ist (derzeit iOS 16.1 oder 15.7.1 und 15.6.1). Geräte mit dem Google–Betriebssystem Android sind von der Android–Version 11 an aufwärts kompatibel. Schätzungsweise ein Drittel aller Android–Smartphones läuft allerdings mit einer älteren Version, die kein Cell Broadcast empfangen kann.

Bei manchen Geräten muss der Cell–Broadcast–Empfang noch manuell aktiviert werden. Beim iPhone findet man die Einstellungen über den Menüpunkt „Mitteilungen“ ganz unten in der Rubrik „Cell Broadcast Alerts“. Dort kann man auch einstellen, ob man Test–Warnungen erhalten will oder nur „echte“ Notfälle einen alarmieren dürfen.

Auf Android–Geräten findet man die Einstellungen in der Regel über ein Untermenü wie „Sicherheit und Notfall“ im Einstellungen–Menü. Die Rubrik zum Ein– und Ausschalten der Nachricht heißt dann je nach Hersteller „Drahtlose Notfallwarnungen“ oder „Notfallbenachrichtigungen für Mobilgeräte“.

Handy nicht mit Cell Broadcast kompatibel: Wie werde ich gewarnt?

Besitzt man ein Handy, das nicht mit dem Cell Broadcast kompatibel ist, dann ist das nicht schlimm. Am Warntag soll die Bevölkerung auf vielen unterschiedlichen Wegen erreicht werden. Es werden Sirenen aktiviert, Radio– und TV–Meldungen gesendet und im Nahverkehr soll gewarnt werden. Wird man am bundesweiten Warntag auf keinem dieser Wege erreicht — erst dann sollte man sich Sorgen machen, ob man im Notfall auch unerreichbar sein könnte.

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