Deutschland im Vergleich: Warum ist die Bildung in Bayern so gut?

Was macht das Bildungssystem in Bayern so gut? Ein Überblick.
Philipp von Ditfurth/dpa- Bayern hat das zweitbeste Bildungssystem in Deutschland, laut Bildungsmonitor 2024.
- Besondere Stärken: Berufliche Bildung, geringe Bildungsarmut, hohe Schulqualität, Forschungsorientierung, Digitalisierung und Internationalisierung.
- Verbesserungspotenzial bei Ganztagsplätzen und Zeiteffizienz.
- Bayern liegt im Bundesländervergleich hinter Sachsen und vor Hamburg.
- Bayern belegt 2024 viele Top-3-Platzierungen in Bildungskategorien.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im aktuellen Bildungsmonitor für das Jahr 2024 zeigt sich, wie gut die Bildungssysteme der einzelnen Bundesländer abgeschnitten haben. Der Bildungsmonitor ist eine seit 2004 jährlich erstellte Vergleichsstudie des INSM - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die mithilfe von 98 Indikatoren in 13 verschiedenen Handlungsfeldern bewertet, inwiefern ein Bundesland die Bildungsarmut reduziert und zur Fachkräftesicherung beiträgt. Damit thematisiert der Bildungsmonitor den Beitrag zu Wachstum und Wohlstand der Wirtschaft durch das Bildungssystem eines Bundeslandes. Mit der zweitbesten Bildung kann sich derzeit Bayern rühmen.
Doch warum hat Bayern ein so gutes Bildungssystem? Hier gibt es einen Überblick über die Ursachen und Faktoren für Bayerns gute Bildung. Und auch darüber, wie die anderen Bundesländern abgeschnitten haben.
Welche Faktoren machen Bayerns Bildung so gut?
Bayerns Bildungssystem zeichnet sich 2024 insbesondere durch Qualitäten in folgenden Handlungsfeldern aus: Berufliche Bildung, Bildungsarmut, Schulqualität, Forschungsorientierung, Digitalisierung und Internationalisierung. Das liegt vor allem daran, dass es in Bayern...
- den höchsten Anteil von Fortbildungsabschlüssen bei jungen Erwachsenen gibt;
- den niedrigsten Anteil an Schulabbrechern gibt;
- überdurchschnittlich hohe Kompetenzen bei den Jugendlichen in der neunten Klasse gibt;
- viele Promotionen und auch Habilitationen gibt, wodurch der wissenschaftliche Nachwuchs gesichert wird;
- nur gute Indikatoren der Digitalisierung gibt;
- einen hohen Anteil an Bildungsausländern unter den Studierenden gibt.
Wo liegen die Stärken von Bayerns Bildungssystem?
- Berufliche Bildung: Hier belegt Bayern sogar den ersten Platz im Bundeslandvergleich. Mit ganzen 83,1% lag die Ausbildungsstellenquote 2023 deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Außerdem war der Anteil der Bewerber und Bewerberinnen, die keine Stelle erhalten haben, mit 4% verhältnismäßig niedrig. Hinzu kommt zudem, dass nirgends in Deutschland so intensiv Fortbildungen betrieben werden wie in Bayern.
- Bildungsarmut: Im Bildungsmonitor 2024 belegt Bayern hier den zweiten Platz. Das liegt mitunter an den Kompetenzen, die bei der letzten IQB-Erhebung der Schüler und Schülerinnen der vierten sowie neunten Klassen im Lesen festgestellt werden konnten. Dazu kommt, dass im Jahr 2022 der Anteil an Schulabgängern und Schulabgängerinnen ohne Abschluss mit nur 5,1% der niedrigste in ganz Deutschland war.
- Schulqualität: Dabei liegt Bayern erneut auf dem zweiten Platz. Das ist damit zu begründen, dass in Bayern in den letzten IQB-Schulleistungstests bei den Schülern und Schülerinnen sehr gute Ergebnisse erzielt wurden.
- Forschungsorientierung: Diese liegt ebenfalls im Bundeslandvergleich auf Platz 2, da insbesondere die Ausbildungsleistung der Professoren und Professorinnen sehr hoch ausfällt. 2022 konnte in Bayern im Vergleich zu den anderen Bundesländern die höchste Anzahl an Habilitationen je 100 Professoren und Professorinnen erreicht werden. Genauso fällt auch die Promotionsquote überdurchschnittlich aus.
- Digitalisierung: Ein weiterer Faktor ist Bayerns gute Digitalisierung, die bundesweit auf dem dritten Platz liegt. So gab es im Jahr 2021 insgesamt 59,7 Anmeldungen von Digitalisierungspatenten pro 100.000 Beschäftigte. Auch die Anzahl der neuen betrieblichen Arbeitsverträge im IT-Bereich fällt mit 60 pro 100.000 Erwerbstätige vergleichsweise hoch aus. Außerdem schneidet Bayern überdurchschnittlich gut bei der Verfügbarkeit von schnellem WLAN an Schule ab.
- Internationalisierung: Hierbei erhält Bayern erneut den dritten Platz. Ein Grund dafür ist der, dass in Bayern der Anteil an Bildungsausländern und Bildungsausländerinnen bei den Studierenden mit 15,8% überdurchschnittlich hoch liegt. Auch der Anteil der bayrischen Berufsschüler und Berufsschülerinnen, die 2022 Fremdsprachenunterricht erhielten, fiel mit 56,3% höher aus als der Bundesdurchschnitt. Auch die Kompetenzen im Lesen und Hören der englischen Sprache waren bei den Neuntklässlern und Neuntklässlerinnen gut.
Wo besteht in Bayerns Bildungssystem noch Verbesserungspotenzial?
Trotz des guten Bildungssystems in Bayern besteht die Möglichkeit auf Verbesserung. So vor allem in den beiden Handlungsfeldern der Förderinfrastruktur und Zeiteffizienz. Das liegt insbesondere daran, dass es trotz Fortschritten nur wenig Ganztagsplätze in Grundschulen gibt. Außerdem ist die Wiederholerquote in der Sekundarstufe I verhältnismäßig hoch.
- Förderinfrastruktur: Hier erreicht Bayern nur den 15. Platz aller Bundesländer, da es im Jahr 2022 mit 17,5% eine sehr niedrige Quote an Ganztagsschülern und Ganztagsschülerinnen gab. Der Bundesdurchschnitt liegt im Vergleich dazu bei 49,5%.
- Zeiteffizienz: Mit dem 13. Platz bei der Zeiteffizienz steht Bayern weit unten. Das liegt vor allem an den schlechten Werten bei der Wiederholerquote in der Sekundarstufe I. In Bayern mussten im Jahr 2022 5% der Schüler und Schülerinnen der Sekundarstufe I ihre Klasse wiederholen. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 2,7%. Ebenso fällt auch die Wiederholerquote an Grundschulen etwas höher aus als im Bundesdurchschnitt. Hinzu kommt, dass relativ viele Schüler und Schülerinnen verspätet eingeschult werden. Da die Bildungsarmut in Bayern jedoch gering ausfiel, sind diese Ergebnisse zu relativieren.
Wie gut sind die Bildungssysteme in in den einzelnen Bundesländern?
- Baden-Württemberg: Platz 5
- Bayern: Platz 2
- Berlin: Platz 12
- Brandenburg: Platz 15
- Bremen: Platz 16
- Hamburg: Platz 3
- Hessen: Platz 7
- Mecklenburg-Vorpommern: Platz 13
- Niedersachsen: Platz 8
- Nordrhein-Westfalen: Platz 14
- Rheinland-Pfalz: Platz 9
- Saarland: Platz 6
- Sachsen: Platz 1
- Sachsen-Anhalt: Platz 11
- Schleswig-Holstein: Platz 10
- Thüringen: Platz 4
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