Deutschland im Vergleich
: Warum ist die Bildung in Sachsen so gut?

Sachsen hat erneut den ersten Platz im Bildungsranking erhalten und ist damit das Bundesland mit der besten Bildung. Woran liegt das?
Von
Theresa Thiem
Dresden
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Unterricht an der Grundschule: PRODUKTION - 27.06.2024, Baden-Württemberg, Neckartailfingen: Ein Lehrer macht im Unterricht einer vierten Klasse einer Grundschule einen Tafelanschrieb, während an der Tafel Zettel mit der Aufschrift «Flächeninhalt» und «Zentimeterquadrat» hängen. (zu dpa: «Hamburg vermeldet Rekord bei neu eingestellten Lehrkräften») Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Warum hat Sachsen das beste Bildungssystem? Ein Überblick.

Marijan Murat/dpa
  • Sachsen hat erneut den ersten Platz im Bildungsranking erhalten.
  • Gründe: starke Förderinfrastruktur, hohe Schulqualität, Forschungsorientierung, niedrige Bildungsarmut, gute Integration.
  • Verbesserungspotenzial: Zeiteffizienz und Betreuungsbedingungen.
  • Bundesland-Ranking: Bayern Platz 2, Hamburg Platz 3, Berlin Platz 12, Bremen Platz 16.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im aktuellen Bildungsmonitor für das Jahr 2024 zeigt sich, wie gut die Bildungssysteme der einzelnen Bundesländer abgeschnitten haben. Der Bildungsmonitor ist eine seit 2004 jährlich erstellte Vergleichsstudie des INSM - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die mithilfe von 98 Indikatoren in 13 verschiedenen Handlungsfeldern bewertet, inwiefern ein Bundesland die Bildungsarmut reduziert und zur Fachkräftesicherung beiträgt. Damit thematisiert der Bildungsmonitor den Beitrag zu Wachstum und Wohlstand der Wirtschaft durch das Bildungssystem eines Bundeslandes. Mit der besten Bildung kann sich aktuell Sachsen rühmen.

Doch warum hat Sachsen das beste Bildungssystem? Hier gibt es einen Überblick über die Ursachen und Faktoren für Sachsens gute Bildung. Und auch darüber, wie die anderen Bundesländern abgeschnitten haben.

Welche Faktoren sorgen für Sachsens gute Bildung?

Für die Bestwerte im Bildungssystem Sachsens gibt es verschiedene Ursachen. So stellt Sachsen seine Bestwerte in den Handlungsfeldern: Förderinfrastruktur, Schulqualität, Forschungsorientierung, Bildungsarmut, Inputeffizienz und Integration unter Beweis. Um einige Beispiele zu nennen, weist Sachsens Bildungssystem folgende gut umgesetzte Aspekte auf:

  • Sowohl in Kitas als auch in Schulen nutzen Kinder und Jugendliche oft Ganztagsangebote
  • Beim Lesen in der neunten Klasse weist Sachsen höchste Kompetenzen auf
  • Bei der Einwerbung von Drittmitteln je Professor/Professorin hat Sachsen Höchstwerte
  • Es gibt nur wenige Jugendliche, die nicht die Mindeststandards im Lesen erreichen
  • An Hochschulen gibt es hohe Investitionsquoten
  • Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg ist vergleichsweise gering

Wo liegen die Stärken von Sachsens Bildungssymstem?

  • Förderinfrastruktur: Hierbei hat Sachsen den ersten Platz belegt. 93,6% der Grundschüler und Grundschülerinnen besuchten im Jahr 2022 eine offene oder gebundene Ganztagsschule. Der Bundesdurchschnitt liegt im Vergleich dazu bei nur 49,5%. Auch der Anteil der Schüler und Schülerinnen in Sekundarstufe I, die eine Ganztagsschule besuchen, ist im Vergleich mit 89,3% überdurchschnittlich hoch. Sogar bei den Drei- bis Sechs-jährigen konnten 81,9% ganztägig betreut werden.
  • Schulqualität: Auch hier belegt Sachsen aufgrund der sehr guten Ergebnisse in den sogenannten IQB-Schulleistungstests erneut den ersten Platz. So schnitten beispielsweise in der IQB-Erhebung der Neuntklässler aus dem Jahr 2022 die sächsischen Schüler und Schülerinnen im Lesen im Vergleich am besten ab.
  • Forschungsorientierung: Hier konnte 2024 ebenfalls der erste Platz belegt werden. Mit einem Wert von 263.100 Euro für eingeworbene Drittmittel je Professor und Professorin liegt Sachsen weit über dem Bundesdurchschnitt von 167.500 Euro. Auch anhand der auf das Bruttoinlandsprodukt bezogenen Anzahl der Forschenden an Hochschulen wird die Forschungsorientierung Sachsens deutlich.
  • Bildungsarmut: Bei diesem Faktor belegt Sachsen erneut den ersten Platz. In der IQB-Vergleichsstudie für Schüler und Schülerinnen der neunten Klasse wies Sachsen das niedrigste Risiko für das Nicht-Erreichen der Mindeststandards im Lesen auf. Einen Bestwert erreicht Sachsen außerdem mit 84,3% erfolgreichen Absolvierenden der Abgänger und Abgängerinnen aus dem Berufsvorbereitungsjahr.
  • Inputeffizienz: Bei der erhält Sachsen den dritten Platz aller Bundesländer. Die Investitionsquoten fallen sowohl an den allgemeinbildenden Schulen als auch an den beruflichen Schulen und Hochschulen vergleichsweise hoch aus. Zudem weisen die beruflichen Schulen in Sachsen eine relativ ausgewogene Altersstruktur der Lehrkräfte auf. Für die allgemeinbildenden Schulen gilt dies jedoch nicht.
  • Integration: Hier konnte ebenfalls der dritte Platz erzielt werden. Bei den IQB-Tests für die Neuntklässler und Neuntklässlerinnen wies Sachsen einen vergleichsweise geringeren Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg im Lesen auf.

Wo kann Sachsen seine Bildung noch verbessern?

Bei zwei Faktoren besteht in Sachsen trotz des vergleichsweise besten Bildungssystems Deutschlands noch Verbesserungspotenzial. Sowohl an dem Aspekt der Zeiteffizienz als auch an dem der Betreuungsbedingungen sollte Sachsen noch arbeiten.

  • Zeiteffizienz: Hierbei hat Sachsen im Bundeslandvergleich den 14. und damit zweitletzten Platz belegt. Das liegt zum einen daran, dass relativ viele Kinder in Sachsen verspätet eingeschult werden und zum anderen daran, dass die Anzahl an Klassenwiederholungen in den Grundschulen ein wenig höher ausfiel als im Bundesdurchschnitt.
  • Betreuungsbedingungen: In diesem Fall hat Sachsen den 13. Platz belegt. In Sachsen sind die Betreuungsrelationen in verschiedenen Bildungsstufen sehr unterschiedlich. Vor allem bei der Betreuung in den Kindertagesstätten besteht Verbesserungsbedarf. Außerdem weist Sachsen bei der Schüler-Lehrer-Relation in der Sekundarstufe I (abzüglich Gymnasien) den sogar schlechtesten Wert aller Bundesländer auf.

Wie gut schneiden die einzelnen Bundesländer im Bildungsranking ab?

  • Baden-Württemberg: Platz 5
  • Bayern: Platz 2
  • Berlin: Platz 12
  • Brandenburg: Platz 15
  • Bremen: Platz 16
  • Hamburg: Platz 3
  • Hessen: Platz 7
  • Mecklenburg-Vorpommern: Platz 13
  • Niedersachsen: Platz 8
  • Nordrhein-Westfalen: Platz 14
  • Rheinland-Pfalz: Platz 9
  • Saarland: Platz 6
  • Sachsen: Platz 1
  • Sachsen-Anhalt: Platz 11
  • Schleswig-Holstein: Platz 10
  • Thüringen: Platz 4