Wahlkampf Bucks heile Welt: Wahl-Werbung

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Autorenfoto © Foto: Christian Käsmayr
Ulm / Gerlinde Buck 16.09.2017
Glatte Sprüche, hohle Phrasen: Der Wahlkampf, wie ihn Großstadtagenturen ersonnen haben, läuft auf Hochtouren. Hätten sie mal die schwäbische Hausfrau gefragt!

„Wir  machen alles – entweder gar nicht oder halb!“ Das wäre doch mal ein Wahlwerbeslogan, der aufhorchen ließe. Ehrlich, pfiffig, auf den Punkt. Aber nein! Mit ihrer papierenen Politik-PR mussten die Damen und Herren Volksvertreter ja wieder mal  irgendwelche  todsterbenslangweiligen Großstadtagenturen betrauen. Dabei hätte man genausogut, ach was, viel besser, eine quicklebendige schwäbische Hausfrau fragen können. Allen voran jene, die neulich beim Mittagessen im Lokal gegen ihren frischpensionierten Gatten vom Leder zog. Eine hinreißend gehaltene Rede einer ungehaltenen Frau!

 Ihr Thema: „Mein Mann ist  faul“. Statt um den lauwarmen Brei herumzueiern und das mangelnde Engagement ihres Gatten lang, breit und oberflächlich zu erörtern, redete die Dame tiefenpsychologisch Tacheles: „Wenn i ihm sag, was er do soll, han i’s Gfühl, er macht’s mit Fleiß ned! Aber wenn i nix sag, macht er’s au ned!!“

  Der Funke des Furors sprang auf Anhieb über, weit über die Essens-Begleitung der Dame hinaus. Ihr Vortrag schlug mithin das ganze Lokal in seinen Bann. Zumal ein plastisches Beispiel das nächste jagte: „Glaubsch du, dass der oimol em Läba an gälba Sagg zuamacha däd?“ Geschweige denn einen neuen holen? Oder gar einen rausstellen?!

 Natürlich nicht. Die Dame sagte es auf Power-Schwäbisch frei heraus: „Der macht älles – entweder gar ned oder halba!“