Geschichte des Bleigießens
: So entstand die Silvestertradition

Bleigießen hat eine lange Tradition. Mittlerweile ist es jedoch verboten. Stattdessen wird an Silvester mit Wachs oder Zinn in die Zukunft geblickt.
Von
Theresa Thiem
Berlin
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ARCHIV - Der Silvesterbrauch des Bleigießens wird am 31.12.2013 auf einer privaten Feier in Sieversdorf (Brandenburg) gezeigt. Keine Lust auf Bleigießen, daheim sitzen und um Mitternacht Raketen in die Luft schießen? Wer Silvester mal ganz anders feiern will, kommt in Sachsen-Anhalt auf seine Kosten. (zu dpa «Fuß-Horoskop oder Mountainbike-Tour - Silvester mal anders» vom 28.12.2017) Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bleigießen hat eine lange Tradition. Heute ist es verboten. Stattdessen wird an Silvester mit Wachs oder Zinn in die Zukunft geblickt.

Patrick Pleul/dpa
  • Bleigießen war eine traditionelle Silvesterpraktik, nun verboten wegen giftiger Dämpfe.
  • Alternativen wie Wachs- und Zinngießen sind populär geworden.
  • Ursprung: Antike, besonders bei Römern als Orakel-Brauch.
  • Popularität im 19. und 20. Jahrhundert, besonders in Deutschland.
  • Seit 2018 in Deutschland verboten, doch Alternativen halten die Tradition am Leben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Silvestertradition bei der erhitztes Blei in kaltes Wasser geschüttet wird, ist mittlerweile aufgrund der giftigen Dämpfe verboten. Seitdem haben sich Alternativen wie Wachsgießen oder Zinngießen aufgetan, die in den letzten Jahren ebenfalls an Beliebtheit gewonnen haben.

Bleigießen zwischen Antike und Moderne

Die Praktik des Bleigießens war ursprünglich ein Orakel-Brauch, der bereits bei den Römern verbreitet gewesen ist. Im alten Rom sowie in anderen antiken Kulturen wurde das Blei geschmolzen, um die Zukunft zu deuten. Das Bleigießen geschah damals meist zu religiösen oder festlichen Anlässen. Mit der Zeit entwickelte sich die Tradition weiter und fand während des Mittelalters und der Renaissance insbesondere in Form von Magie und Aberglauben statt. Schon damals nutzten die Menschen nicht nur Blei, sondern auch Wachs oder Zinn um die Zukunft zu deuten. Das Bleigießen fand vor allem an Silvester und an Neujahr statt.

Im 19. Jahrhunderts wurde das Bleigießen allmählich zum Volksbrauch und gewann an Popularität. Weiterhin wurde insbesondere an Silvester Blei gegossen um gute Vorhersagen zu erhalten und zu schauen, was das kommende Jahr bringen würde. Im 20. Jahrhundert gewann das Bleigießen sogar an noch mehr Popularität und erlebte damit seinen Höhepunkt. In Deutschland und in anderen europäischen Ländern wurde das Bleigießen immer öfter mit bestimmten Bedeutungen und Symbolen assoziiert durch die eine Deutung des individuellen Schicksals ermöglicht werden konnte.

Seit den 1970ern bis heute

Bereits seit den 1970er Jahren entstanden immer mehr Bedenken über die Gesundheitsrisiken, die durch das Bleigießen entstehen. Besonders die schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Kindern gaben aufgrund der Giftigkeit von Blei einen Grund zur Sorge. In einigen Ländern gelten schon länger Beschränkungen und auch Verbote von Bleigießen, weswegen die Menschen auf Zinn oder Wachs umsteigen mussten. Auch in Deutschland wurde das Bleigießen 2018 offiziell verboten. Trotz Verbot kann die Tradition aufgrund der Möglichkeiten statt Blei, Wachs oder Zinn zu gießen, weiterexistieren.