Deutschland im Vergleich: Was macht die Bildung in NRW so schlecht?

Warum ist das Bildungssystem in Nordrhein-Westfalen so schlecht? Wo liegen die Verbesserungspotenziale?
David Inderlied/dpa- Nordrhein-Westfalen hat im Bildungsmonitor 2024 den 14. Platz belegt.
- Hauptprobleme: schlechte Betreuungsbedingungen, geringe Bildungsausgaben, wenig Fremdsprachenunterricht.
- NRW schneidet bei Zeiteffizienz und Digitalisierung gut ab.
- Sachsen führt das Ranking an, Bremen belegt den letzten Platz.
- NRW muss Maßnahmen ergreifen, um die Bildungsqualität zu verbessern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im aktuellen Bildungsmonitor für das Jahr 2024 zeigt sich, wie gut die Bildungssysteme der einzelnen Bundesländer abgeschnitten haben. Der Bildungsmonitor ist eine seit 2004 jährlich erstellte Vergleichsstudie des INSM - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die mithilfe von 98 Indikatoren in 13 verschiedenen Handlungsfeldern bewertet, inwiefern ein Bundesland die Bildungsarmut reduziert und zur Fachkräftesicherung beiträgt. Damit thematisiert der Bildungsmonitor den Beitrag zu Wachstum und Wohlstand der Wirtschaft durch das Bildungssystem eines Bundeslandes. Nordrhein-Westfalen hat im Bildungsmonitor den 14. Platz erhalten und ist damit eines der Bundesländer mit der schlechtesten Bildung.
Doch warum hat Nordrhein-Westfalen ein so schlechtes Bildungssystem? Hier gibt es einen Überblick über die Ursachen und Faktoren für NRWs schlechte Bildung. Und auch darüber, wie die anderen Bundesländern abgeschnitten haben.
Was macht die Bildung in NRW so schlecht?
Mehrere Aspekte in Nordrhein-Westfalens Bildungssystem machen dieses zu einem vergleichsweise schlechtem Bildungssystem. So gibt es in all diesen Handlungsfeldern Verbesserungspotenzial: Betreuungsbedingungen, Ausgabenpriorisierung, Internationalisierung, berufliche Bildung und Bildungsarmut. Beispiele für die Probleme in diesen Handlungsfeldern sind folgende:
- Die Lehrer-Schüler-Relation an Hochschulen passt nicht richtig, da es viele Studierende pro Lehrkraft gibt;
- Die Bildungsausgaben pro Grundschulkind liegen 900 Euro unter dem Bundesdurchschnitt;
- Es werden vergleichsweise wenige Berufsschüler und Berufsschülerinnen in Fremdsprachen unterrichtet;
- Der Anteil erfolgreicher Absolventen und Absolventinnen von Berufsschulen, Fachoberschulen und Fachschulen ist der niedrigste ganz Deutschlands;
- Viele Schüler und Schülerinnen der neunten Klasse erreichen nicht die Mindeststandards im Lesen.
Wo gibt es Verbesserungsmöglichkeiten in NRWs Bildungssystem?
- Betreuungsbedingungen: Hier erhält Nordrhein-Westfalen den 15. Platz, da die Betreuungsrelationen besonders an Hochschulen, im Sekundarbereich I an Gymnasien sowie an Teilzeitberufsschulen besonders ungünstig sind. So gab es 2022 eine Anzahl von überdurchschnittlichen 24 Studierenden pro Lehrkraft an den nordrhein-westfälischen Hochschulen.
- Ausgabenpriorisierung: Erneut belegt Nordrhein-Westfalen den 15. Platz. Das liegt unter anderem daran, dass die Ausgaben pro Grundschüler und Grundschülerin mit 7.300 Euro 900 Euro niedriger sind als der Bundesdurchschnitt.
- Internationalisierung: Auch hierbei vergibt der Bildungsmonitor aufgrund von relativ wenig Fremdsprachenunterricht für Berufsschülern und Berufsschülerinnen mit 29,2% den 15. Platz an Nordrhein-Westfalen. Auch der Anteil an Bildungsausländer und Bildungsausländerinnen an den Studieren ist in NRW mit 10,8% unterdurchschnittlich.
- Berufliche Bildung: In diesem Handlungsfeld erhält Nordrhein-Westfalen den 14. Platz. Das liegt vor allem an den schlechten Verhältnissen an beruflichen Vollzeitschulen. So war der Anteil erfolgreicher Absolventen und Absolventinnen von Berufsschulen, Fachoberschulen sowie Fachschulen in NRW mit 64,3% deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Außerdem standen 2023 nur für 66% der Bevölkerung im entsprechenden Alter betriebliche Ausbildungsstellen zur Verfügung. Damit lag die Ausbildungsstellenquote leicht unterhalb des Bundesdurchschnitts.
- Bildungsarmut: Hier erhält Nordrhein-Westfalen ebenfalls den 14. Platz. So ergab sich bei der IQB-Erhebung aus dem Jahr 2022, dass viele Neuntklässler und Neuntklässlerinnen nicht die Mindeststandards im Lesen erreichen. Hinzu kommt, dass der Anteil erfolgreicher Absolventen und Absolventinnen des Berufsvorbereitungsjahres mit 31,4% niedriger ausfiel als der Bundesdurchschnitt, der bei 51,9% liegt. Allerdings mussten nur 6,3% der nordrhein-westfälischen Schüler und Schülerinnen die Schule ohne einen Abschluss verlassen. Der Bundesdurchschnitt liegt mit 6,8% etwas höher, wodurch NRW in diesem Feld gut abschneidet.
Wo liegen die Stärken von NRWs Bildungssystem?
Obwohl Nordrhein-Westfalens Bildungssystem diverse Schwachstellen aufweist, schneidet es im Bildungsmonitor 2024 in zwei Handlungsfeldern verhältnismäßig gut ab: Zeiteffizienz und Digitalisierung. So gibt es in NRW sowohl wenige Klassewiederholungen als auch wenige verspätete Einschulungen. Außerdem sind die Ausbildungsleistungen in der IT-Berufsausbildung hoch.
- Zeiteffizienz: Hier erhält Nordrhein-Westfalen den 5. Platz, da 2022 nur 1,2% der Grundschulkinder verspätet eingeschult wurden. Außerdem ist auch die Wiederholerquote in der Sekundarstufe I mit 2,4% niedriger als der Bundesdurchschnitt. Allerdings schnitt Nordrhein-Westfalen bei den vorzeitig aufgelösten Ausbildungsverträgen sowie beim Durchschnittsalter der Erstabsolventen und Erstabsolventinnen leicht schlechter ab als der Bundesdurchschnitt.
- Digitalisierung: Auch in diesem Handlungsfeld liegt Nordrhein-Westfalen auf dem 5. Platz. Ein Grund hierfür ist der, dass die Anzahl der neuen betrieblichen Ausbildungsverträge im IT-Bereich mit 59,7 pro 100.000 Erwerbstätige höher ausfällt als der bundesweite Durchschnitt. Auch bei der Verfügbarkeit von schnellem WLAN an Schulen schneidet Nordrhein-Westfalen überdurchschnittlich ab. Allerdings erzielt Nordrhein-Westfalen bei den IT-Hochschulabsolventen und Hochschulabsolventinnen wiederum einen unterdurchschnittlichen Wert.
Wie schneiden die Bildungssysteme der einzelnen Bundesländer ab?
- Baden-Württemberg: Platz 5
- Bayern: Platz 2
- Berlin: Platz 12
- Brandenburg: Platz 15
- Bremen: Platz 16
- Hamburg: Platz 3
- Hessen: Platz 7
- Mecklenburg-Vorpommern: Platz 13
- Niedersachsen: Platz 8
- Nordrhein-Westfalen: Platz 14
- Rheinland-Pfalz: Platz 9
- Saarland: Platz 6
- Sachsen: Platz 1
- Sachsen-Anhalt: Platz 11
- Schleswig-Holstein: Platz 10
- Thüringen: Platz 4
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