Bielefeld gibt es nicht: So kam es zum Internetphänomen „Bielefeld-Verschwörung“

Anlässlich des Pokalfinales bezieht diese Kampagne der Stadt Bielefeld den Spruch „Bielefeld gibt es nicht“ auf den Pokalgegner aus Stuttgart.
Soeren Stache/dpaDer Satz „Bielefeld gibt es nicht“ ist in Deutschland mittlerweile weit verbreitet. Was als satirischer Beitrag begann, entwickelte sich zu einer der bekanntesten deutschen Internetlegenden. Anlässlich des bevorstehenden Pokalfinales zwischen dem VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld startete die Stadt Bielefeld eine Kampagne, in der sie den Spruch humoristisch auf die Hauptstadt Baden-Württembergs dreht. Doch woher stammt dieser Spruch, und wie wurde er so populär?
Ursprung der Bielefeld-Verschwörung
Erste Aussagen darüber, dass es die Stadt Bielefeld nicht geben soll, fanden sich bereits 1994. In diesem Jahr wurde die sogenannte „Bielefeld-Verschwörung“ vom Informatikstudenten Achim Held im Usenet veröffentlicht. In seinem satirischen Beitrag behauptete er, die Stadt Bielefeld existiere nicht wirklich, sondern sei Teil einer groß angelegten Verschwörung. Diese Theorie sollte die absurde Logik von Verschwörungstheorien parodieren. Helds Beitrag wurde schnell verbreitet und entwickelte sich zu einem Internetphänomen.
So reagierte die Stadt Bielefeld auf die Verschwörung
Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Bielefeld-Verschwörung startete die Stadt Bielefeld 2019 eine ungewöhnliche Marketingkampagne: Sie lobte eine Million Euro für denjenigen aus, der beweisen könne, dass es Bielefeld nicht gibt. Diese Aktion, bekannt als die „#Bielefeldmillion“, sollte die Verschwörung humorvoll entkräften. Trotz über 2.000 Einsendungen konnte niemand den Beweis erbringen, und die Stadt erklärte die Verschwörung offiziell für beendet.
Stadt nimmt „Bielefeld-Verschwörung“ mit Humor
Die Bielefeld-Verschwörung hat sich tief in die deutsche Medienkultur eingebrannt. Sie dient oft als Beispiel für die absurde Logik von Verschwörungstheorien und wird in verschiedenen Medien aufgegriffen. Die Stadt selbst hat die Verschwörung genutzt, um Aufmerksamkeit zu erregen und sich humorvoll zu präsentieren. So wurde beispielsweise ein Gedenkstein in der Altstadt aufgestellt, der an die Kampagne erinnert.
