Biathlon Oberhof
: Woran starb Sivert Bakken?

Der norwegische Biathlet Sivert Guttorm Bakken ist am 23. Dezember überraschend gestorben. Der Biathlet hätte auch in Oberhof dabei sein sollen. Untersuchungen zu den Hintergründen dauern derzeit an.
Von
David Hahn
Oberhof
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Biathlon Weltcup in Oberhof: 08.01.2026, Thüringen, Oberhof: Biathlon: Weltcup, Sprint 10 km, Männer, Ein Bild des verstorbenen norwegischen Biathleten Sivert Bakken ist bei einer Gedenkminute zu sehen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Bild des verstorbenen norwegischen Biathleten Sivert Bakken ist bei einer Gedenkminute in Oberhof zu sehen.

Hendrik Schmidt/dpa

Der plötzliche Tod Bakkens hat den Biathlonsport und viele darüber hinaus erschüttert. Was ist zu den Umständen aktuell bekannt?

Todesursache von Sivert Bakken: Warum starb der Biathlet?

Der Tod des 27-jährigen norwegischen Biathleten Sivert Bakken ist weiterhin ungeklärt. Die Ergebnisse der Autopsie werden nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur erst Anfang März erwartet. Bakken befand sich mit dem Team zum Training in Italien und wurde allein in seinem Hotelzimmer von Weltcup-Spitzenreiter Johann Olaf Botten am 23. Dezember tot aufgefunden. Er trug eine Höhenmaske. Ob diese ursächlich war, wird untersucht.

Bakken hatte 2022 wegen einer Herzmuskelentzündung pausieren müssen und sich zuletzt wieder ins Weltcupteam zurückgekämpft. Der Einsatz von Höhenmasken war im norwegischen Biathlon nicht Teil offizieller Trainingsprogramme, wurde von einzelnen Athleten aber vereinzelt ausprobiert. Nach Bakkens Tod untersagte der Verband die Nutzung solcher Masken bis auf Weiteres. Simuliertes Höhentraining war in Norwegen zwischen 2003 und 2021 verboten.

Höhenmasken sollen durch erschwertes Atmen Höhenlagen simulieren und so Leistungssteigerungen bewirken. Studien zufolge erreichen sie jedoch nicht die Effekte echten Höhentrainings. Sie gelten zudem als potenziell gefährlich, vor allem bei falscher Anwendung. Die klare Regel lautet, sie nie allein zu benutzen und sicherzustellen, dass sie sich bei Bewusstlosigkeit automatisch lösen.

Laut Medienberichten war Bakkens Maske auf eine simulierte Höhe von etwa 7.000 Metern eingestellt, vergleichbar mit der Todeszone im Himalaya. Ob dies durch Eigenjustierung, einen technischen Defekt oder andere Faktoren geschah, ist offen. Klar ist, dass Bakken nichts Illegales tat. Die Ermittlungen dauern an.

Biathlon Oberhof 2026

Der Biathlon-Weltcup 2025/26 macht diese Woche in Oberhof Station, mit Ruhpolding als weiterem deutschen Austragungsort im Saisonkalender. Eigentlich hätte Bakken auch in Oberhof dabei sein sollen. Einen Zeitplan mit den Terminen und Infos zur TV‑Übertragung des Biathlons findet man hier in diesem Artikel.

Mit Material der dpa