Bianca Heinicke heute bei „Hart aber fair“
: Vom YouTube-Sternchen zur Fast-Fashion-Kritikerin

Bianca Heinicke sorgt mit ihrer neuen Fast-Fashion-Doku und ihrem heutigen Auftritt bei „hart aber fair“ für Aufsehen – und zeigt eine überraschend kritische Seite, die viele so nicht erwartet hätten.
Von
Judith Müller
Berlin
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Mit ihrem neuen Fast-Fashion-Projekt und dem Auftritt bei „hart aber fair“ überrascht Bianca Heinicke viele – und zeigt sich so kritisch wie selten zuvor.

Mit ihrem neuen Fast-Fashion-Projekt und dem Auftritt bei „hart aber fair“ überrascht Bianca Heinicke viele – und zeigt sich so kritisch wie selten zuvor.

Screenshot YouTube @BibisBeautyPalace

Bianca Heinicke, früher bekannt als BibisBeautyPalace, kehrt heute Abend in die breite Öffentlichkeit zurück. Die Influencerin, die über Jahre als eine der größten YouTube-Persönlichkeiten Deutschlands galt, ist am 24. November 2025 um 21 Uhr bei „Hart aber fair“ in der ARD zu Gast. Die Sendung trägt den Titel: „Rabattschlacht und Bestellwahn: Was ist der wahre Preis der Schnäppchen?“

Der Talk läuft traditionell montags live im Ersten und ist anschließend in der ARD-Mediathek zu sehen. Anlass der Folge ist die unmittelbar zuvor gezeigte „Schnäppchen-Doku“ und der bevorstehende Black Friday – die umsatzstärkste Phase des Onlinehandels.

Darum geht es heute bei „Hart aber fair“

Auf der Programmseite beschreibt die ARD das Thema sinngemäß so:
Rund um Black Friday und Weihnachtssaison überschlagen sich vermeintliche Bestpreise. Doch wie seriös sind Rabattaktionen wirklich? Welche Tricks und Fallen gibt es? Welche ökologischen und sozialen Kosten stecken hinter den Billigangeboten? Und ob die Politik strengere Regeln gegen große Onlinehändler – insbesondere aus China – schaffen müsste.

Von Beauty-Hauls zur Gesellschaftskritik: Bibis großer Wandel

Über viele Jahre war BibisBeautyPalace das Sinnbild der unbeschwerten YouTube-Welt: Schminktutorials, Lifestyle-Vlogs, Shopping-Hauls, eigene Markenkooperationen – und eine der erfolgreichsten Creator-Karrieren Deutschlands.

Dass genau diese Bibi heute kritisch über Konsum, Onlinehandel und Modeindustrie spricht, markiert einen bemerkenswerten Image-Wandel. Während ihrer Social-Media-Pause begann sie, ihr Leben umzustellen: vegan zu leben, sich mit Nachhaltigkeit zu beschäftigen und die eigene Konsumrolle zu hinterfragen.

Seit 2024 tritt sie zunehmend als achtsamkeitsorientierte Persönlichkeit auf, gründete den Podcast „SinnSafari“ und schrieb Texte über innere Freiheit, Mut und Echtheit.

„Shein x Bibi“ – von Fast-Fashion-Werbung zur öffentlichen Aufarbeitung

Besonders brisant: Bianca Heinicke hatte früher massiv Fast-Fashion-Marken beworben – darunter auch Shein. In einem ihrer damals viral verbreiteten Videos wurde sogar ein ganzer LKW voller Shein-Kleidung bei ihr angeliefert. Damals reagierte sie begeistert; heute blickt sie kritisch zurück.

In ihrer neuen Doku sagt sie offen: „Ich war Teil dieses Systems. Ich habe es selbst konsumiert, selbst gelebt und auch beworben.“

Ihr Umdenken habe während ihrer Auszeit begonnen. Recherche über Herstellungsbedingungen und die Folgen von Fast Fashion hätten sie zu der Erkenntnis gebracht, nicht länger Teil dieser Industrie sein zu wollen.

Neue Doku „Nähte aus Narben“: Bibis kritischer Blick auf Fast Fashion

In Zusammenarbeit mit Greenpeace veröffentlichte Bianca nun die Doku „Nähte aus Narben“. Darin erklärt sie die Mechanismen von Fast Fashion und Ultra-Fast Fashion.

Ihr Ziel: Bewusstsein schaffen – ohne moralischen Zeigefinger, aber mit klarer Botschaft.

Biancas Appell: Konsumenten können den Unterschied machen

Am Ende der Doku richtet Heinicke einen eindringlichen Appell an ihr Publikum:
Es gehe nicht darum, perfekt zu konsumieren – aber darum, sich der eigenen Verantwortung bewusst zu werden. Jede Kaufentscheidung habe direkte Auswirkungen auf Umwelt, Tiere und Menschen.

Warum ihr Auftritt heute so viel Aufmerksamkeit bekommt

Dass Bianca Heinicke ausgerechnet bei „Hart aber fair“ Platz nimmt, ist kein Zufall. Die Sendung stellt die Frage, welchen Preis unsere Rabattjagd wirklich hat – und sie selbst war einst Teil genau dieses Systems.

Ihre Teilnahme könnte zum Wendepunkt ihrer öffentlichen Wahrnehmung werden:
von der einstigen Fast-Fashion-Werbefigur zur kritischen Stimme gegen übermäßigen Konsum.