Bezahlkarte für Asylbewerber: Bayern startet Testphase – Mastercard statt Bargeld

Sandro Kirchner (l, CSU), Innenstaatssekretär von Bayern, und Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, halten während einer Pressekonferenz die bayerische Bezahlkarte für Asylbewerber in den Händen.
Sven Hoppe / dpaVor fünf Wochen wurden in Hamburg die Bezahlkarten für Asylbewerber ausgegeben. Nun zieht Bayern nach. Zunächst sind es nur vier ausgewählten Modell-Kommunen, in denen es statt Bargeld eine Mastercard geben wird. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gab gemeinsam mit Innenstaatssekretär Sandro Kirchner und Thomas Karmasin, Präsident des bayerischen Landkreistags, in München eine Pressekonferenz zur bereits beschlossenen Bezahlkarte für Flüchtlinge.
„Bezahlkarte löst nicht alle Probleme“
Zu den Pilot-Kommunen gehören die Landkreise Fürstenfeldbruck, Traunstein, Günzburg und die Stadt Straubing. In allen anderen Kommunen im Land bleibt es bei der bisherigen Praxis. Die Bezahlkarte löse nicht alle Probleme, sie trage aber einen wichtigen Teil zur Lösung bei, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Sachleistungen seien besser als Geldleistungen. Mit den Karten setze der Freistaat ein Zeichen zur Hilfe und ein Nein zu Geldtransfers ins Ausland.
50 Euro Bargeld pro Person und Monat
Söder betonte, dass Bayern bei der Umsetzung konsequenter sei als andere Bundesländer. Die Bezahlkarte bekommen Asylbewerber ab 14 Jahren ausgegeben, das sind in Bayern rund 70.000 Menschen. Empfänger der Bezahlkarte dürfen nur in Geschäften im Postleitzahlen-Gebiet ihres Landkreises einkaufen. Mit der Karte können nur Artikel für den Lebensbedarf eingekauft werden, wie Lebensmittel, Kleidung oder Handys. Onlineshopping, Glücksspiel und Überweisungen ins Ausland sind nicht möglich. Pro Monat und pro Person könne mit der Karte 50 Euro Bargeld abgehoben werden. Dies sei ein geringerer Betrag als in anderen Bundesländern, so Söder.
Mit Material von dpa.
