Beulenpest China
: Erneuter Pest-Ausbruch in China – Dreijähriger Junge infiziert

Der „Schwarze Tod“ hat eine Gegend in China heimgesucht. Auch ein dreijähriger Junge ist infiziert. Jetzt reagieren die Behörden mit Quarantäne.
Von
Michael Maier
Peking
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Infizierte Nagetiere können den Pest-Erreger Yersinia pestis über Flöhe auf Menschen übertragen – vor allem Ratten geben den Erreger weiter.

dpa

In China ist ein dreijähriger Junge laut Medien an der Beulenpest erkrankt. Das wird aus dem Kreis Menghai in der südlichen Provinz Yunnan berichtet, der nun vorsorglich unter Quarantäne gestellt wurde. Der kranke Junge lebt in einem abgelegenen Dorf und hat laut der britischen Zeitung „Daily Mail“ nur leichte Symptome. Sein Zustand sei stabil, hieß es.

Pesterreger kommt in Nagetieren vor

Medizinische Untersuchungen wurden in der gesamten Gegend durchgeführt, weil man zuvor Pesterreger bei Ratten festgestellt hatte. Diese gelten als Überträger des Bakteriums Yersinia Pestis, das im Mittelalter für den „Schwarzen Tod“ verantwortlich war, heutzutage jedoch mit Antibiotika bekämpft werden kann. Nur in Europa gilt es als ausgerottet. Sowohl in Asien und Afrika als auch in Nord- und Südamerika kommt es noch vor.

Zwei Fälle von Beulenpest im August in China

Bereits im August waren in China zwei Menschen in der Inneren Mongolei an der Beulenpest erkrankt, nachdem sie Nagetiere verspeist hatten. Die Jagd auf Murmeltiere, die unter Hirten als Delikatesse gelten, wurde inzwischen verboten.

Im Juli gab es zudem einen Fall in der Inneren Mongolei. Die Behörden riefen auch damals Sicherheitsmaßnahmen zur Prävention aus. Im August erkrankte ein weiteres Opfer und starb später.

Beulenpest: Eine bakterielle Infektion

Die Beulenpest ist die weltweit häufigste Form der Pest. Sie wird durch das Bakterium Yersinia pestis verursacht. Es ist hochinfektiös. Oftmals wird es von infizierten Flöhen auf andere Tiere, wie Mäuse und Ratten, oder Menschen übertragen. Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist durch Körperflüssigkeiten möglich. Die Inkubationszeit liegt bei zwei bis sieben Tagen.

Der „Schwarze Tod“ in Europa: So traf die Pest den Kontinent

Im 14. Jahrhundert war die Pest, auch „Schwarzer Tod“ genannt, für geschätzt 25 Millionen Tote in Europa verantwortlich. Eine Bilanz, die die Pest zu einer der katastrophalsten Pandemien der Menschheitsgeschichte macht. Die medizinischen und hygienischen Standards waren damals freilich nicht mit den heutigen vergleichbar, weshalb die Pest den Kontinent auch derart verheerend treffen konnte. Mittlerweile gibt es einen Impfstoff und Antibiotika für Infizierte. Unbehandelt sterben zwischen 40 und 60 Prozent der Betroffenen, behandelt liegt die Todesrate bei maximal 15 Prozent.

Beulenpest: Das sind die Symptome

Hohes Fieber

Schüttelfrost

Kopfschmerzen

allgemeines Schwächegefühl