Bettwanzen-Plage in Frankreich: Machen sich die Krabbler auch in Deutschland breit?

Fast überall in Marseille werden Matratzen, die mit Bettwanzen infiziert sind, auf öffentlichen Straßen zurückgelassen.
Gerard Bottino/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpaDie Schädlingsbekämpfer in Deutschland sehen trotz der Sorgen im Nachbarland Frankreich keinen Grund zur Panik vor Bettwanzen. „Dieser Hype, der da gerade in Frankreich läuft, ist für uns alle ziemlich unverständlich“, sagte Kai Scheffler, Vorstandsmitglied des Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verbands, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
Zwar seien Bettwanzen mehr geworden, bestätigte Scheffler, der einen eigenen Schädlingsbekämpfungsbetrieb in Paderborn führt. Das habe allerdings damit zu tun, dass Menschen nach der Corona-Pandemie wieder mehr reisen und aufmerksamer geworden seien. Es gebe keinen aktuellen Grund für das vermehrte Auftreten der Schädlinge. Statistiken zu Befällen liegen dem Verbandsvertreter nicht vor.
Bettwanzen sorgen in Frankreich für Aufsehen
In Frankreich hatten Menschen zuletzt vermehrt Fotos und Videos von mutmaßlichen Wanzen verbreitet - etwa aus dem Kino oder dem Zug. Sogar die französische Regierung sah sich veranlasst, zu reagieren: Premierministerin Élisabeth Borne berief ein Ministertreffen ein, um über die Krise zu beraten.
Weder beim Verband noch bei seinem Betrieb könne er seit den Nachrichten aus Frankreich mehr Anfragen von Privatleuten feststellen, sagte Scheffler. „In erster Linie findet man Bettwanzen in Gemeinschaftsunterkünften“, erklärte der Experte. Etwa 90 Prozent seiner Kundschaft seien Beherbergungen, in denen Bewohnerinnen und Bewohner relativ häufig wechseln, und rund zehn Privathaushalte.