Bergwacht muss Wanderer retten
: TikTok-Tipps führen zu Notlage

Zwei Wanderer planen ihre Tour mit TikTok – und landen in einer lebensgefährlichen Notlage in den Allgäuer Alpen.
Von
Judith Müller
Allgäu
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Die Allgäuer Alpen (Symbolbild) sind ein beliebtes Wanderziel. Am Wochenende mussten allerdings gleich zwei mal Wanderer gerettet werden. Unter anderem, weil sie sich auf TikTok verlassen hatten.

Die Allgäuer Alpen (Symbolbild) sind ein beliebtes Wanderziel. Am Wochenende mussten allerdings gleich zwei mal Wanderer gerettet werden. Unter anderem, weil sie sich auf TikTok verlassen hatten.

picture alliance/dpa, Angelika Warmuth

In den Allgäuer Alpen kam es am vergangenen Wochenende zu zwei Einsätzen der Bergwacht Hinterstein. Besonders bemerkenswert: Einer der Vorfälle zeigt, wie gefährlich Social-Media-basierte Tourenplanung sein kann. Zwei junge Erwachsene gerieten in Not, weil sie ihre Route über den Jubiläumsweg zum Schreckensee mithilfe von TikTok ausgesucht hatten.

Einsatz am Samstagabend: Unerfahrene Wanderer im Schneegestöber

Die beiden Wanderer waren schlecht ausgerüstet und unerfahren. Auf rund 2.000 Metern Höhe im schneebedeckten Gelände konnten sie weder vor noch zurück. Schließlich wählten sie den Notruf.

Die Bergwacht Hinterstein setzte den nachtflugtauglichen Rettungshubschrauber „RK2“ aus Reutte ein. Ein Bergretter holte die beiden Wanderer per Winde an Bord. Sie wurden sicher zurück ins Tal geflogen. Laut Bergwacht war TikTok die Hauptinformationsquelle für die Tourenplanung.

Einsatz am Sonntag: Gut ausgerüstete Jugendliche im Hochgebirge

Am darauffolgenden Tag musste die Bergwacht erneut ausrücken. Zwei 16-jährige Bergsteiger auf dem Weg zum Hochvogel entschieden sich nach zunehmender Schwierigkeit der Route umzukehren.

Der Rettungshubschrauber „Christoph 17“ brachte die Bergretter an die Einsatzstelle. Die Jugendlichen wurden gesichert und ebenfalls zurück nach Hinterstein geflogen. Dieses Mal waren die Betroffenen gut vorbereitet und erfahren, was den Einsatz deutlich erleichterte.

Warnung der Bergwacht: Social Media ersetzt keine Vorbereitung

Die Bergwacht warnt eindringlich: Ab etwa 1.600 Metern herrschen tief winterliche Bedingungen. Anspruchsvolle Touren sollten zu dieser Jahreszeit nur von erfahrenen Alpinisten unternommen werden.

Besonders junge Wanderer sollten sich nicht allein auf Plattformen wie TikTok verlassen. Stattdessen empfiehlt die Bergwacht seriöse Informationsquellen, aktuelle Wetterberichte und eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten.

Darüber hinaus weist die Bergwacht darauf hin, dass die Kosten für Rettungseinsätze in der Regel von den Betroffenen selbst getragen werden müssen, sofern keine spezielle Versicherung besteht.

Sicherheit geht vor Social-Media-Trends

Die Allgäuer Alpen sind ein beliebtes Wanderziel. Doch diese Einsätze zeigen deutlich: Social-Media-Tipps ersetzen keine sorgfältige Planung, Erfahrung und Ausrüstung. Wer Bergtouren unter winterlichen Bedingungen unternimmt, sollte immer auf Sicherheit achten und im Zweifel auf riskante Routen verzichten.