Seit Wochen klettert der Benzinpreis, für Autofahrer wird es immer teurer. Mitte November lag der Preis pro Liter für Super E10 bei 1,61 Euro. Laut ADAC ist Mitte Dezember der Preis bei 1,65 Euro. Die Gründe dafür sind vielfältig, von der Erholung der Weltwirtschaft nach den Corona-Einbrüchen bis zum CO2-Preis in Deutschland.
  • Die CO2-Steuer soll zum 1. Januar 2022 wieder steigen
  • Werden die Bezinpreise dadurch weiter nach oben gehen?
  • Wie sehen die Prognosen für den Spritpreis nächstes Jahr aus?
  • Was sind die Gründe für die Rekordpreise an der Tankstelle?

Benzinpreis 2022: Was kommt auf Autofahrer zu?

Nach zuletzt kräftigen Rückgängen steigen die Spritpreise Mitte Dezember 2021 wieder. Der Benzinpreis hatte im Wochenvergleich zuvor drei Mal in Folge kräftig nachgegeben. Bei Diesel waren es sogar vier Wochen, wenn auch mit geringerem Rückgang. Der aktuelle Anstieg könnte allerdings nur eine kurze Episode sein: Der Ölpreis gab zuletzt wegen Sorgen über die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie und einen möglichen Rohölüberschuss im kommenden Jahr nach.
Im kommenden Jahr könnte der Spritpreise aber zunächst nochmal ansteigen, auch wenn die Ölpreise wieder etwas sinken. Grund dafür ist der CO2-Preis, der jedes Jahr bis 2025 steigen soll. Aktuell beträgt er 25 Euro je Tonne CO2, ab 1. Januar 2022 wird er 30 Euro sein. Bis 2025 ist eine Erhöhung auf 55 Euro pro Tonne CO2 vorgesehen.
Was bedeutet das aber konkret? Mit dem Jahreswechsel 2020/21 haben Autofahrende direkt den Emissionspreis gespürt: Der Spritpreis stieg quasi über Nacht um rund 7 Cent pro Liter. Wie der MDR in einer Aufschlüsselung zeigt, wird durch den CO2-Preis ein Anstieg der Benzinpreise von nochmal rund 2 Cent pro Liter erwartet. Andere Experten gehen aber von mehr aus: Gegenüber der „Auto Bild“ spricht ein Experte von einem Preisanstieg von 10 Cent pro Liter. Das würde bedeuten, das im Januar Super E10 zwischen 1,67 und 1,75 kosten könnte – wenn man ausschließlich den CO2-Preis aufschlägt.

Spritpreise im Europa-Vergleich: Wie steht Deutschland da?

Deutschland will mit dem Klima-Paket der Regierung die Menschen dazu motivieren, auf andere, klimafreundlichere Angebote in der Mobilität zu setzen. Der CO2-Preis wirkt sich an der Tankstelle aus – aber es geht in Europa auch noch teurer. Ein Spritpreis-Vergleich des ADAC zeigt, dass folgende Länder noch höhere Benzinpreise haben:
  • Belgien: 1,79 Euro
  • Dänemark: 1,98 Euro
  • Griechenland: 1,77 Euro
  • Italien: 1,79 Euro
  • Niederlande: 2,11 Euro
  • Schweiz: 1,74 Euro
In folgenden europäischen Ländern tankt man zum Teil wesentlich günstiger als in Deutschland:
  • Kroatien: 1,48 Euro
  • Polen: 1,29 Euro
  • Tschechien: 1,46 Euro
  • Luxemburg: 1,60 Euro
  • Österreich: 1,43 Euro
  • Slowenien: 1,37 Euro
  • Spanien: 1,50 Euro
  • Ungarn: 1,32 Euro

Benzin und Diesel sind teuer – warum ist das so?

Woran liegt es aber, dass die Kraftstoffpreise gerade so hoch sind? Wie oben schon erklärt, liegt es nicht ausschließlich am CO2-Preis – das ist nicht mal der Hauptgrund. Denn erst seit dem Sommer sind die Preise so extrem hoch, die Kohlenstoffdioxid-Bepreisung startete aber schon im Januar.
Eines der Hauptgründe für die Energiekrise, wie wir sie aktuell erleben, ist mal wieder die Corona-Pandemie. Nachdem die Benzinpreise 2020 in den Keller fielen und die Weltwirtschaft quasi zum Erliegen kam, erholt sie sich jetzt 2021. Besonders in China und den USA hat sich die Wirtschaft schneller erholt, als erwartet – die Nachfrage an Öl stieg enorm an. Das wirkt sich auf den Weltmarkt aus.
In Deutschland sind außerdem Steuern und Abgaben im Europa-Vergleich hoch, was sich ebenfalls auf den Ölpreis auswirkt. Für Benzin kommt eine Mehrwertsteuer von rund 26 Cent pro Liter und eine Energiesteuer von etwa 65 Cent pro Liter oben drauf. Das alles wird an den Verbraucher weitergegeben. In anderen Ländern sind diese Abgaben wesentlich niedriger.