Eine Woche nach Schuljahresbeginn will die bayerische Staatsregierung am Dienstag eine erste Zwischenbilanz ziehen. Im Zentrum steht dabei, ob und wie die Ausweitung der bisherigen Test-Strategie funktioniert hat - an Grundschulen sollen im neuen Schuljahr PCR-Pool-Tests die bisherigen Schnelltests ablösen.
Zudem hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag angekündigt, dass sich das Kabinett mit dem Thema Gender-Sprache befasst. Die zuständigen Minister sollten einen Bericht dazu abgeben. Dann werde man entscheiden, wie man weiter vorgehe.
Entgegen Söders Kritik drohen Studierenden an Bayerns Universitäten aber offenbar keine schlechteren Noten, wenn sie in Prüfungen und Arbeiten nicht gendern. Eine Rundfrage bei den Universitäten habe ergeben, dass die sprachlichen Leitfäden der Orientierung dienten und „in keiner Weise verpflichtend“ seien, hieß es in einer Stellungnahme der Bayerischen Universitätenkonferenz vom vergangenen Freitag.
Söder hatte im Wahlkampf angekündigt, die Leitfäden der Hochschulen zur sprachlichen Gleichbehandlung der Geschlechter überprüfen zu lassen. „Es kann nicht sein, dass Studenten möglicherweise eine schlechtere Bewertung bekommen, nur weil sie keine Gendersternchen verwenden“, hatte er zuletzt in einem Interview gesagt.
An etlichen Hochschulen in Deutschland sind Leitfäden zur gendergerechten Sprache seit vielen Jahren etabliert. So sollen Frauen und Männer gleichermaßen angesprochen und Frauen sprachlich sichtbar gemacht werden. Von diesen allgemeinen Sprachempfehlungen unabhängig sind die Prüfungsordnungen der Hochschulen, in denen Rahmenbedingungen der Prüfungen und die Kriterien der Benotung festgelegt sind.