Bayern bangt: Schaffen diese Schlösser den Titel UNESCO-Weltkulturerbe?

Die zuständige Unesco-Kommission wird ab dem 6. Juli über den Welterbeantrag für vier bayrische Schlösser beraten, darunter das berühmte Schloss Neuschwanstein.
Karl-Josef Hildenbrand/dpaSeit fast 140 Jahren ziehen sie Touristen aus aller Welt an. Jetzt könnten die Pracht-Schlösser UNESCO-Welterbe werden. Es geht um die Schlösser Neuschwanstein, Linderhof, Herrenchiemsee und das Königshaus am Schachen. Sie alle stehen auf der Kandidatenliste.
Vom 6. bis 16. Juli 2025 berät die Welterbe-Kommission in Paris über den Antrag der Bundesrepublik.
UNESCO-Weltkulturerbe: Diese bayrischen Sehenswürdigkeiten sind nominiert
Die Bewerbung umfasst vier Bauwerke von König Ludwig II: Neben dem weltberühmten Schloss Neuschwanstein zählen Schloss Linderhof, das Versailles-Nachbild Herrenchiemsee und das abgelegene Königshaus am Berg Schachen im Wettersteingebirge dazu.
Der Titel der Bewerbung lautet „Gebaute Träume“. Zuständig für den Antrag und die Bewerbung ist die Bayerische Schlösserverwaltung. Der Weg bis hierhin war lang! Die Idee dazu entstand bereits 1997. In Bayern wird also seit mehr als einem Vierteljahrhundert auf diese Auszeichnung hingearbeitet. Die Bewerbung begann ursprünglich als Reaktion auf ein Luxushotelprojekt bei Neuschwanstein. Der damalige Generalkonservator Michael Petzet wollte den Bau verhindern. Er verwies auf den historischen Wert des Ensembles. Das Hotel wurde nie gebaut. Die Welterbe-Initiative blieb. Der Landtag stimmte 2001 und 2007 zu.
UNESCO-Weltkulturerbe: Das sind die Erfolgschancen
Auch wenn die „Königsschlösser“, allen voran Neuschwanstein, international bekannt sind: Solche Anträge sind längst keine Selbstläufer mehr. Das Unesco-Fachgremium schaut streng auf die Qualität der Bewerbung. So ist etwa die Heidelberger Altstadt in den 2000er Jahren zweimal als Anwärter gescheitert. Seitdem werden die deutschen Bewerbungen noch penibler vorbereitet. Mathias Pfeil, der oberste bayrische Denkmalschützer, rechnet nicht damit, dass Neuschwanstein und Co. durchfallen könnten. „Ich halte die Erfolgsaussichten des Antrags für außerordentlich günstig“, sagt er.
Warum das Welterbe-Siegel zählt
Neuschwanstein ist eine weltbekannte Sehenswürdigkeit. Über eine Million Menschen besuchen das Schloss jedes Jahr. Viele davon reisen aus Asien und Nordamerika an. In internationalen Medien ist vom „Disney-Schloss“ die Rede. Walt Disney ließ sich für das Cinderella-Schloss inspirieren. Noch heute ist Neuschwanstein im Disney-Logo zu sehen.
Das sind weitere, bekannte Welterbestätten in Deutschland
Weltweit gibt es 1.223 UNESCO-Welterbestätten in 168 Ländern. Deutschland ist mit 54 vertreten. Dazu zählen:
- der Kölner Dom,
- das Wattenmeer,
- die Altstädte von Stralsund und Wismar
- sowie der römische Limes.
Auf der Vorschlagsliste stehen auch der jüdische Friedhof in Hamburg-Altona, der Stuttgarter Fernsehturm und der Münchner Olympiapark.
So bewertet das UNESCO-Gremium
Die UNESCO bewertet architektonischen Wert, Schutz, Pflege und Vermittlung. Bei den Schlössern von Ludwig II. setzt Bayern in der Bewerbung auf Bekanntheit und Symbolkraft. „Sie bewegen die Herzen weltweit“, sagt Mathias Pfeil.
