Bauernproteste 8. Januar
: Autobahnblockaden geplant – diese Bundesländer sind betroffen

Das neue Jahr startet mit Bauernprotesten in Deutschland. Welche Bundesländer betroffen sind und welche Protestaktionen der Verein „Land schafft Verbindung“ plant.
Von
Nicole Züge
Berlin
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Bauernproteste am LIDL-Logistikknoten: 15.12.2025, Sachsen, Radeburg: Traktoren stehen vor der Einfahrt zu einem LIDL-Logistikzentrum. Anlass sind bundesweite Bauernproteste wegen zu niedriger Milch- und Butterpreise. (zu dpa: «Landwirte protestieren gegen Preispolitik der Discounter») Foto: Sebastian Kahnert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Am 8. Januar 2026 sind in mehreren Bundesländern Bauernproteste geplant. Welche Bundesländer in Deutschland wie betroffen sind und wo am 8.1. kilometerlange Staus drohen, zeigt unsere Übersicht. (Symbolbild)

Sebastian Kahnert/dpa

Deutschlands Bauern gehen wieder auf die Straße – beziehungsweise blockieren diese. Es sind für den 8. Januar Bauernproteste geplant. Welche Bundesländer betroffen sind und was bisher zu den Protestaktionen bekannt ist.

Bauernproteste: Warum demonstrieren die Bauern?

Initiatoren der Bauernproteste am 8. Januar 2026 sind der Verein „Land schafft Verbindung“ (LSV) sowie der Bauernbund Brandenburg e.V. Als Grund für die Protestaktionen nennen die Initiatoren das geplante EU-Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay sowie Bolivien).

Die Bauern argumentieren, dass das Abkommen die deutsche Landwirtschaft einer Konkurrenz aussetzt, „die aufgrund schlechterer sozialer und ökologischer Standards billiger produzieren kann und ihre Überschüsse um jeden Preis in den europäischen Markt drücken möchte.“ Es sei unverantwortlich, „die sichere Versorgung mit heimischen Lebensmitteln aufs Spiel zu setzen durch Agrarimporte vom anderen Ende der Welt.“, schreiben die Protestorganisatoren in ihrem Aufruf.

Mit den Demonstrationen wollten die Landwirte nicht vordergründig Verkehrsbehinderungen auslösen, sondern auf den „Unfug“ des Mercosur-Abkommens hinweisen, sagte Peter Guhl (Freie Bauern) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Der Bauernverband bzw. seine Unterverbände in den betroffenen Bundesländern bewertet Berichten zufolge die angekündigten Demonstrationen zum jetzigen Zeitpunkt als nicht zielführend. „Unser Ziel ist es, die berechtigten Anliegen der Landwirtschaft mit Nachdruck, aber auch mit Augenmaß zu vertreten. Aktionen, die die gesellschaftliche Akzeptanz gefährden könnten, sind aus unserer Sicht derzeit nicht der richtige Weg“, so Bauernpräsident Karsten Trunk. Die Teilnahme an regionalen Aktionen bleibe Landwirtinnen und Landwirten nach eigenem Ermessen überlassen.

Bauernproteste am 8. Januar: Diese Bundesländer sind betroffen

Protestiert werden soll direkt an Autobahnzufahrten am frühen Morgen des 8. Januar 2026. Start der Aktion soll 7 Uhr sein, die Bauern werden mit ihren Traktoren bereits um 6 Uhr an den bisher bekannten Demonstrationspunkten erwartet. Betroffen sind nach jetzigem Kenntnisstand (6. Januar 2026, 14:30 Uhr) folgende Regionen und Bundesländer:

  • Mecklenburg-Vorpommern (Autobahnblockaden)
  • der Norden Brandenburgs (Autobahnblockaden)
  • Sachsen (Demo vor der Frauenkirche)
  • Bayern (ab 10 Uhr Traktordemo mit Kundgebung am Staatsgut Kringell)

Nicht alle der genannten Regionen sind gleichwertig betroffen. Für Mecklenburg-Vorpommern wurden „flächendeckende Proteste“ angekündigt, für Brandenburg sind bisher Aktionen im Norden des Landes bekannt geworden.

In Sachsen soll es nur eine kleinere Aktion vor der Dresdner Frauenkirche geben. Man habe sich dieses Mal Berichten zufolge bewusst entschieden, „keine Autobahnblockaden oder Demonstrationen mit großer Technik in der Landeshauptstadt zu organisieren, um keinen Anlass für Kritik aus der Bevölkerung zu geben“, heißt es aus dem Vorstand von LSV Sachsen. In Bayern ist Medienberichten zufolge eine Demonstration am Staatsgut Kringell angemeldet.

Diese Autobahnauffahrten sind betroffen

Bisher wurden in MV und Brandenburg folgende Autobahnauffahrten als Demonstrationspunkte genannt. Weitere können dazukommen.

  • A 24 Putlitz
  • A 24 Meyenburg (Falkenhagen)
  • A 24 Pritzwalk (Liebenthal)
  • A 19 Wittstock
  • A 24 Herzsprung
  • A 24 Neuruppin (Dabergotz)
  • A 24 Neuruppin-Süd
  • A 24 Fehrbellin
  • A 24 Kremmen
  • A 10 Blumberg
  • A 11 Bernau
  • A 11 Wandlitz
  • A 11 Finowfurt
  • A 11 Werbellin
  • A 11 Chorin
  • A 11 Joachimsthal (Althüttendorf)
  • A 11 Pfingstberg
  • A 11 Gramzow (Prenzlau)
  • A 11 Schmölln (Penkun)

Nach NDR-Berichten hat das Innenministerium in Mecklenburg-Vorpommern Blockaden der Anschlussstellen verboten. „Ein Ab- und Befahren von Bundesautobahnen wird somit möglich bleiben“, heißt es vom Ministerium. Dennoch sei im Umfeld der betroffenen Auffahrten mit Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen. Soweit möglich, empfiehlt das Ministerium, die betroffenen Auffahrten zu umfahren.