Sie reisen durch die Lande und schneiden Obdachlosen gratis die Haare. Dafür sind die Friseure der in Baden-Württemberg gegründeten „Barber Angels Brotherhood“ am Samstag in Paris mit einem Preis für Menschlichkeit geehrt worden. Im Palais du Luxembourg, Sitz des Oberhauses des französischen Parlaments, nahmen die Gründer der Hilfsorganisation die höchste Auszeichnung der Vereinigung „Grand Prix Humanitaire de France“ (GPHF) entgegen - die Goldmedaille am Bande.

„Wir ehren Ihr Engagement, benachteiligten und gefährdeten Menschen zu helfen, ihre Menschenwürde und ihr Selbstwertgefühl wiederherzustellen“, sagte GPHF-Präsidentin Lucie Calderón bei dem Festakt. Mit ihren undotierten Auszeichnungen würdigt die 1892 gegründete private Vereinigung jährlich Frauen und Männer, die in Not geratenen Mitmenschen unentgeltlich Hilfe leisten.

Gründer aus Biberach: Preis treibt weiter an

„Die Bedeutung dieser Auszeichnung treibt uns an, weiterzumachen - und das in inzwischen fünf europäischen Ländern“, sagte der „Barber Angels“-Initiator Claus Niedermaier, der in Biberach an der Riß einen Salon betreibt. Er hatte vor einigen Jahren einen Dokumentarfilm über Obdachlose im Winter in München gesehen und spontan beschlossen, mit seinem beruflichen Können etwas zu unternehmen, um Armen zu helfen.

2016 hatte er mit vier Gleichgesinnten die „Barber Angels Brotherhood“ (etwa: Bruderschaft der Friseur-Engel) gegründet. Inzwischen beteiligen sich daran mehr als 300 Friseurinnen und Friseure - vor allem in Deutschland, aber auch in Österreich, in der Schweiz, in Spanien und in den Niederlanden. Bei Einsätzen in etlichen Orten haben sie bislang rund 40 000 Menschen kostenlos frisiert.

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