• Die Lokführergewerkschaft GDL streikt innerhalb von gut drei Wochen zum dritten Mal, diesmal fünf Tage am Stück
  • Im Nahverkehr der Deutschen Bahn werden wieder Tausende Verbindungen ausfallen
  • Privatbahnen sind aber grundsätzlich nicht vom Streik betroffen
  • In Bayern gelten während des Streiks Ersatzfahrpläne
Züge rollen fast eine Woche nicht Wie lässt sich der Streik überstehen?

Ulm

Bei der Deutschen Bahn stehen die Zeichen weiter auf Streik. Zwischen dem Konzern und der Lokführergewerkschaft GDL ist bislang keine Annäherung zu erkennen. Damit dürfte der fünftägige Streik im Personenverkehr wie angekündigt am Donnerstag beginnen. Die Bahn rief Kunden am Dienstag nochmals auf, Reisen möglichst vorzuziehen. Im Güterverkehr soll der Streik schon am Mittwochabend beginnen. Erst nach Streik-Ende in der Nacht zu Dienstag nächster Woche fahren die Züge voraussichtlich wieder weitgehend nach Plan.
Der dritte Streik in wenigen Wochen trifft hunderttausende Pendler und Reisende. Die für die Streikdauer gebuchten Fahrkarten können auch an anderen Tagen genutzt werden. Das gilt auch noch bis zum 17. September, wie die Bahn am Dienstag mitteilte. Sie will im Fernverkehr etwa ein Viertel des üblichen Angebots aufrecht erhalten, im Regionalverkehr im Schnitt etwa 40 Prozent.
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Berlin

Zugausfälle in Bayern ab Donnerstag, 02.09. – im Güterverkehr ab Mittwoch

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte seine Mitglieder aufgerufen, im Personenverkehr von Donnerstag, 02. September, 2.00 Uhr, bis Dienstag, 2.00 Uhr, die Arbeit niederzulegen. Im Güterverkehr soll der Ausstand schon am Mittwochnachmittag um 17 Uhr beginnen. Der Ausstand betrifft den Freistaat genauso wie den Rest Deutschlands. Im Fernverkehr wird laut Bahn rund ein Viertel des normalen Fahrplans gefahren. Für Bayern gibt es für Donnerstag bereits einen Ersatzfahrplan, die Pläne für die folgenden Tage sollen nach und nach folgen.

Ersatzfahrpläne für Bayern – das ist bisher bekannt

Die Deutsche Bahn veröffentlicht auf bahn.de/aktuell in der Regel Ersatzfahrpläne für vom GDL-Streik betroffene Zuglinien. Derzeit (Stand: 31.08.) sind die Notfahrpläne aber noch nicht alle verfügbar. Sie sollen am Mittwoch, den 1.9. bis 12 Uhr online gestellt werden. Außerdem werden die Infos zu Verspätungen, ausfallenden Zügen sowohl in die Reiseauskunft als auch in die App DB Navigator eingearbeitet.
Für folgende Strecken gibt es schon Ersatzfahrpläne:

S-Bahn-München: Diese Züge fahren trotz des GDL-Streiks

Am Donnerstag und Freitag verkehren die S-Bahn-Linien wie folgt:
  • Die S 1 verkehrt im 20 bis 40 Minuten Takt und nur zwischen Leuchtenbergring und Freising (nicht bis zum Flughafen).
  • Die S 2 verkehrt zwischen Dachau und Markt Schwaben alle 20 bis 40 Minuten, auf den übrigen Linienabschnitten im Stundentakt. (Haltausfälle in Poing und Heimstetten wegen planmäßiger Bauarbeiten)
  • Die S 3 verkehrt zwischen Maisach und Ostbahnhof alle 20 bis 40 Minuten, auf den übrigen Linienabschnitten im Stundentakt.
  • Die S 4 verkehrt stündlich zwischen Geltendorf und Ostbahnhof sowie stündlich zwischen Buchenau und Grafing. Dadurch entsteht ein 20/40-Minuten-Takt zwischen Buchenau und Ostbahnhof.
  • Die S 6 verkehrt im Stundentakt. Gemeinsam mit der S4 besteht zwischen Ostbahnhof und Grafing ein 20/40-Minuten-Takt. (Der zwischen Trudering und Grafing Bahnhof für die S-Bahn geltende Baufahrplan wird vorübergehend außer Kraft gesetzt, die Busse des Schienenersatzverkehrs verkehren wie geplant.)
  • Die S 7 verkehrt im Stundentakt. (Planmäßige Bauarbeiten mit SEV zwischen Hohenbrunn und Kreuzstraße)
  • Die S 8 verkehrt zwischen Pasing und Flughafen im 20-Minuten-Takt, in den westlichen Außenabschnitten ab/bis Germering alle 20 bis 40 Minuten und ab/bis Herrsching alle 60 Minuten.
  • Die S 20 entfällt.
Wie oft die S-Bahn am Wochenende fährt, ist noch nicht genau bekannt. Alle Linien sollen aber mindestens im Stundentakt verkehren.

Agilis , Go-Ahead, SWEG – Privatbahnen sind nicht vom Streik betroffen

Weil sich die GDL nur mit der Deutschen Bahn in einem Tarifkonflikt befindet, sind private Bahngesellschaften nicht betroffen. Ihr Züge fahren also regulär. Auch in der Region Ulm/Neu-Ulm fahren auf einigen Strecken die Züge wie üblich: Das Unternehmen Go-Ahead betreibt die Regionalbahnen zwischen Stuttgart und Ulm. Die SWEG fährt von dort aus nach Heidenheim, Aalen, Ehingen und Munderkingen. Und mit den Zügen der Agilis kommt man von Ulm nach Ingolstadt und Regensburg.
Auf diesen Verbindungen kann es aber trotzdem zu Einschränkungen kommen. Denn es kann gut sein, dass auch Fahrdienstleiter der DB streiken.