• Schon zweimal hat die Lokführergewerkschaft GDL den Personenverkehr der Deutschen Bahn bestreikt, diesmal für zwei Tage
  • Im Güterverkehr dauerte der Streik noch länger
  • Nach dem Ende des Arbeitskampfs will die Bahn so schnell wie möglich wieder alle Züge regulär fahren lassen
  • Wie lange geht der Bahnstreik noch?
Nach dem Streik der Lokführergewerkschaft GDL nimmt die Deutsche Bahn am Mittwoch Kurs auf einen Normalbetrieb. „Der Bahnverkehr ist am Morgen nach Ende des GDL-Streiks weitgehend normal gestartet“, teilte die Deutsche Bahn am Morgen in Berlin mit. Am Mittwoch solle im Fern- und im Regionalverkehr sowie bei den S-Bahnen wieder das komplette Fahrplanangebot fahren. Der Arbeitskampf der GDL war am frühen Mittwochmorgen gegen 2.00 Uhr planmäßig beendet worden. Eine Lösung des Tarifkonflikts ist allerdings weiter nicht in Sicht.

Bahnstreik-Ende: Reisende sollen sich über Fahrplanauskunft und in der App informieren

Am Dienstag und in der Nacht zu Mittwoch wurde nach Angaben der Bahn daran gearbeitet, dass etwa 860 Züge im Fern- sowie rund 21 000 Züge im Regional- und S-Bahnverkehr wieder nach dem normalen Fahrplan verkehren können. Reisende sollten sich aber über die Fahrplanauskunft im Internet und in der App vorab informieren, ob es eventuell Abweichungen gebe, teilte die Bahn weiter mit.
Der EVG-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel forderte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf, sich aus dem Tarifkonflikt bei der Bahn herauszuhalten. Zwar gehe es der GDL „nur bedingt um materielle Forderungen, sondern um politische Ziele“, heißt es in Hommels Schreiben an den Politiker. „Dennoch sind wir davon überzeugt, dass diese Tarifrunde ausschließlich durch die Verhandlungspartner selbst gelöst werden muss.“ Scheuer hatte den GDL-Streik kritisiert und die Gewerkschaft aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Berlin

Seit Montag hatte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) im Tarifkonflikt mit der Bahn den Personenverkehr des Konzerns für 48 Stunden bestreikt. Im Güterverkehr hatte die Gewerkschaft bereits ab Samstag zum Arbeitskampf aufgerufen. Andere Eisenbahn-Unternehmen waren nicht direkt betroffen. Laut Arbeitgeberseite lag der Streikschwerpunkt in den ostdeutschen Bundesländern. Zahlreiche Beschäftigte trafen sich unterdessen am Dienstag zu Kundgebungen unter anderem in Köln und in München, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen.
Die Bahn hatte am Montag und Dienstag für alle Reisenden ein Grundangebot von rund 30 Prozent im Fernverkehr aufrecht erhalten. Somit fuhr demnach jeder dritte Schnellzug. Im Regionalverkehr waren 40 Prozent der Züge im Einsatz, je nach Region gab es mit Blick auf das Angebot aber große Unterschiede. So ging die Bahn davon aus, dass in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nur 10 bis 15 Prozent der Züge fahren konnten, anderswo dagegen deutlich mehr.
70 000 Menschen hätten sich über die zuvor eingerichtete Streik-Hotline über die Auswirkungen auf die eigene Reise informiert, hieß es von der Bahn. Zahlreiche Kundinnen und Kunden hätten ihre Fahrt auf den Sonntag vorgezogen. Das große Chaos an den Bahnhöfen blieb somit aus, auch wenn es an Bahnsteigen und in den fahrenden Zügen durchaus voll werden konnte.

GDL droht nach zweiter Streikrunde mit weiteren Arbeitskämpfen

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat nach dem Ende der zweiten Streikrunde an diesem Mittwoch mit weiteren Arbeitskämpfen gedroht. „Der Stillstand bei der Angebotsverbesserung führte bereits zwei Mal zum Stillstand der Züge in Deutschland und wird es weiterhin tun“, teilte die Gewerkschaft am Mittwoch mit. „Der Arbeitgeber wäre gut beraten, die GDL nicht weiter herauszufordern und die Auswirkungen klein zu reden“, hieß es von GDL-Chef Claus Weselsky. Einen Zeitpunkt für mögliche weitere Streiks nannte er zunächst nicht.

Bahnstreik 2021: Tickets bleiben länger gültig

Noch bis zum 4. September bleiben vom Streik betroffene Tickets gültig. Das gilt der Bahn zufolge auch für solche Fahrten, die am Mittwoch noch von den Folgen des Streiks betroffen sind.
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) will mit dem Streik Druck machen für höhere Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Es ist die zweite Streikrunde im laufenden Tarifstreit.
Die Gewerkschaft fordert unter anderem 3,2 Prozent mehr Geld sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro. Im Hintergrund geht es aber auch um einen Machtkampf zwischen der GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Die Lokführer-Gewerkschaft sieht ihren Einfluss aufgrund des Tarifeinheitsgesetzes gefährdet. Dem Gesetz zufolge gelten in Betrieben mit mehreren Gewerkschaften nur die Tarifverträge der größeren Arbeitnehmervertretung.
GDL-Chef Claus Weselsky verteidigte am Dienstag im ARD-„Mittagsmagazin“ erneut die Streikaktionen und auch den rauen Ton zwischen den beiden Gewerkschaften. „Das Betriebsklima war bereits vorher beschädigt und zwar aufgrund der Handlungen der Manager und aufgrund der Handlungen von EVG-Funktionären, die in den Aufsichtsräten diesen Kurs abgenickt haben“, sagte er.