Baden im Rhein: Warum es in Düsseldorf jetzt ein Badeverbot gibt

Anfang Juli war an diesem kleinen Strandabschnitt bei Rheinkilometer 729 in Himmelgeist ein sechs Jahre alter Junge im Rhein abgetrieben worden.
Christoph Reichwein/dpaWer sich bei Temperaturen von weit über 30 Grad im Rhein in Düsseldorf abkühlen möchte, muss mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Ab diesem Donnerstag gilt dort nämlich ein Badeverbot. Was ist der Grund dafür?
Warum gibt es in Düsseldorf ein Badeverbot im Rhein?
Das Badeverbot hat einen triftigen Grund: Immer wieder war es zu Badeunfällen gekommen. So starb beispielsweise Anfang Juli ein sechsjähriger Junge im Fluss, nachdem er von der Strömung abgetrieben worden war. Im Juni waren binnen zwölf Tagen fünf Männer ertrunken. „Es ist unser ausdrückliches Ziel, weitere Badeunfälle im Rhein in Düsseldorf zu verhindern“, erklärte Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU). Düsseldorf hat dazu eine ordnungsbehördliche Verordnung erlassen. Diese gilt für das gesamte Stadtgebiet entlang des Rheinufers.
Ausgenommen von dem Verbot sind Arbeit und Übungen von Behörden, Rettungsdiensten oder der Feuerwehr sowie genehmigte Veranstaltungen. Wasserfahrzeuge dürfen an den vorgesehenen Stellen zu Wasser gelassen oder herausgezogen werden. Beim An- und Ablegen von Booten darf außerdem kurzzeitig ein- oder ausgestiegen werden. Auch Angeln und Watfischen ist weiter erlaubt.
Die Stadt wies darauf hin, dass der Rhein ein stark befahrenen Fluss „mit tückischen Strömungsverhältnissen, Wellenschlag durch vorbeifahrende Schiffe sowie stark wechselnden Wasserständen“ sei. Das Baden im Rhein sei auch für geübte Schwimmer „eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben“. Schon in direkter Nähe des Ufers drohten unvorhersehbare Gefahren, so könnten Menschen von Wellen oder Strömungen erfasst und abgetrieben werden.
Keller appellierte darum erneut „an alle Bürgerinnen und Bürger, nicht im Rhein zu baden, denn das ist nicht nur verboten, sondern vor allem lebensgefährlich“.
Diese Strafen gibt fürs Baden im Rhein
Das Verbot gilt bereits ab Donnerstag, bei Verstößen wird ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro verhängt, wie Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt am Mittwoch mitteilte.
