Baden-Württemberg
: Wann droht der nächste Streik im ÖPNV?

Sollten in der nächsten Verhandlungsrunde keine Einigung gefunden werden, drohen in Baden-Württemberg die nächsten Streiks. Wann könnte es so weit sein?
Von
David Hahn
Ulm
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Streik im öffentlichen Dienst geht weiter.: ARCHIV - 21.02.2024, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Ein Streikschild steht auf den Schienen vor der Zufahrt zu einem Straßenbahndepot. Die Rheinbahn in Düsseldorf wird 48 Stunden bestreikt. (zu dpa: «Verdi ruft zu 48-Stunden-Streik bei der Rheinbahn auf») Foto: Jens Büttner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bislang (Stand 24. März 2025) wurde im Tarifstreit für den öffentlichen Dienst noch keine Einigung gefunden. Solange sind weitere Streiks noch nicht abgewendet. Aktuell gilt jedoch eine Pause für Warnstreiks. Wann drohen die nächsten Ausfälle?

Jens Büttner/dpa
  • Tarifstreit im ÖPNV: Keine Einigung, weitere Streiks möglich.
  • Warnstreiks pausiert bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 5. April.
  • Verdi fordert 8% mehr Lohn, mindestens 350 Euro, höhere Zuschläge und 3 freie Tage.
  • 385.000 Beschäftigte in Baden-Württemberg betroffen, 248.000 bei Kommunen.
  • VKA und Bundesinnenministerium halten Forderungen für nicht finanzierbar.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zwischen dem 11. und 13. März 2025 kam es in Baden-Württemberg abermals zu Warnstreiks in der aktuellen Tarifrunde im öffentlichen Dienst. Neben Stuttgart und Mannheim waren unter anderem auch Karlsruhe, Tübingen, Ulm und Freiburg betroffen. Nachdem die Verhandlungen am 17. März für gescheitert erklärt wurden, begann eine Schlichtung. Sollte diese scheitern, drohen in Baden-Württemberg weitere Streiks. Wann könnten diese stattfinden? Der aktuelle Stand laut Verdi und der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am 24.03.2025 im Überblick.

ÖPNV: Wann findet der nächste Streik im Nahverkehr statt?

Im Februar und März hatten landesweit in vielen Regionen Busse und Straßenbahnen still gestanden. Hunderttausende Menschen waren betroffen. Verdi wollte mit den Aktionen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Wann genau der nächste Streik stattfindet, lässt sich aktuell nicht genau vorhersagen. Während der Schlichtung sind allerdings keine weiteren Streiks erlaubt. Fahrgäste können demnach bis zur nächsten Verhandlungsrunde, die voraussichtlich am 5. April stattfinden soll, aufatmen. Falls bis zu diesem Tag jedoch keine Einigung gefunden werden kann, muss anschließend mit weiteren Streiks in Baden-Württemberg gerechnet werden.

Hintergrund der aktuellen Tarifverhandlungen

Von den aktuellen Forderungen sind nicht nur Beschäftige im ÖPNV erfasst, sondern auch Arbeitnehmer bei der Müllabfuhr, in der Pflege bis hin zu Angestellten in Bibliotheken. Verdi fordert in der Tarifrunde 2025 für die mehr als 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen ein Volumen von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich für Entgelterhöhungen und höhere Zuschläge für besonders belastende Tätigkeiten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. Außerdem fordert Verdi drei zusätzliche freie Tage, um der hohen Verdichtung der Arbeit etwas entgegenzusetzen. Das Tarifergebnis soll zeit- und wirkungsgleich auf Beamt:innen, Richter:innen, Soldat:innen sowie auf Versorgungsempfänger:innen übertragen werden.

In Baden-Württemberg sind nach Angaben des KAV insgesamt 385.000 Beschäftigte direkt von den Tarifverhandlungen betroffen. Nach Zahlen des Statistischen Landesamtes am Stichtag 30. Juni 2023 arbeiten davon rund 248.000 Tarifbeschäftigte bei den Kommunen. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände VKA und das Bundesinnenministerium erklärten dies für nicht finanzierbar. In der VKA sind fast 10.000 kommunale Arbeitgeber organisiert. Einige Städte und Gemeinden sind in Finanznot, während es anderen besser geht. Nach dem letzten Verhandlungsstand erwartete VKA-Präsidentin Karin Welge Kosten von 15 Milliarden Euro verteilt auf zwei Jahre.