B-52-Bomber ausgewichen
: So erklärt der Pilot den Beinahe-Crash

Ein US-amerikanisches Passagierflugzeug musste im Landeanflug plötzlich einem B-52-Bomber der US-Luftwaffe ausweichen. Ein Video zeigt die Erklärung des Piloten der SkyWest-Airline Maschine.
Von
Nicole Züge
Berlin
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US-Passagierflugzeug muss B-52-Bomber ausweichen. (Symboldbild)

Ein US-Passagierflugzeug musste im Landeanflug auf den Fluighafen Minot (North Dakota) einem B-52-Bomber ausweichen. (Symboldbild)

Ben Birchall/PA Wire/dpa

Ein Passagierflugzeug des Fluges 3788 der SkyWest-Airline musste im Landeanflug plötzlich einem B-52-Bomber der US-Luftwaffe ausweichen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Der Pilot der Passagiermaschine musste eigenen Angaben zufolge ein „aggressives Manöver“ fliegen, wie aus seiner Kabinenansage in einem in den sozialen Medien geteilten Video hervorging. Wie der Pilot den Beinahe-Crash im Video erklärt.

B-52-Bomber kam wohl aus dem Nichts

In den sozialen Medien war kurz nach dem Vorfall ein Video aufgetaucht, welches scheinbar die Durchsage des SkyWest-Airline-Piloten an die Passagiere des Fluges wiedergibt. Der US-Sender NBC News verifizierte das Video, das eine Passagierin demnach in der Maschine aufgenommen hat. Hier auf YouTube ist das Video zu sehen:

So erklärte der Pilot sein Manöver

Der Pilot beginnt seine Durchsage mit einer Entschuldigung für das „aggressive Manöver“. Er sei von dem B-52-Bomber auf seiner Flugroute überrascht worden. „Es gibt hier kein Radar“, erklärte der Pilot in der Kabinenansage weiter, die in dem veröffentlichten Video zu hören ist. Daher kontrolliere der Tower alles per Sicht und habe ihn gebeten, nach rechts zu fliegen.

Dort befand sich allerdings der B-52-Bomber, der von einer Luftwaffenbasis nicht weit von dem Zivilflughafen Minot entfernt liegt, den die Passagiermaschine ansteuerte. Die Basis habe ein Radar, sagte der Pilot in seiner Durchsage. „Das ist absolut nicht normal“, resümierte der Pilot. Er wisse nicht, warum ihm niemand zuvor Bescheid gegeben habe, dass sich das Militärflugzeug im gleichen Luftraum befindet. Mit den Worten „It's not a fun day at work“ (Es ist kein lustiger Arbeitstag.) und einer nochmaligen Entschuldigung an seine Passagiere beendet der Pilot schließlich seine Durchsage.

Vorfall wird untersucht

Der Vorfall werde untersucht, berichteten US-Medien am Sonntagabend (Ortszeit) weiter unter Berufung auf die Fluggesellschaft SkyWest. Das Flugzeug sei letztlich sicher am Flughafen Minot im Bundesstaat North Dakota gelandet.

Die Airline gibt laut „Washington Post“ an, dass der Tower die Landung erlaubt habe, aber der Pilot ein Ausweichmanöver fliegen musste, weil sich das andere Flugzeug auf seiner Route befand. Die US-Zeitung zeichnete ein solches Manöver anhand der aufgezeichneten Routen des Passagierflugzeuges und des Langstreckenbombers auf der Webseite Flightradar24 nach.

Zusammenstöße und Beinahe-Crashs in vergangenen Monaten

Erst vor Kurzem war es über Sibirien beinahe zu einem Crash zweier Maschinen gekommen. Auf dem Weg nach Italien war eine chinesische Passagiermaschine nach Zeitungsberichten fast mit einem anderen Flugzeug aus China zusammengestoßen, meldet die Deutsche Presseagentur. Die beiden Maschinen flogen mit einem Abstand von lediglich 90 bis 120 Metern aneinander vorbei.

Ende Januar kollidierte in der US-Hauptstadt Washington ein Passagierflugzeug beim Landeanflug mit einem US-Militärhubschrauber. Beide Maschinen stürzten in einen Fluss. 67 Menschen kamen ums Leben.