Autobahn gesperrt: So bereiten sich Rettungskräfte im Allgäu auf die Brenner-Blockade vor

Regelmäßig gibt es auf der A7 am Grenztunnel Füssen Stau. Die A7 steht auch besonders im Fokus, wenn am Samstag (30.05.20206) die Brennerautobahn wegen Protesten blockiert ist.
Stefan Puchner/dpa- Am 30. Mai wird die Brennerautobahn wegen einer Demonstration stundenlang gesperrt.
- Betroffen sind Autobahn und parallel verlaufende Bundes- und Landesstraßen.
- A7 und A96 im Allgäu dürften überlastet sein – Ausweichrouten bieten keine Sicherheit.
- Polizei und Rettungskräfte verstärken Präsenz, Feuerwehren halten Bereitschaften.
- Empfehlung: Fahrten Richtung Tirol vermeiden, Getränke und Verpflegung wegen Hitze mitnehmen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eine Demonstration auf der Brennerautobahn dürfte am 30. Mai zu langen Staus auf der wichtigen Verbindung von Deutschland nach Italien führen. Grund dafür ist eine Demonstration, die auf die immense Verkehrsbelastung in der Region aufmerksam machen soll. Die achtstündige Sperre betrifft nicht nur die Autobahn, sondern auch die parallel verlaufenden Bundes- und Landesstraßen.
Der Protest war lange im Vorfeld angekündigt worden. Dementsprechend konnten sich Verkehrsteilnehmer vorbereiten. So mancher, der die Fahrt nicht verschieben kann, wird eine Ausweichroute nehmen – oder sehenden Auges in den Stau fahren.
Mega-Stau auf der A7 befürchtet
Auch die A7 dürfte stark betroffen sein. Denn sie führt nicht nur zum Brennerpass, sondern auch zu Alternativstrecken wie dem Reschenpass oder einer Route über die Schweiz.
Die Behörden im Allgäu haben reagiert, in diesem Fall die Landkreise Ostallgäu, Oberallgäu und Lindau sowie das Polizeipräsidium Schwaben Südwest. Denn sie sind gefordert, wenn es am Samstag tatsächlich zu den befürchteten „erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen“ kommt.
In einer Pressemitteilung warnt die Polizei vor einer weiteren Gefahr: „Des Weiteren wird der Verkehr weiträumig über die A 96 in Richtung Lindau umgeleitet, was zu einer zusätzlichen Belastung auf dieser Strecke führt. Verkehrsteilnehmer sollten sich darauf einstellen, dass auch die Ausweichstrecken stark überlastet sein werden und keine verlässliche Alternative bieten.“
Extra-Schichten für Polizei und Helfer
Stellvertretend für die betroffenen Landkreise betont der Ostallgäuer Landrat Bernd Stapfner: „Wir bereiten uns gemeinsam auf eine außergewöhnliche Verkehrslage vor. Unser Ziel ist es, im Bedarfsfall schnell und abgestimmt zu handeln.“ Die Belastungen für Anwohner sollten so gering wie möglich gehalten werden.
Die Polizei hat angekündigt, mit starken Kräften vor Ort zu sein. Je nach Lage wolle man den Verkehrsfluss so gut wie möglich steuern. Auch Feuerwehrkräfte sehten in Bereitschaft, falls sie zur Unterstützung gebraucht werden sollten.
Hitze als zusätzliches Problem
Gemeinsam appellieren die Behörden und Retter:
- Vermeiden Sie nicht zwingend notwendige Fahrten in Richtung Tirol.
- Planen Sie Ihre Fahrten sorgfältig und weichen Sie – wenn möglich – auf andere Tage oder sehr weiträumige Strecken aus.
- Bereiten Sie sich auf längere Wartezeiten vor, insbesondere durch die Mitnahme von ausreichend Getränken und Verpflegung, da hohe Temperaturen erwartet werden.
Was am Brenner gilt
Am Samstag ist für Autos und Motorräder ab 10.30 Uhr kein Durchkommen auf der Fahrt von Italien nach Österreich. Für Lastwagen gilt die Sperre bereits ab 7.00 Uhr. Von Österreich in Richtung Süden nach Italien gilt die Sperre wiederum von 11.00 Uhr bis 19.00 Uhr. Für Lastwagen schon ab 9.00 Uhr.
Versorgung sicherstellen – auch in Oberbayern
Auch in Oberbayern sind Polizei und Rettungsdienste bereit. Die Rotkreuz-Kreisverbände in Rosenheim, Traunstein und Miesbach haben sich für verschiedene Szenarien gerüstet. Im Mittelpunkt steht nicht allein die Notfallrettung. Auch Dienste ohne Blaulicht – etwa Hausnotruf, Essen auf Rädern und ambulante Pflege – könnten betroffen sein, wenn sich der Verkehr staut.
Sollte es am Samstag während der Brenner-Sperre zu den befürchteten Mega-Staus kommen, könnte auch die Versorgung von Autoreisenden mit Wasser und weiteren Hilfen nötig werden. Dafür seien unter anderem BRK-Motorräder vorgesehen, da sie auch bei schwieriger Verkehrslage durchkommen können. Die Lage werde fortlaufend beobachtet und bewertet. Etwaige Maßnahmen würden dann in Abstimmung mit den zuständigen Katastrophenschutzbehörden ergriffen, hieß es beim Bayerischen Roten Kreuz.
ADAC ist mit Stauberatern unterwegs
Der ADAC Südbayern kündigte an, ein Stauberater-Team auf die Straße zu schicken. Dazu zählen drei Stauberater auf Motorrädern, ein Wagen als koordinierende Einheit und ein Staubeobachtungsflugzeug. Allerdings seien Tipps für Ausweichrouten wie sonst oft bei Staus dieses Mal wahrscheinlich nicht möglich. Wegen der Abfahrverbote bei Stau müssten Reisende in der Blechlawine ausharren, hieß beim ADAC-Südbayern. Die Stauberater hätten auch Wasser bei sich - und Spielsachen für Kinder.
Größter Verkehrseinsatz der oberbayerischen Polizei
Die Polizei im Süden Bayerns hat ihr Personal aufgestockt. „Wir sind mit der größtmöglichen Stärke im Dienst“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. „Unser Hauptziel ist, dass der Verkehr fließt und die Rettungsgasse freigehalten wird“ - damit im Ernstfall schnell Hilfe an den Ereignisort kommen könne. Es sei der größte Verkehrseinsatz seit Bestehen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.
Mit Material von dpa.


