Auswärtiges Amt warnt Deutsche
: In diesem Land gelten nächtliche Ausgangssperren

Das Auswärtiges Amt spricht Warnungen für Deutsche aus. In diesem Land gibt es im Zuge eines Ausnahmezustands nächtliche Ausgangssperren.
Von
Lisa Klopp-Jaber
Berlin
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Eine Frau schreit, während Soldaten eintreffen, um die Panamericana zu räumen, die aus Protest gegen die Streichung der Dieselsubventionen durch die Regierung von Präsident Noboa gesperrt wurde. +++ dpa-Bildfunk +++

Eine Frau schreit, während Soldaten eintreffen, um die Panamericana zu räumen, die aus Protest gegen die Streichung der Dieselsubventionen durch die Regierung von Präsident Noboa gesperrt wurde.

Dolores Ochoa/dpa

In Ecuador spielt sich seit Wochen ein erbitterter Machtkampf zwischen dem konservativen Präsidenten Noboa auf der einen und Indigenen-Verbänden auf der anderen Seite ab. Auch mit dem Verfassungsgericht liegt Noboa im Streit. Einerseits will er Fragen für ein Referendum am zuständigen Verfassungsgericht vorbei durchsetzen. Andererseits kritisieren Indigenen-Vertreter die Streichung von Treibstoffsubventionen: Dies treffe vor allem ärmere Bevölkerungsgruppen. Ein landesweiter Streik sollte das verhindern.

Nächtliche Ausgangssperren und Ausnahmezustand in Ecuador

Anfang des Monats, am 4. Oktober 2025, wurde in Ecuador ein 60 Tage langer Ausnahmezustand in den Provinzen Bolívar, Cotopaxi, Tungurahua, Chimborazo, Quito/Pichincha, Cuenca/Azuay, Cañar, Orellana, Sucumbios und Pastaza ausgerufen. In den Provinzen Guayas, El Oro, Los Rios, Mañabi und im Kanton Echeandía wurde der Ausnahmezustand bereits am 6. Oktober um 30 weitere Tage verlängert. Nächtliche Ausgangssperren von unterschiedlicher Dauer gelten in mehreren Städten.

Im gesamten Land kann es zu erheblichen Einschränkungen durch Straßensperren und Polizei- und Militärkontrollen kommen. Außerdem können Flughafenzufahrten, Buslinien zwischen und in Städten, Mietwagenfahrten und Transfers zu touristischen Zielen kurzfristig blockiert oder umgeleitet werden.

Warnung an Deutsche in Ecuador

Am 13. Oktober 2025 aktualisierte das deutsche Auswärtige Amt seine Reise- und Sicherheitshinweise für das lateinamerikanische Land Ecuador. Das Auswärtige Amt warnt Deutsche in Ecuador, dass es zu Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten kommen kann. Größere Menschenansammlungen und Demos sollten weiträumig gemieden werden. Deutsche werden aufgerufen, ihren Reisepass im Original stets mitnehmen. Die Ausgangssperren und die Anweisungen der Behörden und Sicherheitskräfte sollten beachten werden.

Ecuador befindet sich zwischen den Ländern Kolumbien und Peru, den zwei größten Produzenten von Kokain weltweit. Obwohl Ecuador lange Zeit als stabil und vergleichsweise sicher galt, hat sich die Situation in den vergangenen Jahren verändert. Ecuador entwickelte sich zu einem bedeutenden Knotenpunkt im internationalen Drogenhandel, was mit einem deutlichen Anstieg der Gewalt einherging. Laut der Ecuadorianischen Beobachtungsstelle für Organisierte Kriminalität wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres über 4600 Tötungsdelikte verzeichnet. Das sind rund 47 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.