Aus Frust über US-Regierung
: US-Geheimdienstler wollte sensible Infos an BND geben

Ein Mitarbeiter des US-Geheimdienstes DIA soll dem BND geheime Informationen angeboten haben – aus Protest gegen die Trump-Regierung. Laut FBI strebte er sogar die deutsche Staatsbürgerschaft an.
Von
dpa
Washington
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Bundesnachrichtendienst: ARCHIV - 05.11.2019, Berlin: Geladene Gäste verfolgen die Eröffnung des Besucherzentrums des Bundesnachrichtendienstes (BND). (zu dpa: «Bericht: US-Geheimdienstler wollte sensible Infos an BND geben») Foto: Wolfgang Kumm/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein ziviler Mitarbeiter des militärischen Geheimdienstes (DIA) ist unter Spionageverdacht festgenommen worden

Wolfgang Kumm/dpa
  • Ein DIA-Mitarbeiter wollte aus Protest gegen Trump geheime Infos an den BND geben.
  • FBI nahm den Mann in Virginia fest und nannte ihn Spionageverdächtig.
  • Der Verdächtige wollte die deutsche Staatsbürgerschaft und bot „Top Secret“-Infos an.
  • Er tauschte Nachrichten mit einem FBI-Agenten, den er für einen ausländischen Vertreter hielt.
  • Ihm droht eine lange Haftstrafe.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Aus Frust über die US-Regierung unter Donald Trump soll ein US-Geheimdienstmitarbeiter dem Bundesnachrichtendienst (BND) einem Bericht zufolge sensible Informationen angeboten haben. Das geht aus einer Recherche des WDR, NDR und der „Süddeutschen Zeitung“ hervor. Demnach soll der BND die US-Behörden prompt über den Vorfall informiert haben.

Der zivile Mitarbeiter des militärischen Geheimdienstes (DIA) war vor gut einer Woche im US-Bundesstaat Virginia unter Spionageverdacht festgenommen worden. Die Bundespolizei FBI hat keine Angaben dazu gemacht, welchem Land der Verdächtige Informationen zukommen lassen wollte. Aus dem Medienbericht geht hervor, dass der Verdächtige den BND schon Anfang März mit einer anonymen E-Mail kontaktiert haben soll.

Eine Sprecherin des BND erklärte auf Anfrage der dpa: „Der Bundesnachrichtendienst nimmt zu Angelegenheiten, die etwaige nachrichtendienstliche Erkenntnisse oder Tätigkeiten betreffen, grundsätzlich nicht öffentlich Stellung. Damit ist keine Aussage getroffen, ob der Sachverhalt zutreffend ist oder nicht.“

FBI: Infos sollten an „befreundete ausländische Regierung“ gehen

Nach der Festnahme am 30. Mai teilte das FBI mit, dass Nathan Vilas L. Zugang zu streng geheimen Informationen der Kategorie „Top Secret“ gehabt und einer „befreundeten ausländischen Regierung“ geheimes Material angeboten habe. Als Grund nannte der Verdächtige in einer E-Mail demnach, dass er nicht mit den „Werten“ der Regierung von US-Präsident Donald Trump einverstanden sei.

Verdächtiger wollte deutsche Staatsbürgerschaft

Der Verdächtige hatte nach Angaben der Ermittler Nachrichten mit einem FBI-Agenten ausgetauscht, den der Verdächtige für einen Vertreter der ausländischen Regierung hielt. Am 1. Mai übergab er Informationen. Nach der Übergabe schrieb L. seinem Gegenüber laut FBI, dass er für seine Dienste gerne die Staatsbürgerschaft des Landes bekommen würde, dem er half. Bei der nächsten vereinbarten Übergabe wurde der Mann vom FBI festgenommen. Im Falle einer Verurteilung wegen Spionage droht dem 28-Jährigen eine lange Haftstrafe.