Auf „Ragasa“ folgt „Bualoi“: Nächster Tropensturm trifft auf Philippinen

Taifun Ragasa hat in Südostasien enorme Schäden angerichtet. Jetzt kommt mit Bualoi der nächste Tropensturm.
Vernon Yuen/dpaNach Super-Taifun „Ragasa“ bedroht schon der nächste Sturm Südostasien. „Bualoi“, bislang als Tropensturm eingestuft, könnte nach Angaben der philippinischen Wetterbehörde Pagasa am Freitag (26.9.) die Region Bicol im Süden der Hauptinsel Luzon treffen.
Auch in anderen Landesteilen warnt die Behörde vor starken Regenfällen, heftigen Winden und Sturmfluten. Die Behörden haben bereits Evakuierungen eingeleitet, Schulen geschlossen und den Schiffsverkehr eingestellt. „Bualoi“, auf den Philippinen „Opong“ genannt, erreicht derzeit Böen von bis zu 135 Kilometern pro Stunde.
„Bualoi“ könnte Vulkan-Lawinen auslösen
Das Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) warnte vor Schlammlawinen, sogenannten Laharen, am Vulkan Mayon in Bicol. Durch den erwarteten Starkregen könnten solche Lawinen entstehen. Es handelt sich dabei um gefährliche Gemische aus Wasser und vulkanischem Material, die wie eine Schlammlawine vom Hang ins Tal stürzen.
„Ragasa“ schwächt sich ab und steuert auf Vietnam zu
Der Sturm wird am Mittag (Ortszeit) in Mong Cai im Nordosten erwartet. Die Behörden rechnen mit Regenfällen und Erdrutschen, Flüge wurden gestrichen oder verschoben. Prognosen zufolge könnte auch „Bualoi“ Kurs auf Vietnam nehmen und sich dabei weiter verstärken.
Stärkster Sturm der Saison
„Ragasa“ ist der 18. Taifun im Pazifik in diesem Jahr und der bislang heftigste. Mit Mittelwinden von mehr als 240 Kilometern pro Stunde erreichte er die Kategorie Super-Taifun. Auf den Philippinen und in Taiwan starben mehr als 20 Menschen.
Alltag in Südchina kehrt zurück
In Südchina und Hongkong sorgte „Ragasa“ für Überschwemmungen, Starkregen und orkanartige Böen. In der Provinz Guangdong nahmen die Behörden Einschränkungen für Nahverkehr und Baustellenarbeiten zurück, Schulen öffneten wieder. Am Flughafen Hongkong starteten wieder Passagiermaschinen, nachdem tags zuvor Hunderte Flüge gestrichen worden waren.
Suche nach Vermissten in Taiwan läuft weiter
In Taiwan korrigierten die Behörden die Zahl der Todesopfer zunächst von 17 auf 14, später stieg sie auf mindestens 15. Im Landkreis Hualien lief ein Staudamm über, Wassermassen zerstörten Ortschaften und rissen eine Brücke weg. Millionen Tonnen Wasser strömten ab, der Pegel sank von 200 auf 120 Meter. Rund 30 Menschen gelten weiter als vermisst, mehr als 50 sind verletzt. Militär und Katastrophenschutz räumen aktuell Straßen frei und verteilen Hilfsgüter. Etwa 3.000 Haushalte hatten zeitweise kein Wasser, auch die Telekommunikation ist weiter gestört. Auch interessant: Unglaubliche Szenen in Bangkok: Hier stürzt eine Straße ein und reißt einen 50 Meter tiefen Krater in die Erde.
