Attentate weltweit
: Diese Staatschefs wurden bei Anschlägen getötet

Das gescheiterte Attentat auf Donald Trump ist kein Einzelfall. Es gibt häufig Anschläge auf Staats- und Regierungsoberhäupter – oft enden diese tödlich.
Von
Elias Hoffmann
Berlin
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Slowakischer Regierungschef Fico angeschossen und verletzt: ARCHIV - 15.05.2024, Slowakei, Bansk- Bystrica: Rettungskräfte bringen den angeschossenen und verletzten slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico auf einer Trage in ein Krankenhaus. Fico war nach einer Kabinettssitzung in der Stadt Handlova angeschossen und verletzt worden. (zu dpa: «Fico nimmt nach Attentat Regierungsgeschäfte wieder auf») Foto: J·n Kroöl·k/TASR/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Rettungskräfte bringen den angeschossenen und verletzten slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico im Mai 2024 auf einer Trage in ein Krankenhaus. Fico war nach einer Kabinettssitzung in der Stadt Handlova angeschossen und verletzt worden. Er überlebte das Attentat.

J·n Kroöl·k/TASR/dpa

Weltkrieg, Völkermord, Pogrome – Attentate auf hochrangige Politikerinnen und Politiker hatten oft weitreichende Auswirkungen und Folgen. Eine Auswahl an getöteten Staats- und Regierungschefs findet ihr hier.

Diese Staats- und Regierungschefs wurden getötet

  • Iulius Caesar († 44 v. Chr.)
  • Franz Ferdinand von Österreich († 1914)
  • Park Chung-hee († 1979)
  • Anwar as-Sadat († 1981)
  • Indira Gandhi († 1984)
  • Olof Palme († 1986)
  • Juvénal Habyarimana († 1994)
  • Yitzhak Rabin († 1995)
  • Benazir Bhutto († 2007)

Caesar: Machtvakuum nach Ermordung des Feldherrn

Die Ermordung von Gaius Iulius Caesar ist bis heute Bestandteil des Geschichtsunterrichts an deutschen Schulen. Der römische Staatsmann wurde am 15. März 44 v. Chr. während einer Senatssitzung im Theater des Pompeius durch zahlreiche Dolchstiche ermordet. Die Täter: eine Gruppe Senatoren. Sein Tod führte zu einem Machtvakuum und einer Mordserie. Letztlich kam es zur Auflösung der Römischen Republik.

Franz Ferdinand: Attentat als Auslöser des Ersten Weltkriegs

Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este hat die Geschicke der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn nie geleitet. Dennoch hatte der Thronfolger als sogenannter Generalinspektor der gesamten bewaffneten Macht wichtige militärische Funktionen in der Habsburger Monarchie inne. Bei einem Besuch am 28. Juni 1914 in Sarajevo wurde Franz Ferdinand durch Gavrilo Princip mit zwei Pistolenschüssen getötet. Das löste eine Kette von Ereignissen aus, die den Ersten Weltkrieg entfachten.

Park: Geheimdienstchef tötet Präsidenten

Im Rahmen eines Putschversuchs wurde der südkoreanische Präsident Park Chung-hee am 26. Oktober 1979 vom damaligen Geheimdienstchef Kim Jae-gyu getötet. Kim und weitere Verschwörer wurden im darauffolgenden Jahr hingerichtet. Fünf Jahre zuvor war Parks Frau bei einem Attentat ums Leben gekommen.

as-Sadat: Fundamentalisten gegen Versöhnung mit Israel

Am 6. Oktober 1973 griffen Ägypten um Anwar as-Sadat und Syrien Israel am höchsten jüdischen Feiertag an: der Jom-Kippur-Krieg. Acht Jahre später wurde der ägyptische Präsident as-Sadat aufgrund seiner Versöhnung mit Israel ermordet. Während einer Militärparade in Kairo erschossen Militanten der ägyptischen Armee ihren Staatschef. Der einstige Kriegstreiber hatte 1977 den Kurs gewechselt. Für den Aussöhnungsprozess verlieh ihm das Nobelkomitee 1978 den Friedensnobelpreis.

Gandhi: Von eigenen Leibwächtern hingerichtet

Indira Gandhi war am 31. Oktober 1984 in Neu-Delhi auf dem Weg zu einem Interview mit der britischen Rundfunkanstalt BBC, als es geschah. Im Vorgarten ihres Bungalows erschossen ihre eigenen Leibwächter die Premierministerin Indiens. Die Täter, die der Sikh-Religion angehörten, gaben 22 Schüsse auf Gandhi ab. Als Reaktion auf das Attentat kam es in Indien zu Anti-Sikh-Pogromen. Fanatische Anhänger des Hinduismus schlachteten in den Tagen nach Gandhis Ermordung mehrere tausend Sikhs ab.

Palme: Auf offener Straße erschossen

Erst nach mehr als drei Jahrzehnten hat die schwedische Kripo den Mord an Ministerpräsident Sven Olof Joachim Palme aufgeklärt. Inzwischen ist klar: Stig Engström, ein Einzeltäter. Der damals 52-Jährige tauchte nach seinem Attentat nicht ab. Am Morgen nach den Schüssen meldete er sich als Zeuge, wurde mehrmals von Ermittlern befragt. Trotzdem dauerte es bis 2020 – Engström war längst tot – bis er als mutmaßlicher Täter enttarnt wurde. Es steht nun fest, dass er den schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme am Abend des 28. Februar 1986 auf offener Straße erschoss, als sich Palme auf dem Heimweg von einem Kino-Besuch befand.

Habyarimana: Der Völkermord in Ruanda

Am 6. April 1994 wurde das Flugzeug mit dem ruandischen Präsidenten Juvénal Habyarimana, Angehöriger der Volksgruppe der Hutu, und dem burundischen Präsidenten Cyprien Ntaryamira während der Landephase in Richtung Kigali von mindestens einer Rakete abgeschossen. Dieser Angriff gilt als Auslöser des Völkermords, der laut Vereinten Nationen in den folgenden drei Monaten mehr als 800.000 Todesopfer forderte. Radikale Hutus ermordeten etwa 75 Prozent der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit.

Rabin: Rückschlag für Friedensprozess im Nahen Osten

Gemeinsam mit PLO-Chef Jassir Arafat vereinbarte der israelische Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin das Osloer Abkommen, ein Frieden zwischen Palästinensern und Israelis war greifbar. Dafür erhielten Rabin und Arafat den Friedensnobelpreis. Das missfiel Hardlinern. Im Rahmen einer großen Friedenskundgebung am Abend des 4. November 1995 in Tel-Aviv erschoss ein rechtsextremer israelischer Jurastudent Jitzchak Rabin. Mit zwei Schüssen von hinten niedergestreckt. Davon erholte sich Israel nicht, der Friedensprozess kam in den folgenden Jahren zum Erliegen.

Bhutto: Hoffnung auf Demokratie schwindet

Sie war von 1988 bis 1990 und von 1993 bis 1996 Premierministerin von Pakistan. Ab 2007 strebte Benazir Bhutto erneut das Amt der Premierministerin an. Doch zwei Wochen vor der geplanten Parlamentswahl wurde Butto bei einem Selbstmordattentat in Rawalpindi getötet. Mit ihr starben 23 weitere Menschen. Ihr Tod stürzte Pakistan ins Chaos. Für viele schwand damit auch die Aussicht auf Demokratie.

Vier US-Präsidenten wurden bereits im Amt getötet. Auf diese amerikanischen Staats- und Regierungschefs gab es Anschläge.