Atomwaffen im All: Warnung aus den USA - Russland soll an Atomwaffen fürs Weltall arbeiten

In den USA gibt es Warnungen, dass Russland an Atomwaffen arbeitet, die auch im Weltall eingesetzt werden können.
Sergei Chirikov/dpaDie Aufrüstung mit Atomwaffen wird aktuell wieder heftig diskutiert. Erst ließ der Krieg Russlands gegen die Ukraine die Sorgen vor dem Einsatz von Atomwaffen wachsen, später wird immer lauter über eigene Atomwaffen in Europa gesprochen. Jetzt gibt es Warnungen aus den USA, Russland könnte an Atomwaffen im Weltall arbeiten. Hier gibt es alle Infos:
Arbeitet Russland an Atomwaffen im All?
Nach Informationen der „New York Times“ sind die jetzt diskutierten nuklearen Fähigkeiten Russlands noch in der Entwicklung und bislang nicht zum Einsatz gekommen. Eine akute Gefahr bestehe daher nicht. Fox News berichtete, mit einem Einsatz nuklearer Systeme gegen Satelliten ließe sich möglicherweise militärische Kommunikation und Aufklärung der USA ausschalten.
Die „New York Times“ schrieb zudem, die USA hätten den Kongress und Verbündete in Europa über die Pläne Moskaus informiert. Denkbar ist allerdings, dass in Europa zunächst nur Großbritannien eingeweiht wurde. Mit diesem Land pflegen die Amerikaner eine besonders enge geheimdienstliche Kooperation.
Weißes Haus: keine unmittelbare Gefahr
Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates der USA, John Kirby, bestätigte am Donnerstagabend, dass Russland militärische Fähigkeiten zum Einsatz gegen Satelliten im Weltall entwickle - die spezifische Art der Bedrohung ließ er dabei offen. Kirby betonte, es bestehe keine unmittelbare Gefahr für die Sicherheit „von irgendjemandem“. Es handele sich nicht um eine „aktive Fähigkeit“ oder eine Waffe, mit der man Menschen angreifen könne. Man beobachte aber Russlands Aktivitäten und nehme die Situation sehr ernst.
Auch US-Abgeordnete beruhigen
Mehrere Abgeordnete aus dem US-Repräsentantenhaus, die in Geheimdienstinformationen eingeweiht werden, bemühten sich nach den Medienberichten, der allgemeinen Aufregung entgegenzuwirken. Sie betonten – ohne näher auf Inhalte einzugehen, es handele sich zwar um eine ernste Angelegenheit, aber keineswegs um eine akute Krise. Auch der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, versicherte: „Es besteht kein Grund zur öffentlichen Beunruhigung.“ Der kanadische Verteidigungsminister Bill Blair nannte die Berichte bei dem Nato-Treffen in Brüssel hingegen besorgniserregend.
Pistorius hat keine Kenntnisse über russische Atomwaffen im All
Verteidigungsminister Boris Pistorius sagte am Donnerstag am Rande eines Nato-Treffens in Brüssel, ihm lägen bislang keine Erkenntnisse darüber vor, dass Russland möglicherweise atomare Anti-Satelliten-Waffen im Weltraum stationieren wolle. Er kündigte allerdings an, dass er sich mit Partnern darüber austauschen werde. „Diese Meldungen sind meines Wissens sehr, sehr neu, jedenfalls für mich“, sagte der SPD-Politiker.
Pistorius warnte davor, vorschnell Antworten zu geben oder zu glauben, welche zu haben. „Wir müssen die technischen Fragen klären und dann sehen, was daraus folgert“, sagte er.
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg wollte sich am Donnerstag zunächst nicht näher zu dem Thema äußern. Er bestätigte bei der Pressekonferenz nach dem Verteidigungsministertreffen lediglich, dass ständig Geheimdienstinformationen ausgetauscht würden. Man habe Auswirkungen neuer Erkenntnissen stets im Auge.
Weltraumvertrag verbietet Atomwaffen auf Erdumlaufbahn
Weil es der internationale Weltraumvertrag verbietet, Atomwaffen auf einer Erdumlaufbahn zu platzieren, wird aktuell davon ausgegangen, dass sich keine nuklearen Waffen im All befinden. Ganz klar ist dies aber nicht, da einige Raummissionen recht undurchsichtig sind. Allgemein gilt, dass der Weltraum auch militärisch genutzt werden kann – nicht aber, um mit Gewalt Konflikte auszutragen.
Als sicher gilt, dass eine explodierende Atombombe auf einer erdnahen Umlaufbahn enorme Schäden anrichten würde. Sämtliche Elektronik, etwa Satelliten, die wir für Kommunikation, Navigation oder Erdbeobachtung nutzen, würden zerstört werden und so die Kapazitäten der Nationen im Weltraum außer Kraft gesetzt. Resistent gegen einen solchen Angriff könnten lediglich gehärtete, also besonders gesicherte Satelliten sein, von denen es aber mutmaßlich nicht viele gibt.
(mit Material von AFP und dpa)


Die Sozialdemokratin Katarina Barley hat die Anschaffung eigener EU-Atombomben in Erwägung gezogen. Das hat eine Debatte ausgelöst, die auf die Drohung des Dauerlügners Trump reagiert, Europa den amerikanischen Schutz zu entziehen. Sowohl die Debatte als auch die Drohung sind ernst zu nehmen.