Wegen der drohenden Energie-Knappheit im Winter drängt die CDU in Baden-Württemberg auf etwas längere Laufzeiten der Atomkraftwerke in Deutschland. Grundsätzlich halte man am beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie fest, heißt es in einem Positionspapier des CDU-Landesvorstands, aber „angesichts der drohenden Notsituation darf man in dieser Krise auf bestehende Kapazitäten, die sicher erzeugt werden können, nicht verzichtet werden.“ Für die baden-württembergische CDU sei es daher auch falsch, in dieser Lage die drei verbliebenen deutschen Meiler - darunter das AKW Neckarwestheim II im Kreis Heilbronn - zum Jahresende abzuschalten.

Ein AKW deckt ein Sechstel des Energiebedarfs

Die baden-württembergische CDU hielt der Ampel-Bundesregierung am Montag vor, eine längere Laufzeit nicht wie versprochen ergebnisoffen geprüft zu haben - und das trotz der absehbaren Folgen des Ukriane-Kriegs auf die russischen Energielieferungen. „Über einen befristeten Weiterbetrieb über das Jahresende hinweg muss jetzt entschieden werden“, heißt es in dem Postionspapier weiter. Allein der Meiler in Neckarwestheim würde ein Sechstel des Stroms in Baden-Württemberg produzieren. Darauf könne im Winter, in dem nach Einschätzung der Bundesregierung eine Energie-Notlage drohe, nicht verzichtet werden.
Verlängerung der AKW-Laufzeiten Sogar Gundremmingen könnte reaktiviert werden

Berlin

Umweltministerium hält längere Laufzeiten für möglich

Auch das Umweltministerium in Baden-Württemberg zeigt sich der Forderung der CDU nicht gänzlich abgeneigt. So hieß es am Wochenende aus dem Ministerium, dass Atomkraftwerke theoretisch länger als geplant am Netz bleiben und noch bis ins kommende Jahr hinein laufen könnten. Ein Sprecher erklärte: „Die Brennstäbe könnten bis Februar halten, mit 50 Prozent weniger Leistung.“ Diese Annahme sei dabei aber rein hypothetisch. Die baden-württembergische Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) hat mehrfach erklärt, dass sie eine Verlängerung der Laufzeit trotz der drohenden Energiekrise nicht für nötig hält.