Armutsbericht 2024 für BW
: Rekord bei Armut im reichen Südwesten – 1,5 Millionen Menschen betroffen

Laut aktuellem Armutsbericht leben inzwischen 13,2 Prozent der Menschen im Südwesten unter der Armutsgrenze – ein neuer Höchststand. Besonders betroffen: Alleinerziehende, Rentner und junge Erwachsene.
Von
dpa
Stuttgart
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Rentner gehören zu der Gruppe der Betroffenen.

Marijan Murat/dpa
  • Armutsquote in BW steigt 2024 auf 13,2% (1,5 Mio. Menschen betroffen).
  • Alleinerziehende, Rentner und junge Erwachsene besonders betroffen.
  • BW hat zweitniedrigste Armutsquote nach Bayern, Schlusslicht ist Bremen.
  • Bundesweite Armutsquote bei 15,5%, stieg um 1,1 Prozentpunkte.
  • Wohlfahrtsverband fordert bessere Löhne, Grundsicherung, Mindestrente und bezahlbaren Wohnraum.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auch im reichen Südwesten gelten immer mehr Menschen als arm. 13,2 Prozent der Menschen in Baden-Württemberg lebten im Jahr 2024 in Armut - 160.000 mehr als noch im Vorjahr, wie aus dem Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands hervorgeht. Damit sei die Armutsquote auf einen weiteren Höchststand gestiegen. 1,5 Millionen Menschen seien im Land betroffen. „Das ist für ein reiches Land ein Armutszeugnis“, betonte Ulf Hartmann, Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg.

Besonders einkommensarme Menschen wie Alleinerziehende, junge Erwachsene und Rentner hätten in den vergangenen Jahren immer mehr an Kaufkraft verloren, so der Verband.

Süden mit zweitniedrigster Armutsquote

Im Ländervergleich liegt Baden-Württemberg aber immer noch weit oben: Der Südwesten weist die zweitniedrigste Armutsquote nach Bayern (11,8 Prozent) auf. Deutsches Schlusslicht ist Bremen - 25,9 Prozent der Menschen leben hier in Armut. Bundesweit liegt die Armutsquote bei 15,5 Prozent - und ist im vergangenen Jahr um 1,1 Prozentpunkte gestiegen.

Der Wohlfahrtsverband fordert bessere Erwerbseinkommen, den Ausbau der Grundsicherung und eine armutsfeste Mindestrente. Ein wichtiger Schritt sei zudem die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum und Hilfe für Familien mit geringem Einkommen.

Als arm gilt nach einer EU-Konvention, wer mit seinem Haushaltseinkommen unterhalb von 60 Prozent des zuvor errechneten mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung liegt.