ARD-Studio in Kiew zerstört: Tote und Verletzte nach russischem Angriff mit 600 Drohnen und 90 Raketen

Bei einem schweren russischen Drohnen- und Raketenangriff auf die Hauptstadt wurde auch das zentral gelegene ARD-Studio massiv beschädigt und in Teilen zerstört.
WDR Westdeutscher Rundfunk/dpa- Schwerer russischer Angriff auf Kiew: vier Tote, 69 Verletzte, massive Schäden im Zentrum.
- Russland griff mit 600 Drohnen und 90 Raketen an – 549 Drohnen und 55 Raketen abgefangen.
- Atomfähige Oreschnik-Rakete traf Bila Zerkwa, ARD-Studio in Kiew teilweise zerstört.
- WDR meldet eingestürzte Wände und zerstörte Technik, keine Verletzten im Studio.
- Kritik von Merz, von der Leyen und Kallas; Selenskyj fordert mehr Luftabwehr und Waffen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die massiven russischen Angriffe auf Ziele in der Ukraine insbesondere mit der neuartigen, atomwaffenfähigen Oreschnik-Mittelstreckenrakete haben am Wochenende für Empörung bei den Verbündeten Kiews gesorgt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verurteilte den Oreschnik-Einsatz am Sonntag im Onlinedienst X als „rücksichtslose Eskalation“. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einer „Verzweiflungstat“ der russischen Seite. Bei den Angriffen gab es in Kiew und Umgebung vier Tote und 69 Verletzte.
Russland hatte die Ukraine in der Nacht zu Sonntag nach ukrainischen Angaben mit ingesamt 600 Drohnen und 90 Raketen attackiert. 549 Drohnen und 55 Raketen konnten demnach abgefangen werden. Dass dabei auch die atomwaffenfähige Oreschnik-Rakete zum Einsatz kam, bestätigte das russische Verteidigungsministerium am Sonntag. Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge schlug die Rakete in der Stadt Bila Zerkwa in der Region Kiew ein.
Wie Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko am Sonntagmorgen mitteilte, waren in der Hauptstadt zwei Tote zu beklagen. Zwei weitere Tote gab es nach Angaben von Verwaltungschef Mykola Kalaschny in der umliegenden Region Kiew. Zudem wurden 69 Verletzte gemeldet. Weitere Verletzte gab es in den Regionen Charkiw, Tscherkassy und Dnipropetrowsk.
ARD-Studio in Kiew teilweise zerstört
Auch das ARD-Studio im Zentrum Kiews wurde durch die russischen Angriffe teilweise zerstört. Wie der Westdeutsche Rundfunk mitteilte, stürzten wahrscheinlich durch Druckwellen Wände ein. Außerdem gingen Fenster zu Bruch, Räume wurden verwüstet und Technik zerstört. Da sich in der Nacht keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Studio befanden, wurde niemand verletzt. Beschädigt wurden auch ein Büro der Deutschen Welle und Räume der Weltgesundheitsorganisation (WHO). WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus zufolge gingen dabei Scheiben zu Bruch – Verletzte habe es aber nicht gegeben.
Merz zeigte sich entsetzt über den Oreschnik-Einsatz und hob auf X hervor: „Deutschland steht weiter fest an der Seite der Ukraine“. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte am Sonntag in dem Onlinedienst, „Terror gegen Zivilisten“ sei „kein Zeichen von Stärke“, sondern eine „Verzweiflungstat“. Ähnlich äußerte sich die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. Russland sei „auf dem Schlachtfeld in eine Sackgasse geraten, also terrorisiert es die Ukraine“, schrieb Kallas am Sonntag im Onlinedienst X.
Macron warnte Lukaschenko wegen Oreschnik-Raketen
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach bei X ebenfalls von einer „Sackgasse“, in die sich Moskau manövriert habe. In einem Telefonat am Sonntag warnte er den belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko vor einem Eingreifen in den Krieg. Belarus ist ein Verbündeter Russlands, auf dessen Staatsgebiet Moskau Oreschnik-Raketen stationiert hat. Es war das erste Telefonat zwischen den beiden Staatschefs seit Februar 2022.
Die Oreschnik-Rakete ist eine atomwaffenfähige Mittelstreckenrakete, die nach Angaben des Kreml eine Geschwindigkeit von mehr als 12.000 Kilometern pro Stunde und Ziele in 3000 bis 5500 Kilometern Entfernung erreichen kann. Laut Kreml-Chef Wladimir Putin ist es selbst für moderne Luftabwehrsysteme „unmöglich“, die Rakete abzufangen.
Selenskyj hatte vor Angriff mit Oreschnik-Raketen gewarnt
Angesichts der Angriffe rief Selenskyj die Verbündeten der Ukraine zur Aufstockung ihrer Hilfen auf. „Ich bin allen dankbar, die jetzt ihre Unterstützung der Ukraine ausdrücken“, erklärte er in Onlinediensten. „Es bedarf aber auch konkreter Schritte, um die Luftabwehr zu verstärken. Die Waffenlieferungen dürfen keinen Tag gestoppt werden“, fügte er hinzu. Selenskyj hatte schon am Samstag vor einem Angriff mit Oreschnik-Raketen gewarnt. Moskau hatte zuvor wegen eines ukrainischen Drohnenangriffs auf die russisch besetzte Region Luhansk mit Vergeltung gedroht.
Bei ukrainischen Angriffen auf Ziele in den Grenzregionen Belgorod und Brjansk wurden nach russischen Angaben unterdessen am Montag zwei Menschen getötet. In Belgorod wurde demnach ein Fahrzeug von einer Drohne getroffen, wobei ein Zivilist getötet worden sei. In Brjansk kam demnach bei einer Attacke in der Ortschaft Belaja Berjoska nach Angaben des amtierenden Gouverneurs ein Mann ums Leben.
Weitere Tote bei Angriffen in der Ostukraine
In der Ostukraine wiederum kamen bei russischen Angriffen am Montag ebenfalls zwei Menschen ums Leben, 19 weitere wurden verletzt, wie die Behörden vor Ort mitteilten. Der Angriff auf die Stadt Derhatschi in der Region Charkiw traf demnach ein ziviles Unternehmen, ein Geschäft und Fahrzeuge.
Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit Angriffen. Die Ukraine reagiert mit Gegenangriffen auf russisches Staatsgebiet. Die Verhandlungen über eine Beendigung der Kämpfe liegen derzeit auf Eis.

