Arbeitskampf von Verdi: Warnstreiks an 13 deutschen Flughäfen legen Flugverkehr lahm

Verdi-Warnstreik an deutschen Flughäfen: Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes und der Bodenverkehrsdienste für Montag zu einem 24-stündigen Warnstreik an 13 Flughäfen aufgerufen.
Christophe Gateau/dpa- Verdi ruft zu einem 24-Stunden-Warnstreik an 13 Flughäfen auf, beginnend am Montag um Mitternacht.
- Betroffen sind mehrere Flughäfen in Deutschland; 3.400 Flüge fallen aus, 510.000 Passagiere betroffen.
- Streiks betreffen öffentliche Dienstleister und Luftsicherheitsbereiche.
- Verdi fordert acht Prozent mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen.
- Nächste Tarifverhandlungen am 14. und 26./27. März.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Gewerkschaft Verdi hat ihre Warnstreiks an 13 deutschen Flughäfen begonnen und damit große Teile des Flugverkehrs lahmgelegt. Seit 0 Uhr sind Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst der Flughafenbetreiber, den Bodenverkehrsdiensten und den Luftsicherheitsbereichen in verschiedenen Tarifkonflikten im Ausstand, wie ein Sprecher der Gewerkschaft bestätigte. Der Warnstreik soll 24 Stunden dauern. An einigen Orten, etwa in Frankfurt oder Berlin, sind am Morgen Kundgebungen der Streikenden geplant.
An einzelnen Flughäfen begannen die Aktionen erst mit Betriebsbeginn in den frühen Morgenstunden. Am Hauptstadtflughafen BER etwa waren zur ersten Schicht um 3.30 Uhr bis auf wenige Streikposten kaum Beschäftigte vor Ort, sagte Gewerkschaftssekretär Enrico Rümker am Morgen. Starts und Landungen wird es dort voraussichtlich keine geben. Mit einem großen Chaos am BER rechnete Rümker nicht. In den vergangenen Jahren habe es bei Streiks durch die rechtzeitigen Ankündigungen auch keine Probleme gegeben. Der Berliner Flughafen hatte bereits vorab mitgeteilt: „Sämtliche geplanten Abflüge und Ankünfte werden von den Streiks betroffen sein und können daher nicht stattfinden.“
Reduzierter Flugplan am Stuttgarter Flughafen
Am Flughafen Stuttgart lief der Betrieb am Morgen mit reduziertem Plan an. Über die Hälfte der Flüge - 98 von 177 - werden nach Angaben einer Flughafensprecherin gestrichen, verschoben oder an andere Flughäfen verlegt. Am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden fallen 16 von 17 Flügen aus.
Allein in Stuttgart waren von dem Ausstand rund 15.000 Passagiere betroffen, am Baden-Airport (Karlsruhe/Baden-Baden) waren es einem Sprecher zufolge etwa 3000 Passagiere. Flieger konnten hier bis auf einen nach Wien nur leer abheben, ankommende Flugzeuge konnten am Baden-Airport aber normal mit Fluggästen landen.
An den Terminals beider Flughäfen war es am Morgen ziemlich leer: Die meisten Fluggäste hatten sich auf die Warnstreiks eingestellt; sie hatten umgebucht und waren gar nicht erst gekommen. Nur wenige Menschen standen am Baden-Airport am frühen Morgen vergeblich am Schalter; sie hatten die Infos vom Ausstand zu spät bekommen, so ein Flughafensprecher.
Wer von Stuttgart abfliegen konnte - immerhin fanden dort 80 Flüge statt - hatte zumindest am Morgen kaum Wartezeiten, berichtete eine Flughafensprecherin. Der Betrieb sei einigermaßen gut angelaufen. Verdi sprach von einem verzögerten Betrieb. Passagiere würden teils auch mit Bussen zu Ausweichflughafen wie Friedrichshafen gefahren.
Auch in Düsseldorf zeigten die Anzeigetafeln am Morgen viele gestrichene Flugverbindungen an, wie ein dpa-Reporter berichtete. Einen kompletten Stillstand schien es in der NRW-Landeshauptstadt aber nicht zu geben. Vereinzelt konnten Flugreisende demnach in der Frühe zumindest einchecken und ihr Gepäck aufgeben. Ein Ehepaar sagte, dass es per Bustransfer zum nicht vom Streik betroffenen Flughafen in Münster gebracht und von dort seine Reise antreten solle.
Den Flughafen Frankfurt werde am Montag kein Passagierflugzeug verlassen, teilte ein Sprecher der Verkehrsleitung am Morgen mit. Von 1116 Starts und Landungen mit zusammen rund 150.000 Passagieren wurden in Frankfurt den Angaben zufolge 1054 annulliert. Laut dem Sprecher soll es nur einige Ankünfte von Flugzeugen geben - teils mit Passagieren, teils leer.
Nach einer Schätzung des Flughafenverbands ADV vor Streikbeginn fallen allein wegen des Ausstands im öffentlichen Dienst und bei den Bodenverkehrsdiensten insgesamt voraussichtlich mehr als 3400 Flüge aus, und rund 510.000 Passagiere können ihre Reisen nicht wie geplant antreten.
Warnstreiks noch größer als geplant
Den bereits seit Freitag angekündigten Warnstreiks im öffentlichen Dienst sollen sich heute auch Beschäftigte der Luftsicherheitsbereiche anschließen, wie Verdi am Samstag ankündigte. Diese arbeiten in der Fluggastkontrolle, der Personal-, Waren- und Frachtkontrolle sowie in Service-Bereichen. Für sie wird derzeit ein neuer Manteltarifvertrag mit den Arbeitgebern im Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) verhandelt. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 26. und 27. März angesetzt.

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes und der Bodenverkehrsdienste für Montag zu einem 24-stündigen Warnstreik an elf Flughäfen aufgerufen.
Andreas Arnold/dpaFür den öffentlichen Dienst ist die nächste Verhandlungsrunde für diesen Freitag (14. März) in Potsdam geplant. Derweil sollen die Warnstreiks auch in anderen Einrichtungen des Bundes und der Kommunen in dieser Woche weitergehen.
Von den Warnstreiks in beiden Tarifkonflikten sind folgende Flughäfen betroffen: Hamburg, Bremen, Hannover, Berlin, Düsseldorf, Dortmund, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, Frankfurt, Stuttgart und München. An den Airports Weeze bei Düsseldorf und Karlsruhe/Baden-Baden sind nur Beschäftigte des Luftsicherheitsbereichs zum Ausstand aufgerufen.
Forderungen der Gewerkschaft
Die Gewerkschaft fordert in den Tarifverhandlungen von Bund und Kommunen unter anderem acht Prozent mehr Lohn, mindestens aber monatlich 350 Euro mehr, sowie drei zusätzliche freie Tage. Die Arbeitgeber legten bisher kein konkretes Angebot vor. Das sorge für „reichlich Unmut“ und viele Diskussionen bei den Beschäftigten, sagte Gewerkschaftssekretär Rümker der dpa. „Die Erwartung ist schon da, dass es jetzt am Wochenende bei den Tarifverhandlungen vorangeht.“
In der Luftsicherheit fordert Verdi unter anderem die Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, 30 Tage Urlaub und Zusatzurlaub für Schichtarbeit sowie die freie Arztwahl bei den regelmäßigen verpflichtenden ärztlichen Eignungsuntersuchungen der Beschäftigten. Die im BDLS organisierten Arbeitgeber kritisierten die Warnstreikausweitung, Verhandlungsführer Christian Huber bezeichnete sie als „nicht zielführend“.
In der laufenden Tarifrunde des öffentlichen Dienstes wurden bereits die Flughäfen in Köln, Düsseldorf, Hamburg und München bestreikt, wo es jeweils zu zahlreichen Flugausfällen gekommen war. Laut ADV waren davon bereits 800.000 Passagiere betroffen.

