Antje Kunstmann (77) gestorben: Was war die Todesursache?
Antje Kunstmann ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Was zur Todesursache bekannt ist und wie die Verlegerin die deutsche Buchbranche geprägt hat.
IMAGO / HRSchulzDie deutsche Verlegerin Antje Kunstmann ist tot. Wie der Verlag Antje Kunstmann mitteilte, starb seine Gründerin bereits am 16. September 2026 in München. Sie wurde 77 Jahre alt. Zu einer möglichen Todesursache wurden bislang keine Angaben gemacht. Antje Kunstmann gehörte über Jahrzehnte zu den prägenden Persönlichkeiten der unabhängigen deutschen Buchbranche. 1976 gründete sie den Weisman Verlag/Frauenbuchverlag, aus dem Anfang der 1990er-Jahre der Verlag Antje Kunstmann hervorging.
Todesursache von Antje Kunstmann nicht bekannt
Woran Antje Kunstmann gestorben ist, ist aktuell nicht bekannt. Bekannt ist lediglich, dass Kunstmann am 16. September 2026 in München starb. Ihr Verlag machte ihren Tod wenige Tage später öffentlich. In der Mitteilung würdigte der Verlag seine Gründerin mit persönlichen Worten. Kunstmann habe mit der „Großzügigkeit und Güte ihres Herzens“, ihrem Witz, ihrer geistigen Wachheit und ihrem literarischen Geschmack das kulturelle Leben sowie die deutschsprachige und internationale Buchbranche geprägt. Weiter heißt es: „Ihr Lachen, ihre Lebensfreude, ihre Zuversicht, ihre Zuneigung, ihre Herzenswärme werden uns sehr fehlen.“
Antje Kunstmann gründete ihren Verlag 1976
Antje Kunstmann wurde am 15. Mai 1949 in Bad Kissingen geboren. Sie studierte Erziehungswissenschaften in Frankfurt am Main und München und arbeitete anschließend als Lektorin. 1976 machte sie sich selbstständig und gründete den Weisman Verlag/Frauenbuchverlag. Nachdem Peter Weismann den Verlag 1984 verlassen hatte, entwickelte sich daraus Anfang der 1990er-Jahre der Verlag Antje Kunstmann. Über Jahrzehnte leitete Kunstmann das Unternehmen persönlich. 2023 übergab sie die Amtsgeschäfte an ihren Sohn Moritz Kirschner, der bereits zuvor als Lektor im Verlag gearbeitet hatte. Auch danach blieb Kunstmann dem Verlegen verbunden und hielt weiter Ausschau nach neuen Stimmen, Themen und Stoffen.
Erfolgreiche Autoren und ein vielseitiges Programm
Zum Programm des Verlags gehören unter anderem Kinderbücher, illustrierte Bücher, internationale Literatur und Sachbücher. Besonders erfolgreich waren Bücher des Autors und Kolumnisten Axel Hacke. Auch Werke von Kristof Magnusson, Tim Parks und Véronique Olmi erschienen bei Kunstmann. Weitere Verkaufserfolge waren unter anderem eine Biografie über Fußballtrainer Pep Guardiola, die Autobiografie von Philipp Lahm sowie das Buch „Das Weltwissen der Siebenjährigen“ von Donata Elschenbroich. Kunstmann hatte zudem ein besonderes Faible für Humor und Karikatur. Sie veröffentlichte unter anderem Arbeiten von Marie Marcks, Achim Greser, Heribert Lenz und Fritz Eckenga. Gleichzeitig fanden gesellschaftliche und politische Themen einen festen Platz im Verlagsprogramm. 2018 erschienen etwa die Protokolle des NSU-Prozesses im Kunstmann Verlag.
Vielfach ausgezeichnete Verlegerin
Für ihre Arbeit wurde Antje Kunstmann mehrfach ausgezeichnet. Sie erhielt unter anderem die Auszeichnungen „Verlegerin des Jahres“ und „BücherFrau des Jahres“. 2022 wurde sie mit dem Kurt-Wolff-Preis geehrt. Auch das Bundesverdienstkreuz wurde ihr verliehen. In der Branche galt Kunstmann als Verlegerin, die großen Wert auf persönliche Beziehungen zu Autoren und Mitarbeitern legte. Ihren Verlag führte sie über Jahrzehnte bewusst als vergleichsweise kleines und unabhängiges Unternehmen. Ihr Sohn Moritz Kirschner bestätigte ihren Tod gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Der Verlag verabschiedete sich von seiner Gründerin mit den Worten: „Ach Antje, diese Lücke, diese unermessliche Lücke.“
