Anschlag auf Weihnachtsmarkt Magdeburg: Wut, Trauer, Fassungslosigkeit – so sind die Reaktionen im Netz

Nach Todesfahrt auf Weihnachtsmarkt in Magdeburg: Eine Frau legt am Gedenkort an der Johanniskirche ein Plüschtier nieder.
Jan Woitas/dpa- Bei einem mutmaßlichen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg am 20. Dezember fuhren Autos in eine Menschenmenge, was Tote und Verletzte zur Folge hatte.
- Auf sozialen Medien bekunden Menschen weltweit ihr Beileid und zeigen Bestürzung.
- Fragen zur Sicherheit und Kritik an der Instrumentalisierung des Ereignisses durch rechte Gruppen sind präsent.
- Politiker und Bürger äußern sich auf Facebook, Instagram und X.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Magdeburg ist auf dem Weihnachtsmarkt am Freitagabend, 20. Dezember, ein Auto in eine Menschenmenge gefahren. Der mutmaßliche Anschlag forderte Tote und Dutzende Verletzte. Weltweit zeigen sich Menschen bestürzt über das Ereignis.
Zahlreiche Politiker haben sich bereits über die sozialen Medien zu Wort gemeldet und ihr Beileid bekundet. Aber wie sieht es bei den Bürgern aus? Wie reagieren sie, welche Fragen haben sie? Wir haben uns auf Facebook, Instagram und X (ehemals Twitter) umgeschaut.
Fragen zum Anschlage in Magdeburg auf Facebook
Trauer und Bestürzung über den mutmaßlichen Anschlag in Magdeburg lassen sich zahlreich auch auf Facebook finden – so zum Beispiel unter einem Beitrag der Tagesschau. Viele Nutzer zeigen sich schockiert darüber. Userin Vera Leis hofft, dass man noch die Schwerverletzten retten kann und kommentiert: „Mein Mitgefühl gilt auch den vielen Menschen am Tatort, Ersthelfern, Polizei usw., die unmittelbar Zeuge wurden. (...) Ich hoffe auch auf eine seriöse und faktenbelegte Berichterstattung.“
Auch User Marco Barrios dankt in einem Kommentar allen Rettungskräften, hat aber im gleichen Atemzug auch einen Appell an rechte Stimmungsmacher: „Jegliche rassistische Äußerungen, egal welcher Art, haben hier nichts zu suchen, denn falsche, böse und kranke Menschen gibt es in jeder Kultur und in jedem Land auf dieser Welt!“
Viele Fragen zum mutmaßlichen Anschlag in Magdeburg sind nach wie vor offen. So stellt Facebook-Nutzer Danny Bartek das Sicherheitskonzept des Magdeburger Weihnachtsmarktes infrage: Unabhängig davon, dass sich das mal ändern sollte, verstehe ich nicht, wie ein Auto überhaupt in den Weihnachtsmarkt hineinfahren konnte, obwohl vor Beginn der Weihnachtszeit gewarnt wurde, dass es Anschläge geben könnte. Auch da müsste man konsequent sein."
Mitgefühl überwiegt auf Instagram
Unter dem #magdeburg wird auch auf Instagram getrauert. Jedoch überwiegen die Beileidsbekundungen von Politikern, Parteien und Institutionen sowie die Berichterstattung aus der internationalen Medienlandschaft. Unter einem Bildpost von ZDF zum Ereignis wünscht User el_abdo10 allen Beteiligten und Opfern alles Gute und viel Kraft. Die_sprachabcheckerin äußert tiefes Mitgefühl für alle Opfer und deren Familien. b.a.m.b.i.94 hat aber auch eine klare Ansage, an alle die die Kommentarspalte für rechtes Gedankengut nutzen: „Einfach nur geschmack- und respektlos wie hier so viele dieses erschütternde Ereignis für ihren Hass und ihre Hetze instrumentalisieren.“
Ähnlich ist die Stimmung unter einem Bildpost der Tageschau. Hannahreitberger ist fassungslos: „und das so kurz vor Weihnachten, wo alle friedlich vereint mit ihren Liebsten sein sollten, bricht mir das Herz“. Ähnlich bestürzt ist Izchris47zl: „Und das nur 1 Tag nach dem 8 Jahrestag des Anschlag in Berlin“. Darüber hinaus lässt sich auch viel Stimmungsmache für die AfD und Kritik an der Migrationspolitik Deutschlands finden.
Anschlag in Magdeburg wird auf X instrumentalisiert
Die Postings auf X (ehemals Twitter) sind mit Vorsicht zu betrachten. Seit Elon Musk im Oktober 2022 Twitter übernahm und es zur heutigen Plattform X umgebaut hatte, haben viele linke, liberale und demokratisch gesinnte User ihre Accounts gelöscht. Zudem werden den Usern – unabhängig von ihren eigenen Ansichten – viele rechte bis rechtsextreme Inhalte angezeigt, wie Washington Post und Wall Street Journal berichteten.
Auffällig oft wird infrage gestellt, ob der Tatverdächtige wirklich ein Islamkritiker und AfD-Unterstützer sein soll, wie es u.a. MDR und Spiegel berichten. Die Glaubwürdigkeit der deutschen Medienlandschaft wird wiederholt bezweifelt.
Eine Userin behauptet in einem Posting, verschiedenen Menschen hätten den Attentäter auf X beim Bundesinnenministerium gemeldet. Dies sei offenbar nicht ernstgenommen worden. Ob das tatsächlich so stimmt, konnten wir nicht überprüfen.
Fragen werden im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Anschlag häufig auf X gestellt. So will User Alpha K wissen: „Wieso konnte der mutmaßliche Täter mit derart auffälligen und wirren Tweets, die er unter Klarnamen abgab, weiter seine Arbeit als Psychotherapeut (?) nachgehen (...)“
Doch nicht alle X-User instrumentalisieren das Ereignis. Es lassen sich auch Posts der Trauer und Bestürzung finden. User DerVonUndZu schreibt beispielsweise: „Wieder eine Tat, die das Leben vieler erschüttert, verändert oder sogar beendet. Gründe wird es geben, ob mit oder ohne Sinn, aber die Trauer über die Opfer wird nicht zu lindern sein.“
Der Account von Kölle for Future mahnt mit folgenden Post zur Zurückhaltung: „Ist halt blöd, dass die Wirklichkeit so komplex ist. Wenn die Antwort auf gesellschaftliche Fragen in einen #X-Post (#Tweet) passt, sollte man immer vorsichtig sein, ob es tatsächlich eine ausgereifte Lösung sein kann.“

