„Amerikas beste Hausfrau“
: Martha Stewart will kompostiert werden

Die Lifestyle-Ikone Martha Stewart hat genaue Vorstellungen davon, was nach ihrem Tod mit ihrem Körper geschehen soll.
Von
Katrin Jokic
Berlin
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Netflix's „The New Yorker At 100“ New York Screening: NEW YORK, NEW YORK - DECEMBER 04: Martha Stewart attends Netflix's "The New Yorker At 100" New York Screening at The Paris Theatre on December 04, 2025 in New York City.   Theo Wargo/Getty Images/AFP (Photo by Theo Wargo / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)

Martha Stewart besucht Premiere von Netflix' „The New Yorker At 100” im Paris Theatre in New York City.

THEO WARGO/AFP

Martha Stewart hat klare Vorstellungen davon, was nach ihrem Tod mit ihrem Körper geschehen soll – und sorgt damit für Diskussionen. Die 84-jährige Unternehmerin und Lifestyle-Ikone erklärte, sie wolle weder beerdigt noch verbrannt werden. Stattdessen wünscht sie sich, nach ihrem Tod „kompostiert“ zu werden.

Darüber sprach Stewart im Podcast „50+ & Unfiltered“, als sie gefragt wurde, ob sie eine klassische Beerdigung oder eine Einäscherung bevorzuge. Ihre Antwort fiel knapp und unkonventionell aus: weder noch. Sie wolle ohne Sarg in der Erde beigesetzt werden – ähnlich wie es auf ihrem eigenen Grundstück mit verstorbenen Tieren gehandhabt werde.

Beerdigung ohne Sarg

Stewart schilderte, dass tote Pferde auf ihrem Anwesen in ein großes, tiefes Grab gelegt würden. Die Tiere würden in ein sauberes, weißes Leinentuch gehüllt und anschließend in der Erde beigesetzt. Genau so stelle sie sich auch ihren eigenen Abschied vor. „Ich möchte dort hin“, sagte Stewart über das Feld auf ihrem Grundstück.

Ein Sarg komme für sie nicht infrage. Auch eine klassische Grabstätte lehnt sie ab. Ihr Wunsch sei es, Teil des natürlichen Kreislaufs zu werden. Der Begriff „Kompostierung“ ist dabei bewusst gewählt – er beschreibt ein Verfahren, bei dem menschliche Überreste innerhalb weniger Wochen in nährstoffreiche Erde umgewandelt werden.

Rechtlich nicht überall erlaubt

Ob ein solches Vorgehen rechtlich zulässig wäre, ließ Stewart offen. Auf die Nachfrage der Podcast-Moderatorin, ob es überhaupt erlaubt sei, Menschen – oder auch Tiere – auf dem eigenen Grundstück zu begraben, reagierte sie lakonisch: „Warum nicht? Es schadet niemandem. Es ist mein Eigentum.“

Tatsächlich ist die sogenannte menschliche Kompostierung bislang nur in einigen US-Bundesstaaten erlaubt. Dort übernehmen spezialisierte Unternehmen den Prozess kontrolliert und hygienisch. Die entstehende Erde kann anschließend von Angehörigen genutzt oder gespendet werden, etwa für Aufforstungs- oder Gartenprojekte.

In Deutschland ist die menschliche Kompostierung (auch „Reerdigung“ genannt) nur an wenigen Orten möglich. Seit 2022 gibt es in Schleswig-Holstein ein gesetzlich erlaubtes Pilotprojekt zur Reerdigung, bei dem der Körper nach dem Tod in einem speziellen Prozess zu Erde umgewandelt wird. Die entstehende Erde muss nach deutschem Bestattungsrecht („Friedhofszwang“) jedoch auf einem Friedhof beigesetzt werden.

Eine sogenannte Tuchbestattung ist aus religiösen Gründen vielerorts erlaubt (beispielsweise für Muslime), hier gilt jedoch ebenso die Friedhofspflicht.

Zwischen Irritation und Zustimmung

Nachdem ein Ausschnitt des Podcasts in sozialen Netzwerken verbreitet wurde, fielen die Reaktionen unterschiedlich aus. Einige Nutzer bezeichneten Stewarts Wunsch als befremdlich oder „wild“. Andere wiederum lobten den Ansatz als konsequent, umweltfreundlich und zeitgemäß.

Martha Stewart hat ihr Leben lang davon gelebt, Dinge zu gestalten – Häuser, Gärten, Abläufe. Ihr Wunsch nach einer unkonventionellen Bestattungsform fügt sich nahtlos in dieses Bild. Auch über den Tod hinaus möchte sie bestimmen, was mit ihr geschieht. Nicht als Denkmal, sondern als Teil der Natur.