Amazon-Prime-Sammelklage
: So bekommen Betroffene ihr Geld zurück

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen strebt eine Sammelklage gegen ungerechtfertigte Preiserhöhungen bei Amazon Prime an. So kann man mitmachen.
Von
Nicole Züge
Köln
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Das Logo des Videostreamingportals Prime Video des US-amerikanischen Onlineversandhandels Amazon ist bei einem Fototermin zur Programmpräsentation «Amazon Prime Video presents Deutschland 2025» zu sehen. (zu dpa: «Quotenforscher dürfen erstmals einen Streaming-Riesen messen») +++ dpa-Bildfunk +++

Das Logo des Videostreamingportals Prime Video. Die Verbraucherzentrale NRW hat ein Sammelklage-Verfahren gegen den Streaminganbieter eröffnet. Wie man sich der Klage anschließt und was das bringt.

Rolf Vennenbernd/dpa

Die Verbraucherzentrale NRW klagt gegen Amazon wegen der Prime-Preiserhöhung 2022. Betroffene können sich anschließen und Geld zurückfordern. So prüfen Sie Ihren Anspruch und melden sich zur Sammelklage an.

Amazon-Prime-Sammelklage: Darum geht es

Der Onlinehändler Amazon hob 2022 die Gebühren für seinen kostenpflichtigen Dienst Amazon Prime an. Dafür wurden auch bei laufenden Prime-Abos die Preise geändert, ohne die ausdrückliche Zustimmung der Bestandskundschaft einzuholen. Amazon erhöhte damals den Jahrespreis von Prime von 69,00 Euro auf 89,90 Euro. Der Monatspreis stieg von 7,99 Euro auf 8,99 Euro.

Beim Studententarif kletterte der Jahresbeitrag von 34,00 Euro auf 44,90 Euro, monatlich von 3,99 Euro auf 4,49 Euro. Nach Auffassung der Verbraucherzentrale NRW benachteiligt die zugrunde liegende AGB-Regelung Kundinnen und Kunden unangemessen und ist nicht ausreichend transparent.

Zwei Gerichte bestätigten schließlich, dass die genutzte Vertragsklausel unwirksam sei. Die Verbraucherzentrale NRW zieht daraus nun Konsequenzen und will mit einer Sammelklage die zu Unrecht kassierten Mehrbeträge für Kundinnen und Kunden zurückfordern.

So kann man sich der Sammelklage anschließen

Die Klage betrifft ausschließlich Prime- und Prime-Student-Abonnements mit monatlicher oder jährlicher Zahlweise, die bereits vor der Erhöhung im Jahr 2022 bestanden. Neu abgeschlossene Verträge sind ausdrücklich ausgeschlossen. Ziel ist die Rückzahlung der Differenz zwischen dem ursprünglich vereinbarten Preis und dem später verlangten höheren Entgelt.

Betroffene können prüfen, ob sie sich der Klage anschließen dürfen. Dafür steht ein Klage-Check der Verbraucherzentrale bereit. Zusätzlich ist eine Eintragung in das Klageregister beim Bundesamt für Justiz nötig.

Wieviel Geld können Betroffene von Amazon wiederbekommen?

Wie viel Geld einzelne Betroffene zurückfordern können, hängt vom jeweiligen Abo-Modell, der Zahlungsweise und der Dauer ab, in der der erhöhte Preis gezahlt wurde.