„Aktenzeichen XY“-Update
: Neue Hinweise im Mordfall Seckin Caglar

Eine Woche nach der Sendung sind bei der Polizei mehrere Hinweise zu den vorgestellten Fällen eingegangen.
Von
Katrin Jokic
Berlin
Jetzt in der App anhören
Studio von „Aktenzeichen XY... Ungelöst“

Moderator Rudi Cerne im Studio von „Aktenzeichen XY... Ungelöst“.

Peter Kneffel/dpa

Rund 30 Hinweise nach der Sendung

Nach ZDF-Angaben gingen allein zum Mord an Seckin Caglar etwa 30 neue Hinweise ein. Die damals 16-Jährige arbeitete in einem Supermarkt. Am Abend des 16. Oktober 1991 kam sie nach Schichtende nicht nach Hause. Am nächsten Morgen wurde ihre Leiche in der Nähe einer Straßenbahnhaltestelle gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Mädchen vergewaltigt und anschließend erdrosselt wurde.

Unmittelbar nach dem Verbrechen richtete die Kölner Kripo eine Mordkommission ein. Zeugen, die an der Haltestelle oder in der Umgebung etwas Auffälliges beobachtet hatten, sollten sich melden. Einen Durchbruch gab es damals nicht.

Reihenuntersuchung ohne Treffer

Später gelang es der Kriminalpolizei, auf gesicherten Spuren ein DNA-Profil des mutmaßlichen Täters zu isolieren. Die Cold-Case-Ermittler starteten daraufhin eine DNA-Reihenuntersuchung: Männer aus dem Umfeld des Tatorts, die zur vermuteten Altersgruppe des Täters gehörten, wurden gebeten, freiwillig Proben abzugeben. Die Proben wurden mit dem Täterprofil abgeglichen, laut Ermittlern anonymisiert verarbeitet und danach vernichtet. Die Beteiligung sei hoch gewesen – dennoch blieb die Suche erfolglos. Der Täter war nicht unter den Probanden.

Umso größer ist nun die Hoffnung, dass die neuen Hinweise weiterführen könnten. Fabian Puchelt vom Landeskriminalamt Bayern, das die Sendung unterstützt, sagte, auffällig sei, dass Namen erneut auftauchen, die bereits in den 1990er-Jahren in den Akten standen.

Weitere Fälle: Sexualdelikte und Banküberfall

Auch zu einem zweiten Themenkomplex – einer Serie von Sexualstraftaten in Hamburg und Neumünster – seien nach der Ausstrahlung Hinweise eingegangen. Dort soll ein Mann zwischen 2020 und 2024 mindestens drei junge Frauen zu sexuellen Handlungen gedrängt und teils vergewaltigt haben. Die Ermittler halten sich zu Details derzeit bedeckt. Puchelt begründete das mit der Priorität des Falls: Man wolle „nicht zu viel preisgeben“ von dem, was aktuell bekannt sei.

Ebenfalls überprüft werden neue Angaben zu einem Sparkassenüberfall in Villingen-Schwenningen vom 28. November 2024. Der Täter soll mit einem Messer bewaffnet gewesen sein, die Tat dauerte nur wenige Sekunden. In der Sendung wurde ein Bild gezeigt, auf dem an Handschuhen und Jacke Markenaufdrucke zu erkennen sind – auch dazu seien Hinweise eingegangen. Zudem seien, wie häufig nach öffentlichen Fahndungsaufrufen, konkrete Namen genannt worden, die nun geprüft werden.

Ermittler werten Hinweise aus

Was die Hinweise im Mordfall Seckin Caglar konkret bedeuten, ist noch offen. Klar ist: Der TV-Aufruf hat neue Reaktionen ausgelöst – und in einem der bekanntesten Kölner Cold Cases könnten nun Spuren wieder relevanter werden, die schon vor Jahrzehnten eine Rolle spielten.