„Aktenzeichen XY“-Ergebnisse
: Nach 39 Jahren melden sich zwei Zeugen

Eine Woche nach der XY-Sendung vom 26. November melden die Ermittler Fortschritte in drei Fällen.
Von
Katrin Jokic
Berlin
Jetzt in der App anhören
Studio von „Aktenzeichen XY... Ungelöst“: PRODUKTION - 04.11.2025, Bayern, München: Moderator Rudi Cerne steht im ZDF-Studio von "Aktenzeichen XY… Ungelöst" auf dem Bavaria Film Gelände. (zu dpa: «Acht Jahre nach Verschwinden: Hinweise in Vermisstenfall») Foto: Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Moderator Rudi Cerne im ZDF-Studio von "Aktenzeichen XY… Ungelöst". Foto: Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Peter Kneffel/dpa

Hinweise aus Zuschauerkreisen betreffen sowohl aktuelle Gewaltdelikte als auch einen jahrzehntealten Mord an einem Kind.

Villenüberfall in Altenstadt: Gelbe Handschuhe rücken in den Fokus

Der brutale Überfall auf eine Unternehmerfamilie in Altenstadt-Illereichen am 8. Juni 2025 bleibt eines der zentralen Themen der Sendung. Als die Familie von einem Restaurantbesuch zurückkam, drangen mehrere Täter in die Villa ein und griffen sie an.

Besonders ungewöhnlich war ein Detail: Einer der Täter trug gelbe Haushaltshandschuhe, am Handgelenk umgekrempelt. Die Ermittler fragten gezielt, ob dieses Tragebild aus einem bestimmten Bereich stammen könnte.

Nach der XY-Sendung meldeten sich mehrere Zuschauer mit derselben Erklärung:
Im Reinigungsgewerbe wird diese Technik genutzt, um zu verhindern, dass Flüssigkeiten den Arm hinunterlaufen.

Damit ergibt sich erstmals ein konkreter möglicher Bezug zur beruflichen Herkunft eines der Täter.

Außerdem könnte bei dem Überfall eine Walther PPK verwendet worden sein. XY-Experte Fabian Puchelt zeigte im Studio eine Referenzwaffe – Zuschauerhinweise dazu werden nun ebenfalls ausgewertet.

Fall Zeynep (1986): Emotionaler Aufruf und zwei neue Zeugen

Der Fall der 5-jährigen Zeynep bleibt einer der belastendsten Cold Cases. Das Mädchen verschwand 1986 aus der elterlichen Wohnung und wurde am nächsten Morgen erstochen aufgefunden. Jahrzehntelang gab es kaum Fortschritte.

Nach der XY-Ausstrahlung jedoch reagierten Zuschauer außergewöhnlich intensiv:

Die Belohnung wurde von mehreren Personen spontan erhöht – von 5.000 auf mittlerweile über 16.000 Euro.

Zwei neue Zeugen, die sich damals nicht gemeldet hatten, meldeten sich nun erstmals und gaben Hinweise, die aus Ermittlersicht „besonders interessant“ sind.

Allerdings fehlt weiterhin eine wichtige Perspektive: Aus der türkischen Community, in deren Umfeld Zeyneps Familie lebte, kamen bisher keine Hinweise.

Puchelt richtete daher erneut einen deutlichen Appell an türkische und türkischstämmige Zeugen: Wer etwas weiß, soll sich melden – selbst vermeintliche Randbeobachtungen könnten heute entscheidend sein.

Überfall auf 91-Jährigen: Phantombild sorgt für mehr als 50 Hinweise

Im dritten Fall geht es um einen Überfall aus dem Februar 2024. Zwei Täter drangen in das Haus eines 91-Jährigen ein, fesselten ihn und forderten Bargeld. Der Mann überlebte zunächst, verstarb jedoch ein Jahr später an den Folgen des Angriffs.

Nach der XY-Ausstrahlung wurde das veröffentlichte Phantombild zu einem wichtigen Hebel: Mehr als 50 Hinweise bezogen sich allein auf dieses Bild.

Einer der Hinweise kam direkt im Studio an: Ein ehemaliger Insasse der JVA Bremen gab an, den Mann vom Phantombild als früheren Mitgefangenen erkannt zu haben. Er meldete dies persönlich bei Stephanie Wossilus vom LKA Bayern.

Die Ermittler prüfen nun, ob der beschriebene Ex-Insasse tatsächlich zu dem Täterkreis gehört.