„Aktenzeichen XY“ heute
: Um diese Fälle geht es

Bei „Aktenzeichen XY... ungelöst“ bittet die Polizei heute Abend wieder um Hinweise zu mehreren ungeklärten Gewaltverbrechen, Raubfällen und Fahndungen.
Von
Katrin Jokic
Berlin
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Studio von „Aktenzeichen XY... Ungelöst“: ARCHIV - 04.11.2025, Bayern, München: Moderator Rudi Cerne steht im ZDF-Studio von "Aktenzeichen XY… Ungelöst" auf dem Bavaria Film Gelände. (zu dpa: «Hamburger Fall bei «Aktenzeichen XY»») Foto: Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Moderator Rudi Cerne steht im ZDF-Studio von "Aktenzeichen XY… Ungelöst".

Peter Kneffel/dpa

In der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ bittet die Polizei am Mittwoch, 3. Juni 2026, wieder um Hinweise aus der Bevölkerung. Die Sendung läuft um 20.15 Uhr live im ZDF und wird von Rudi Cerne moderiert. Im Mittelpunkt stehen mehrere ungeklärte Gewaltverbrechen, Raubfälle und Fahndungen.

Tote Babys in Dortmund und Krefeld

Zwei junge Männer entdecken beim Fußballspielen eine Tasche. Der Inhalt offenbart ein Verbrechen, das die Polizei auf den Plan ruft.

Zwei junge Männer entdecken beim Fußballspielen eine Tasche. Der Inhalt offenbart ein Verbrechen, das die Polizei auf den Plan ruft.

ZDF und Saskia Pavek

Die Cold-Case-Abteilung der Kripo Dortmund rollt zwei besonders erschütternde Fälle neu auf. Am 25. Dezember 1999 wurde im Schulte-Witten-Park in Dortmund die Leiche eines neugeborenen Mädchens gefunden. Das Kind lag in einem Rucksack, war höchstens zwei Wochen alt und starb durch Gewalteinwirkung.

Am 11. Mai 2005 wurde in Krefeld nahe des Hauptbahnhofs ebenfalls ein totes Baby gefunden – ein Junge, ebenfalls in einem Rucksack. Spätere DNA-Untersuchungen ergaben, dass die beiden Kinder Geschwister waren.

Nach dem Fund in Krefeld gingen bei der Polizei drei anonyme Briefe ein. Die Verfasserin behauptete darin, die Mutter des Jungen zu sein. Sprachliche Auffälligkeiten und das verwendete Papier deuten nach Angaben der Ermittler darauf hin, dass die Schreiberin möglicherweise aus der ehemaligen DDR stammt.

Versuchter Totschlag nach Kneipenstreit in Dortmund

Lautstarke Auseinandersetzung in einem Lokal. Nur mit Mühe kann die Wirtin die Streithähne trennen. Was danach passiert, wird ein Fall für die Mordkommission.

Lautstarke Auseinandersetzung in einem Lokal. Nur mit Mühe kann die Wirtin die Streithähne trennen. Was danach passiert, wird ein Fall für die Mordkommission.

ZDF und SASKIA PAVEK

Ein weiterer Fall führt ebenfalls nach Dortmund. Am 5. November 2025 geriet ein 51-jähriger Mann kurz vor Mitternacht in einer Kneipe in Dortmund-Kirchlinde mit einem Unbekannten in Streit. Thema der Diskussion waren Halloween, die Kelten und die Frage, ob diese ein älteres Volk seien als das albanische.

Der unbekannte Mann wurde laut Ermittlern zunehmend aggressiv. Nachdem die Wirtin dazwischengegangen war, mussten beide Männer das Lokal verlassen. Wenig später fanden Zeugen den 51-Jährigen bewusstlos und mit schweren Kopfverletzungen vor einem Kiosk. Die Polizei geht davon aus, dass er von dem Unbekannten zusammengeschlagen wurde. Das Opfer ist Monate später halbseitig gelähmt und kann nicht sprechen.

Überfall auf Seniorin in Bakum

Die Kripo Cloppenburg sucht nach Hinweisen zu einem brutalen Überfall auf eine 72-jährige Frau in Bakum. In der Nacht zum 4. August 2024 überraschte ein maskierter Täter die alleinlebende Seniorin im Schlaf und schlug mehrfach auf sie ein.

Als die Frau den Angreifer ansprach, flüchtete er durch ein Fenster im Gästezimmer über den Carport und eine Leiter. Gestohlen wurde nichts. Die Ermittler prüfen einen Zusammenhang mit einem ähnlichen Überfall auf eine ältere, alleinlebende Frau, der sich rund ein Jahr zuvor nur wenige Kilometer entfernt ereignet hatte.

Lkw-Fahrer auf Rastplatz ausgeraubt

Die Kripo Rendsburg beschäftigt sich mit einem Raubüberfall auf einen polnischen Lkw-Fahrer. Der Mann wollte am Abend des 23. Oktober 2024 auf dem Rastplatz „Ohe West“ in Schleswig-Holstein übernachten. Gegen 22.30 Uhr ging er schlafen, erst rund zwölf Stunden später wachte er wieder auf.

Als er zu sich kam, stellte er fest, dass er ausgeraubt worden war. Die Ermittler vermuten, dass die Täter den Fahrer mit Gas betäubten, möglicherweise über ein geöffnetes Fenster oder den Kühlergrill der Fahrerkabine. Ein solches Vorgehen ist auch von Raubüberfällen auf Wohnmobile bekannt.

Brutaler Angriff auf junge Frau in Hamburg

Das LKA Hamburg sucht nach einem Mann, der am 14. Dezember 2024 eine 24-jährige Frau in Hamburg-Stellingen angegriffen haben soll. Die Frau hatte am späten Abend eine Freundin zur S-Bahn begleitet und war anschließend allein auf dem Heimweg.

Gegen 23.15 Uhr kam ihr ein Mann entgegen und schlug ihr unvermittelt ins Gesicht. Es folgten weitere Schläge. Als die Frau zu Boden ging, durchsuchte der Täter sie nach Wertgegenständen. Da sie nichts bei sich trug, flüchtete er ohne Beute. Die Frau konnte sich später nach Hause retten und informierte mit ihrem Lebensgefährten die Polizei.

Fahndung nach Hassan Dayas Gyndy

In einem Studiofall bittet die Kripo Köln um Hinweise zu Hassan Dayas Gyndy. Der im Irak geborene Mann steht im Verdacht, seine damals schwangere 19-jährige Tochter Zare im Januar 2017 in Köln ermordet zu haben.

Nach bisherigen Erkenntnissen war der Vater offenbar mit der Lebensführung seiner Tochter nicht einverstanden. Kurz nach der Tat soll er in den Irak geflüchtet sein und von dort aus die Polizei über den Fundort der Leiche informiert haben. Die Ermittler hoffen nun auf Hinweise zu seinem heutigen Aufenthaltsort.

Fahndung nach Kokainfund

Das Zollfahndungsamt Frankfurt sucht nach einem Mann, der sich „Ihsan Usun“ nennt. Ob es sich dabei um seinen echten Namen handelt, ist unklar. Hintergrund ist ein Kokainfund im Hamburger Hafen: Am 4. Januar 2024 wurden dort 520 Kilogramm Kokain in Bananenkisten entdeckt.

Fünf Beteiligte wurden inzwischen verurteilt. Der mutmaßliche Drahtzieher ist jedoch weiterhin verschwunden. Nach Angaben der Ermittler könnte der Gesuchte in Deutschland, Belgien oder Frankreich leben. Vor dem Fund soll er sich womöglich in Hotels in Köln und Hamburg aufgehalten haben.

Update im Vermisstenfall Katrin Konert

Die Kripo Lüchow bittet erneut um Hinweise im Vermisstenfall Katrin Konert. Die damals 15-Jährige verschwand am Neujahrstag 2001 nach einer Feier in Bergen an der Dumme. Bis heute fehlt von ihr jede Spur.

2018 ging bei der Polizei ein anonymer Hinweis ein. Der Verfasser nannte Details zu einer Person, die am Tag des Verschwindens Kontakt zu Katrin gehabt haben soll. Danach meldete sich der Hinweisgeber nicht mehr. Die Polizei bittet insbesondere diesen anonymen Zeugen erneut, Kontakt aufzunehmen, und sichert Vertraulichkeit zu.

XY-Preis: Kim-Adrian Haselbauer nominiert

Außerdem stellt die Sendung eine Nominierung für den XY-Preis vor. Kim-Adrian Haselbauer griff am 2. März 2025 in Meckenbeuren ein, als drei Jugendliche am Bahnhofsplatz einen 22-Jährigen am Bahnsteig mit Schlägen und Tritten attackierten.

Haselbauer konnte verhindern, dass das Opfer über die Bahnsteigkante auf die Gleise fiel. Als der Vater des Opfers hinzukam und die Angreifer zur Rede stellen wollte, wurde auch er attackiert. Haselbauer griff erneut ein, hielt später einen der Täter fest und übergab ihn der Polizei. Wochen später erkannte er einen weiteren Tatverdächtigen wieder und trug so zur Festnahme des dritten Beteiligten bei.

Wann läuft „Aktenzeichen XY“ heute?

„Aktenzeichen XY... ungelöst“ läuft am Mittwoch, 3. Juni 2026, um 20.15 Uhr live im ZDF. Moderiert wird die Sendung von Rudi Cerne.