Nachdem sich seit Wochen die Fälle der infizierten Menschen mit dem Affenpockenvirus mehren, hat am Wochenende die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Ausbruch zu einer internationalen Notlage erklärt. Damit gewinnt der Ausbruch für viele Menschen an Bedeutung. Hier klären wir auf:
  • Wie viele Fälle der Affenpocken gibt es in Deutschland aktuell?
  • Wie macht sich die Infektion bemerkbar?
  • Gibt es eine Impfung?
  • Alle aktuellen Nachrichten zum Virus in Deutschland

Wie viele Fälle von Affenpocken gibt es bisher in Deutschland?

Das RKI hat auf seiner Webseite einen Situationsbericht zu den Affenpocken eingerichtet. Demnach sind bis 22.7.2022 2268 Affenpockenfälle aus allen 16 Bundesländern gemeldet worden. Der WHO sind bislang über 6000 Fälle weltweit bekannt.
Die in Deutschland gemeldeten Infizierten sind fast ausschließlich Männer. Dem RKI zufolge sind bislang nur fünf Frauen mit dem Virus gemeldet worden und keine Kinder. In den USA hat es aber schon zwei Fälle der Affenpocken bei Kindern gegeben.

Symptome: Wie machen sich Affenpocken bemerkbar?

Folgende Symptome werden bei Menschen, die sich mit dem Virus infiziert haben, beobachtet:
  • Fieber
  • Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen
  • geschwollene Lymphknoten
  • Schüttelfrost
  • Abgeschlagenheit
  • Stark juckender, fleckiger Ausschlag meist im Gesicht beginnend und sich dann auf andere Körperteile, einschließlich der Genitalien, ausbreitend
  • Hautveränderungen mit flüssigkeitsgefüllten Bläschen, die eitern und aufplatzen können
Die Inkubationszeit der Affenpocken beträgt in der Regel 6 bis 13 Tage, kann aber auch zwischen 5 und 21 Tagen liegen. Die Krankheit heilt typischerweise von selbst, wobei die Symptome in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen abklingen.
Eines der Symptome der Affenpocken ist ein Hautausschlag mit eitrigen Pusteln.
Eines der Symptome der Affenpocken ist ein Hautausschlag mit eitrigen Pusteln.
© Foto: dpa

Impfung gegen Affenpocken: Pockenimpfung schützt

In erster Linie werden Symptome behandelt. Ein zur Therapie von sogenannten Orthopocken entwickeltes Arzneimittel wurde kürzlich in der EU auch für Affenpocken zugelassen. Auch die allgemeine Pockenimpfung hat sich gegen die Affenpocken zu 85 Prozent als wirksam erwiesen. Allerdings wird seit längerem nicht mehr gegen die Pocken geimpft, da die Krankheit seit über 40 Jahren ausgerottet ist.
In Deutschland ist für bestimmte Risikogruppen wie homosexuelle Männer mit häufig wechselnden Partnern eine Impfung mit dem seit 2013 in der EU ab 18 Jahren zugelassenen Pockenimpfstoff Imvanex empfohlen, der besser verträglich ist als ältere Pockenimpfstoffe. Nach RKI-Schätzungen haben etwa 130.000 Menschen in Deutschland eine Indikation für eine Impfung gegen Affenpocken. Allerdings mangelt es derzeit noch an Impfstoffdosen.

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