„Ozapft is“: Trotz Corona: München feiert Oktoberfest - Sorge vor wilden Partys
Das Oktoberfest ist wegen Corona abgesagt - trotzdem heißt es in München am Samstag „Ozapft is“. In vielen Wirtshäusern werden zum ursprünglich geplanten Wiesn-Start um 12 Uhr Bierfässer angestochen. Aus Sorge um mögliche wilde Wiesn-Partys gilt auf der Theresienwiese, wo das weltgrößte Volksfest normalerweise Millionen Menschen anzieht und das Bier in Strömen fließt, am Samstag allerdings ein Alkoholverbot.
Nach Tagen knapp unterhalb der Schwelle hatte München am Freitag den Warnwert von 50 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen einer Woche überschritten. Die Stadt befürchtet, dass sich viele zu bierseligen Ersatzpartys treffen könnten und hat auch für bekannte Party-Hotspots ein Alkoholverbot erlassen.
Wiesnchef und Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) forderte die Feierwütigen im Radiosender B5 aktuell auf: „Geht nicht auf die Wiesn, feiert im Wirtshaus, das ist einfach besser!“ Eine Alternative zum coronabedingt geplatzten weltgrößten Volksfest bieten rund 50 Wiesn- und Innenstadtwirte, die bis zum 4. Oktober mit der sogenannten WirthausWiesn Oktoberfeststimmung schaffen wollen; unter Einhaltung der Hygiene-Auflagen wie Mund-Nasen-Schutz außerhalb der Tische, Abstand und weniger Menschen in den Räumen als in normalen Zeiten.
Der frühere Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), seinerzeit Anzapfkönig, will im Bahnhofsviertel anzapfen und der ehemalige Wiesnchef Josef Schmid (CSU) im Augustiner am Platzl.
Die Münchner Gastronomen knüpfen mit der „WirtshausWiesn“ an das allererste Oktoberfest im Jahr 1810 an. Denn damals wurde zwar auf der Theresienwiese eine königliche Hochzeit mit Pferderennen gefeiert. Gegessen, getrunken und gesungen wurde dann aber in den umliegenden Wirtshäusern, wie die Stadt erläuterte.