„Nowruz Mubarak“ heißt es bald wieder: Ein frohes neues Jahr wünschen sich die Menschen am persischen Neujahrsfest und Frühlingsfest weltweit.

Das Neujahrsfest Nowruz (persisch نوروز) wird von Millionen von Menschen gefeiert. Es ist eines der ältesten Feste der Menschheit. Nowruz oder auch Nouruz bedeutet übersetzt „Neuer Tag.“ Beginn der Feierlichkeiten ist der Frühlingsanfang und diese dauern etwa zwei Wochen, in denen Kinder Schulferien haben und der Arbeitsalltag still steht. Aber es wird nicht nur gefeiert. In den meisten Haushalten steht der Frühjahrsputz an. Außerdem gibt es Geschenke, neue Kleidung und Familie und Freunde werden besucht.

Wann ist dieses Jahr Nowruz?

In diesem Jahr wird das Fest am 20. März 2020 stattfinden. Das Datum variiert jedes Jahr, da der Tag mit der Tag- und Nachtgleiche und dementsprechend mit dem Frühlingsbeginn zwischen dem 19. und 21. März zusammen liegt. Nowruz markiert in Iran und Afghanistan das neue Jahr.

Das iranische und afghanische Kalenderjahr richtet sich nach dem Sonnenkalender. Das Nowruzfest stimmt also nicht mit dem islamischen Neujahr überein. Denn das islamische Jahr richtet sich nach dem Mondkalender und hat nur 354 oder 355 Tage. Und verschiebt sich so jedes Jahr um zehn oder elf Tage rückwärts im Verhältnis zum Sonnenjahr.

Wo wird überall gefeiert?

Gefeiert wird vor allem in Zentralasien und dem Nahen und Mittleren Osten. Aber auch auf dem Westbalkan, im Kaukasus und in Regionen am Schwarzen Meer gibt es das Fest. Offizieller Feiertag ist er in folgenden Ländern: Afghanistan, Albanien, Aserbaidschan, Indien, Iran, Kasachstan, Kirgistan, Mazedonien, Tadschikistan, Türkei und Turkmenistan.

Aber eigentlich kennt Nowruz keine Grenzen: Insgesamt 300 Millionen Menschen weltweit beteiligen sich an den Feierlichkeiten.

2009 hat die UNO den Nowruz-Tag in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen.

Die Entstehung des Feiertages

Es existieren mehrere Mythen zur Entstehung von Nowruz. Viele sehen den Ursprung im Zoroastrismus. Diese alte monotheistische Religion wird auch heute noch in Iran ausgeübt.

Eine sehr bekannte Geschichte erzählt der persische Dichter Firdausi (940 - 1020) in seinem Werk „Schahname“. Darin berichtet er, dass der König Dschamschid die Menschheit vor dem Winter rettete und den Neujahrstag ausrief.

Traditionen und Bräuche an Nowruz

  • Tschaharschanbe Suri ( persisch چهارشنبه‌سوری‎ ): In der Nacht auf den Mittwoch vor Nowruz beginnt die Zeit des Jahreswechsels. Überall versammeln sich Menschen und zünden kleine Feuer an. Über diese springt man hinweg und viele singen dazu. Das Feuer ist ein zoroastrisches Symbol. Das Alte, Schlechtes und alle Probleme werden dem Feuer übergeben und es soll neue Energie schenken.

  • Haft Sin ( persisch هفت‌سین‎ ): Die sieben „S“ sind verschiedene Dinge, die mit „S“ beginnen und die Tafel für das Fest schmücken. Sabze bedeutes „Grünes“ und wird meist mit einem kleinen Topf Weizengras symbolisiert. Sir, also Knoblauch, und Sib, Äpfel, werden auf den Tisch gelegt. Eine Schale Samanak wird dazu gestellt: Das Weizengericht ist eine typische Neujahrsspeise. Außerdem werden Schalen mit Serkeh (Essig), Sumak (ein Gewürz) und Sensched (Mehlbeeren), aufgestellt. Aber auf den meisten Nowruz-Tischen sieht man noch viel mehr Speisen oder Objekte, die mit „S“ beginnen: Sonbol (Hyazinthen), Sekeh (Silbermünze), Sangak (Brot) … Des Weiteren stellen Iraner noch einen Spiegel, Kerzen und bemalte Eier dazu, sowie je nach Glaube noch das heilige Buch. Und zum Schluss noch einen Goldfisch im Glas. Die vielen Gaben sollen Gesundheit, Freude, Wohlstand, Liebe und alles Gute bringen.

  • Sizdah Bedar ( persisch سیزده‌بدر‎ ): Der dreizehnte Tag des neuen Jahrs markiert das Ende der Feierlichkeiten. Iraner verbringen den Tag draußen, machen einen Ausflug und picknicken. Die Menschen verlassen das Haus, weil an diesem Tag böse Geister die Häuser besuchen. Spiele und viel gutes Essen runden den Tag ab.

Coronavirus in Iran und die Auswirkungen auf das Neujahrsfest

Aktuell sind knapp 7000 Menschen nach Angaben des Gesundheitsministeriums infiziert. Auch die Zahl der Coronavirus-Toten hat sich auf 194 erhöht (Stand: 09.03.2020). Iran meldet weiter steigende Zahlen zu der von China ausgehenden Atemwegserkrankung COVID-19. Das Robert-Koch-Institut stuft die Provinzen Teheran und Ghom als Risikogebiete ein. Derzeit werden Veranstaltungen abgesagt und das öffentliche Leben eingeschränkt. Wegen der Verbreitung des Coronavirus haben mehrere Fluggesellschaften Direktflüge eingestellt und die Nachbarländer Türkei, Aserbaidschan, Irak, Armenien und Pakistan haben ihre Grenzen geschlossen. Das Auswärtige Amt rät derzeit von Reisen nach Iran ab.

Die Krise zur wichtigsten Reisezeit

Nowruz wird mit zwei Wochen Ferien gefeiert und ist im Iran die wichtigste Reisezeit. Die Provinzen Mazandaran, Isfahan und Ardebil haben angekündigt, die Grenzen für Besucher an Nowruz zu schließen. Der Bevölkerung wird von Reisen abgeraten, obwohl jetzt schon alle Reisen ins Ausland gestoppt wurden.