Südtirol wird jetzt vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuft. Zuerst hatte unter anderem die Süddeutsche Zeitung darüber berichtet. Risikogebiete sind laut RKI solche Gebiete, bei denen eine fortsetzende Übertragung des Coronavirus von Mensch zu Mensch vermutet werden kann. Am Sonntag hat Italien zudem beschlossen, weite Teile des Nordens, darunter Städte wie Mailand, Venedig oder Turin, abzuriegeln. Bis zu 16 Millionen Menschen vor Ort, aber auch Reisende etwa aus Deutschland können betroffen sein.

Zu den Risikogebieten zählen zum jetzigen Standpunkt (06.03.2020, 8.30 Uhr) folgende Gebiete:

  • China: Provinz Hubei inklusive der Stadt Wuhan
  • Iran: Provinz Ghom, Teheran
  • Italien: Südtirol, Region Emilia-Romagna, Region Lombardei, die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien
  • Südkorea: Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang)

40 Prozent der Corona-Infizierten waren zuvor in Südtirol

Die Zahl der Coronavirus-Fälle im Land lag am Samstagnachmittag bei 170. Nach Angaben des Ministeriums für Soziales und Integration kommen rund 40 Prozent der Covid-19-Fälle in Baden-Württemberg aus Südtirol. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Urlauber, die sich in der Region angesteckt haben. Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) habe sich deswegen vehement bei Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dafür eingesetzt, dass die Region als offizielles Risikogebiet ausgewiesen wird, sagte ein Sprecher von Lucha am Freitag unserer Redaktion.

Das müssen Rückkehrer aus Südtirol jetzt wissen

Reisende, die innerhalb der vergangenen 14 Tage in Südtirol waren, sollen nach Angaben des Sozialministeriums unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit vorläufig zu Hause bleiben. Das gelte unabhängig davon, ob die Menschen grippeähnliche Symptome zeigten oder nicht.

In einem Schreiben des baden-württembergischen Kultusministeriums an alle Schulen und Kindertagesstätten im Südwesten heißt es, dass ab sofort alle Personen an Schulen und Kindergärten, die in den vergangenen 14 Tagen aus einem Risikogebiet – also auch aus Südtirol – zurückgekehrt sind, unnötige Kontakte vermeiden sollten und vorsorglich 14 Tage zu Hause bleiben sollen. Das gelte unabhängig von Symptomen. Menschen, die Kontakt mit einer Person gehabt haben, die aus Südtirol zurückgekehrt ist, können nach Angaben des Ministeriums aber weiterhin am Schul- und Kitabetrieb teilnehmen. Außerdem weist das Ministerium von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) darauf hin, dass Schüleraustausche und Studien- und Klassenfahrten in Risikogebiet untersagt sind. Das gelte nun auch für Südtirol.

Grundsätzlich rät das Sozialministerium Menschen, die sich in Risikogebieten aufgehalten haben und bis 14 Tage nach der Rückkehr grippeähnliche Symptome entwickeln, nach telefonischer Voranmeldung einen Arzt aufzusuchen. Folgende Tipps hat das Ministerium auf seiner Website veröffentlicht:

Wer innerhalb von 14 Tagen nach Einreise Fieber, Husten oder Atemnot entwickelt, sollte...

  • unnötige Kontakte vermeiden
  • nach Möglichkeit zu Hause bleiben
  • beim Husten und Niesen Abstand zu anderen halten und sich wegdrehen. Außerdem die Armbeuge vor Mund und Nase halten oder ein Taschentuch benutzen, das danach sofort entsorgt wird (Husten- und Niesetiquette)
  • sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen, das Berühren von Augen, Nase und Mund vermeiden (Händehygiene)
  • nach telefonischer Anmeldung, unter Hinweis auf Ihre Reise, einen Arzt aufsuchen.

Schule in Ulm schickt Lehrer und Schüler nach Hause

An einer Schule in Ulm hatte die neue Regelung bereits erste Auswirkungen. An der Friedrich-List-Schule wurden am Freitag Schüler und Lehrer, die in den Winterferien in Südtirol waren, vom Schulleiter nach Hause geschickt und sollen unnötige Kontakte vermeiden. „Vorsorglich“, wie es hieß.

Coronavirus in Ulm: Infizierte kommen alle aus dem Südtirol-Urlaub

Die ersten bestätigten Coronavirus-Fälle in Ulm wurden am Dienstag bekannt. Die Patientin ist eine 45 Jahre alte Frau aus Ulm. Sie war in den Faschingsferien mit einer 20-köpfigen Gruppe im Skiurlaub in Südtirol. Die 20 Kontaktpersonen wurden bereits ermittelt.

Bei einem weiteren Fall in Ulm handelt es sich um einen 12-jährigen Jungen. Außerdem erkrankt sind zwei Männer in Ulm und zwei Männer in Langenau. Alle Betroffenen waren in Südtirol im Urlaub. Alle Teilnehmer der Reisegruppe befinden sich in häuslicher Isolation. Wie das abläuft und weitere Informationen zu den Coronavirus-Fällen bekommt Ihr hier:

Ulm

Coronavirus in Neu-Ulm: Die Betroffenen waren in Südtirol

Am Donnerstag teilen das Bayerische Gesundheitsministerium und das Landratsamt Neu-Ulm mit, dass im Landkreis Neu-Ulm zwei Coronavirus-Fälle gemeldet wurden.

Betroffen ist ein Ehepaar. Sie waren gemeinsam mit der infizierten Ulmerin in Südtirol beim Skifahren.

Ein Virologe vom Uniklinikum Ulm klärt auf

Immer wenn Epidemien grassieren, sind Virologen besonders gefordert. So auch Professor Thomas Stamminger vom Ulmer Uniklinikum. Er erklärt, wie sich die Lage entwickeln kann, wie es mit einem Impfstoff ausschaut und wie das Personal in Ulm mit dem Virus umgeht.

Coronavirus im Alb-Donau-Kreis, Ulm, Göppingen und Biberach: Neue Fälle und Schulschließungen

Im Anschluss an die Entscheidung des RKI hatten sowohl das Land, als auch Ämter und Schulen in den Regionen Göppingen, Ulm und Biberach entsprechend reagiert. So wurden in Göppingen Südtirol-Rückkehrer an Schulen für 14 Tage nach Hause geschickt. Dort war am Freitag nach einem Skiurlaub ein weiterer Fall bekannt geworden. Zudem war am Freitag auch im Kreis Biberach der erste Coronavirus-Fall bestätigt worden. Am Samstag wurde diese im Kreis Biberach auf drei erhöht.

Am Sonntag wurde zudem aus dem Alb-Donau-Kreis ein weiterer bestätigter Fall gemeldet.