„Nous sommes en guerre“ – wir sind im Krieg. So deutlich drücken sich Politiker – besonders Staatsoberhäupter – selten aus. Doch Emmanuel Macron hat die Worte bei seiner Ansprache Anfang März bewusst gewählt. Er weiß, wie sehr die Franzosen unter dem Coronavirus leiden. Und welche Folgen die Krise haben kann. Für Frankreich und für seine politische Karriere.

  • Gestorben sind 24.900 Menschen, die mit dem Virus infiziert waren.
  • Geheilt sind 50.885 Menschen.

Lockerungen in Frankreich erst vom 11. Mai an

Update vom 1. Mai

Die Franzosen brauchen im Kampf gegen Corona noch Geduld. Ausgangsbeschränkungen im Land sollen erst vom 11. Mai an schrittweise gelockert werden. Mit einer raschen Rückkehr zum normalen Leben wird aber nicht gerechnet. Frankreich ist stark von der Covid-19-Pandemie betroffen und steht bei der Infektionszahl auf Platz fünf.

Stärkster Wirtschaftseinbruch in Frankreich seit 1949

Update vom 30. April

Frankreichs Wirtschaft hat im ersten Quartal wegen den Folgen der Corona-Krise den stärksten Konjunktureinbruch seit mehr als 70 Jahren erlitten. In den ersten drei Monaten des Jahres sei die Wirtschaftsleistung um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal geschrumpft, teilte das nationale Statistikinstitut INSEE am Donnerstag nach einer ersten Schätzung mit.

Der Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) ist laut INSEE der stärkste seit 1949. Das Ausmaß habe auch den Einbruch von 1968 übertroffen, als Streiks die Wirtschaft belastet hatten. Als Grund für den schweren konjunkturellen Rückschlag in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone gelten harten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Mitte März wurde Frankreichs Wirtschaft im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus heruntergefahren.

Frankreichs Regierung verbietet Sportevents - Fußball-Liga vorzeitig beendet

Update vom 28. April

Die Ligue 1 in Frankreich muss abgebrochen werden: Aufgrund der aktuellen Corona-Krise hat Frankreichs Regierung Sportevents verboten.

Frankreich lockert Ausgangssperre ab dem 11. Mai schrittweise

Update vom 28. April

Nach Italien und anderen Ländern hat auch Frankreich eine Lockerung der seit sechs Wochen geltenden Ausgangssperre angekündigt. Ab dem 11. Mai sollen die Geschäfte wieder öffnen und schrittweise auch die Schulen, wie Premierminister Edouard Philippe am Dienstag in einer Regierungserklärung in der Pariser Nationalversammlung ankündigte. Geplant sind eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie eine massive Ausweitung der Corona-Tests. Von der Opposition kam scharfe Kritik am Krisenmanagement der Regierung.

Die Geschäfte in Frankreich können ab dem 11. Mai wieder öffnen, wie der Regierungschef sagte. Anders als in Deutschland ist dort aber keine Maskenpflicht geplant. Hingegen wird in öffentlichen Verkehrsmitteln ein Mund-Nasen-Schutz verlangt. In der Pariser Metro soll zudem jeder zweite Sitzplatz abgeklebt werden, um Mindestabstände zu gewährleisten.

Die ersten Grundschulen und Krippen sollen nach Philippes Worten ab dem 11. Mai auf freiwilliger Basis öffnen. Weiterführende Schulen folgen am 18. Mai, allerdings zunächst nur in wenig von dem Coronavirus betroffenen Regionen. Über die Gymnasien soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Der wissenschaftliche Beirat hatte dagegen wie in Italien zu einer Öffnung der Schulen erst ab September geraten, da er das Ansteckungsrisiko für zu hoch hält.

Über die Wiedereröffnung von Cafés und Restaurants will die Pariser Regierung erst bis Anfang Juni entscheiden. Ab diesem Datum könnten auch große Museen, Kinos und Theater wieder öffnen, wenn die Infektionszahlen dies erlauben. Philippe ermahnte die Franzosen zu „Disziplin und Bürgersinn“. In besonders schwer betroffenen Regionen wie dem Pariser Großraum und dem Grenzgebiet zu Deutschland sollen die Präfekten die Öffnung von Parks oder Märkten zudem hinauszögern können.

Philippe argumentierte, durch die strikte Ausgangssperre seit dem 17. März seien zwar mehr als 60.000 Todesfälle vermieden worden. Eine Fortsetzung der Maßnahmen würde aber das „Risiko eines Zusammenbruchs“ der Wirtschaft mit sich tragen.

Mehr als 20.000 Corona-Tote in Frankreich

Update vom 21. April

Die Zahl der Corona-Todesopfer in Frankreich hat die Schwelle von 20.000 überschritten. Binnen 24 Stunden seien 547 weitere Patienten gestorben, teilten die französischen Gesundheitsbehörden am Montag mit. Die Gesamtzahl der nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Gestorbenen erhöhte sich damit auf 20.265. "Heute Abend hat unser Land eine symbolische und besonders schmerzhafte Schwelle überschritten", sagte der Generaldirektor für Gesundheit, Jérôme Salomon. Nach den USA, Italien und Spanien ist Frankreich das vierte Land, in dem die Opferzahl über die Marke von 20.000 stieg. In den USA liegt die Zahl der Corona-Toten inzwischen doppelt so hoch.

Corona-Lockerungen: Besuche in Altenheimen unter Auflagen möglich

In Frankreich sollen im Rahmen der Lockerungen der Corona-Beschränkungen Besuche in Alten- und Pflegeheimen wieder erlaubt werden. Ab Montag gebe es wieder ein Besuchsrecht, allerdings mit Einschränkungen, teilte der französische Gesundheitsminister Olivier Véran am Sonntagabend bei einer Pressekonferenz mit Premierminister Édouard Philippe mit. Es dürften nicht mehr als zwei Angehörige gleichzeitig einen Bewohner in einer Senioren- oder sozialen Pflegeeinrichtung besuchen. Außerdem sei körperlicher Kontakt weiterhin verboten, erklärte Véran. Das Besuchsverbot galt seit Mitte März.

Corona-Krise in Frankreich: Über 750 Tote an einem Tag

In Frankreich sind innerhalb eines Tages mehr als 750 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Die Gesamtzahl der landesweiten Todesfälle erhöht sich damit auf insgesamt 17.941. Mit 474 Patienten weniger sei die Zahl der Krankenhauseinweisungen weiter zurückgegangen, sagt der Generaldirektor für Gesundheit Jérôme Salomon. Auch die Zahl der Intensivpatienten habe sich um 209 Menschen verringert, hieß es weiter.

Laut Salomon hat sich die Virusausbreitung nach derzeitigem Stand stabilisiert. Insgesamt 11.060 Menschen seien in Frankreich in Krankenhäusern verstorben sowie 6860 weitere in Altersheimen oder anderen Pflegeeinrichtungen.

Frankreich will mehrere Atomreaktoren vom Netz nehmen

Heruntergefahrene Wirtschaft heißt auch heruntergefahrener Stromverbrauch: Daher zieht Frankreich die zeitweise Abschaltung mehrerer Atomreaktoren in Betracht. Der französische Energiekonzern EDF begründete dies am Donnerstag mit einem Rückgang des Stromverbrauchs um bis zu 20 Prozent. Grund sei die geringere Wirtschaftsaktivität im Land. Dem Energieriesen zufolge könnte „die Produktion von mehreren Kernreaktoren in diesem Sommer und Herbst ausgesetzt werden, um Brennstoff in diesen Blöcken einzusparen“. Um welche Reaktoren es sich handele, teilte der Konzern nicht mit. Man habe die Schätzungen für die Nuklearproduktion für dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie nach unten revidiert, hieß es weiter.

Frankreich verlängert die Frist für Abtreibungen zuhause

Wegen der Corona-Pandemie sollen Klinikbesuche in Frankreich momentan vermieden werden. Deshalb dürfen Frauen jetzt bis zur 9. Schwangerschaftswoche daheim Abtreibungspräparate einnehmen.

Corona-Pandemie in Frankreich: Zahl der Krankenhauspatienten erstmals rückläufig

Ein Hoffnungsschimmer in der Krise: Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie hat Frankreich einen Rückgang bei den Krankenhauspatienten verzeichnet. Aufgrund "zahlreicher Entlassungen" gab es am Mittwoch 513 weniger Krankenhauspatienten als noch am Dienstag, wie die Gesundheitsbehörden meldeten. "Das ist ein erster Rückgang und er ist zu begrüßen", sagte der Generaldirektor für Gesundheit, Jérôme Salomon.

Tour de France auf 29. August verschoben

Die Tour de France ist ein Heiligtum für Frankreich – jetzt wurde sie verschoben. Als letztes Großereignis des Sommers hat nun auch das größte Radrennen der Welt kapituliert. Das teilten die Organisatoren am Mittwoch mit. Ursprünglich vorgesehen war die Tour de France am 27. Juni. Die Große Schleife soll nun vom 29. August bis zum 20. September durch Frankreich führen. „Wir wollten mit dem Termin so weit wie möglich von der Pandemie weg“, sagte Christian Prudhomme, Chef des Tour-Veranstalters ASO, der französischen Nachrichtenagentur AFP: „Der Präsident hat den 14. Juli als Frist für öffentliche Großveranstaltungen festgelegt, aber wir wollen den Fahrern Zeit geben, um in Bestform zu kommen.“

Trauriger Jahrestag: Vor einem Jahr brannte Notre-Dame

Genau ein Jahr ist es jetzt Jahr, als Paris im Schockzustand war. Die Kathedrale Notre-Dame, das Wahrzeichen von Frankreichs Hauptstand, stand in Flammen. Wegen der Corona-Krise stoppt der Wiederaufbau und das berühmte Bauwerk ist in einen Dornröschenschlaf versetzt.

Wegen Corona: Ausgangssperre in Frankreich bis 11. Mai verlängert

Präsident Macron verkündete am Montagabend bei einer Fernsehansprache, dass die Ausgangssperre im Land bis zum 11. Mai verlängert werde. Ab dann werde es eine „neue Phase“ geben, in der mit ersten Lockerungen begonnen wird. Seit dem 17. März gilt in Frankreich die strikte Ausgangssperre.

Zahl der Patienten rückläufig, aber keine Lockerungen in Sicht

In Frankreich war die Zahl der Covid-19-Patientinnen und -Patienten am Samstag den dritten Tag in Folge rückläufig. Auch die Zahl der Menschen, die binnen 24 Stunden infolge von Covid-19 starben, ging zurück. Die Behörden gaben am Samstag 640 neue Todesfälle in Krankenhäusern und Altersheimen an. Dies sei aber noch kein Grund zur Entwarnung, sagte Gesundheitsdirektor Jerôme Salomon. „Es ist viel zu früh und unvernünftig, Vorhersagen über die Zukunft zu treffen.“ Es sei nicht die Zeit für eine Lockerung der strengen Ausgangsbeschränkungen.

Frankreich wartet nun gespannt auf die Fernsehansprache von Präsident Emmanuel Macron am Montag. Der Élyséepalast hatte bereits bestätigt, dass die Ausgangsbeschränkungen über den 15. April hinaus verlängert werden. Allerdings ist noch unklar, wie lange die Verlängerung andauern wird. Die strengen Ausgangsbeschränkungen gelten seit dem 17. März - in Frankreich dürfen die Menschen nur vor die Tür, wenn es unbedingt notwendig ist. Sport und Spaziergänge sind auf eine Stunde am Tag und einen Kilometer Radius zur Wohnung begrenzt.

Kind an Coronavirus gestorben

In Frankreich ist ein an Covid-19 erkranktes Kind auf der Intensivstation gestorben. Das Kind sei jünger als zehn Jahre gewesen, die Todesursache erscheine aber „vielfältig“, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Freitagabend.

Die Zahl der Menschen, die in Krankenhäusern gestorben seien, ist innerhalb von 24 Stunden um 554 Fälle auf 8598 gestiegen. Hinzu kämen 433 weitere Fälle innerhalb eines Tages in Alters- und Pflegeheimen. Hier liegt die Gesamtzahl bei knapp 4600. Damit liegt die Zahl der Toten insgesamt bei knapp 13 200. Derzeit würden gut 7000 Menschen auf Intensivstationen behandelt - das sind etwas weniger als am Vortag.

Frankreich will Ausgangsbeschränkungen verlängern

Frankreich will in der Corona-Krise die strikten Ausgangsbeschränkungen über den 15. April hinaus verlängern. Staatschef Emmanuel Macron werde sich am Montagabend an die Bürger wenden, bestätigte das Präsidialamt am Donnerstagabend in Paris.

Frankreich arbeitet an einer Corona-Warn-App

Frankreich spricht sich, ebenso wie Deutschland, für die Entwicklung und freiwillige Nutzung einer Warn-App im Kampf gegen das Coronavirus aus. Ziel der App sei es, möglichst viele Kontaktpersonen von Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, rasch und anonym über ihr Risiko zu informieren.

Frankreich setzt wie Deutschland auf eine Bluetooth-basierte App. „Es handelt sich nicht um eine Anwendung, die Ihre Bewegungen verfolgt“, sagt Staatssekretär für Digitales, Cédric O. Die App warne Nutzer lediglich, falls sie in der Vergangenheit einem Coronavirus-Infizierten begegnet sind. „Die Daten wären anonym und würden nach einer bestimmten Zeitspanne gelöscht. Niemand hätte Zugang zu der Liste der infizierten Personen, und es wäre unmöglich zu wissen, wer wen infiziert hat.“ Politisch ist das Projekt in Frankreich umstritten.

Gehaltsverzicht im französischen Profifußball

In Frankreich haben sich die Profifußballvereine mit ihren Spielern auf einen temporären Gehaltsverzicht geeinigt. Das soll während der Corona-Pause gelten. Vorgesehen ist ein Stufenmodell:

  • 20 Prozent weniger Gehalt, für Profis die im Monat mehr als 10.000 Euro verdienen
  • Ab 100.000 Euro im Monat sollen die Profis auf die Hälfte des Gehalts verzichten, bis die ausgesetzten Fernsehgelder wieder fließen.
    Aus rechtlichen Gründen kann die Empfehlung nicht bindend sein, die Spielergewerkschaft UNFP hofft aber auf sehr wenige Abweichler. „Es geht um Arbeitsplätze“, sagte Philipp Piat, Präsident der UNFP.

200.000 Freiwillige melden sich als Erntehelfer

In Frankreich haben sich mehr als 200.000 Freiwillige als Erntehelfer gemeldet, weil ausländische Saisonarbeiter wegen dem Coronavirus ausbleiben. Sie waren einem Aufruf der Regierung gefolgt. Rund 5000 Job-Vermittler seien nun im Einsatz, um die Freiwilligen zu organisieren, sagte Landwirtschaftsminister Didier Guillaume am Dienstag dem Fernsehsender France 2. Die Arbeiter sollten demnach nicht nur auf den Feldern, sondern auch in den Bereichen Transport und Logistik eingesetzt werden.

Rückschlag: In 24 Stunden so viele gestorben wie noch nie

Nach dem Abschwächen der Todeszahlen kam es am Montag knüppeldick. Innerhalb von 24 Stunden sind in Frankreich so viele Menschen wie nie seit Beginn der Pandemie gestorben. Seit Sonntag, 5. April, seien in Krankenhäusern und Senioren- und Pflegeheimen 833 Menschen, die mit Covid-19 infiziert waren, gestorben.

Niedrigster Anstieg der Todeszahlen seit einer Woche

In Frankreich gab es zuletzt Anzeichen der Hoffnung. Die Zahl der Todesfälle schwächt laut einer Mitteilung der französischen Nachrichtenagentur AFP ab. Das Land habe den niedrigsten Anstieg an Todesfällen seit einer Woche registriert. Bis Montag, 6. April, sind 8093 Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, verstorben.

Corona in Frankreich: Starker Anstieg der Zahl von Infizierten und Toten

In Frankreich lief die Epidemie am Freitag noch vergleichsweise mild ab, 59.929 Franzosen hatten sich nachweislich infiziert (Stand 3. April, 14.20 Uhr). Am Samstag, 4. April, 19.30 Uhr, dann ein ganz anderes Bild: Die Johns-Hopkins-Universität verzeichnete plötzlich 83.031 Fälle – ein Plus von mehr als 23.000 Infektionen. Und bis Sonntagabend stieg die Kurve der bestätigten Corona-Infizierten dann auf 90.863 Infizierte.

Frankreich erwartet schlimmste Rezession seit Weltkriegsende

Das hoch verschuldete Frankreich erwartet wegen der Corona-Krise die schlimmste Rezession seit 1945. Die Wirtschaft schrumpfte 2009 wegen der damaligen Finanzkrise um 2,9 Prozent. Dieser bis dahin schlechteste Wert seit Weltkriegsende dürfte nun übertroffen werden. Das sagte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire am Montag bei einer Anhörung im Pariser Senat voraus. In Frankreich gelten wegen der Covid-19-Pandemie seit rund drei Wochen strenge Ausgangsbeschränkungen, viele Wirtschaftsbereiche arbeiten nur noch eingeschränkt.

Verschärfte Ausgangssperre in Frankreich

Bayern will nun zehn schwerkranke Covid-19-Patienten aus der französischen Hauptstadt Paris zur Behandlung aufnehmen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Samstag bei Twitter mit.

Frankreich hat die bestehende Ausgangssperre stark verschärft, da die Ferien anstehen. Auf den Autobahnen in Richtung Côte d’Azur und Bretagne wird kontrolliert, auch Bahnhöfe werden von der Polizei überwacht.

Bereits am 1. April über 500 Tote an einem Tag

Wie dramatisch die Situation in den französischen Kliniken ist, zeigte sich bereits am 1. April. Die zentrale Gesundheitsdirektion meldete 509 neue Todesfälle – an nur einem Tag. Allein in Ostfrankreich sind bislang mehr als 1000 Patienten gestorben. Besonders hoch ist die Zahl in Frankreichs Corona-Hot-Spot, dem Elsass.

Regierung verlängert Corona-Beschränkungen

Die Regierung um Macron hat bereits reagiert – und die drastischen Corona-Beschränkungen um weitere zwei Wochen verlängert. Frankreich hatte als eines der weltweit ersten Länder eine Ausgangsbeschränkung erlassen. Die Menschen dürfen das Haus nur verlassen, wenn es notwendig ist. Sport und Gassigehen sind nur noch unter strikten Auflagen erlaubt. Bis 15. April sollen die Regelungen gelten. Vorerst. „Dieser Zeitraum kann verlängert werden, wenn die gesundheitliche Situation dies erfordert“, sagte Premierminister Édouard Philippe.

Franzosen unzufrieden mit Macron

Trotz der strengen Regeln steigt die Patienten-Zahl weiter – und damit der Druck auf den Präsidenten. Zwar ist der Präsident laut manchen Umfragen so beliebt wie seit seiner Wahl nicht mehr. Eine deutliche Mehrheit der Franzosen bewertet das Krisenmanagement Macrons in Umfragen aber negativ. Seine Reaktion: Er stimmt ungewohnte, nationalistische Töne an.

Der Verfechter des Freihandels wirbt neuerdings für den Grundsatz "Made in France". Der Staatschef will Frankreich wieder unabhängig von China machen – zumindest was medizinisches Material wie Schutzmasken und Beatmungsgeräte betrifft. „Wir müssen mehr auf unserem eigenen Boden produzieren, um unsere Abhängigkeit zu verringern“, sagte Macron. Hintergrund: Frankreich hatte eine Milliarde Schutzmasken in der Volksrepublik bestellt – weil die heimische Produktion den Bedarf momentan nicht stemmen kann.

Baden-Württemberg stoppt die Aufnahme französischer Patienten

Und das ist nicht das einzige Problem. Auch bei der Versorgung der Corona-Patienten ist Frankreich weit von der angestrebten Unabhängigkeit entfernt. Die Krankenhäuser sind überlastet, etliche Infizierte werden notgedrungen in Deutschland behandelt. Beispielsweise in Baden-Württemberg. Doch dort hat Landesregierung jetzt genug. „Die aktuelle Lageeinschätzung lässt derzeit keine weiteren Aufnahmen aus dem Ausland zu“, schrieb das Sozialministerium an die Kliniken in am 1. April.

Tausende Häftlinge werden aus französischen Gefängnissen entlassen

Derweil hat Frankreichs Regierung beschlossen, tausende Häftlinge aus den überfüllten Gefängnissen zu entlassen. Es gehe um 5000 bis 6000 Insassen von insgesamt 70.000, sagte der Vizepräsident des Verbands der Vollzugsrichter, Ivan Guitz, am Mittwoch. Jeder Fall werde gründlich geprüft, betonte Guitz: „Wir lassen keine Serienmörder frei.“ Mögliche Kandidaten für eine vorzeitige Freilassung seien Häftlinge, die ihre Strafe bereits weitgehend verbüßt hätten und keine Gefahr für die Allgemeinheit darstellten. In Frage kämen etwa wegen Drogenhandels oder Diebstahls Verurteilte.

Die Austragung der Tour de France ist in Gefahr

Verlegung, Zuschauerverbot oder doch Absage? Die Tour de France sorgt in Frankreich für kontroverse Diskussionen. Politik und Veranstalter zieren sich vor einer Entscheidung. Die Angst, die Radsportfans und die französische Bevölkerung zu verärgern, ist groß. Sportministerin Roxana Maracineanu schlug vor, das Radrennen ohne Zuschauer auszutragen. Tour-Chef Christian Prudhomme widersprach umgehend. Es komme höchstens eine Verschiebung infrage. Bis zum 15. Mai wollen sich die Organisatoren Zeit nehmen. Erst dann wird die Entscheidung bekannt gegeben.

„Die Gesundheitssituation im Land ist das, was zählt. Ich möchte, dass die Tour de France im Sommer stattfindet – und zwar nicht im Interesse der Tour. Findet sie nicht statt, bedeutet es, dass das Land in einer katastrophalen Situation ist“, sagte Prudhomme dem Internetportal „Sports-Auvergne.fr“.

Das Gesicht der französischen Corona-Krise: die 16-jährige Julie

Die Corona-Krise in Frankreich hat mittlerweile ein Gesicht bekommen: Der Tod der 16-jährigen Julie hat die Menschen im Land schockiert. Die Jugendliche ist das bisher jüngste Opfer der Coronavirus-Pandemie in dem Land. Die Teenagerin starb am 25. März. Zuvor war sie wegen Atemproblemen auf der Intensivstation.