50 Grad im Kühlschrank
: Kriminelle Hacker nehmen Supermärkte ins Visier

Angriff auf Supermärkte: Kriminelle Hacker drehen die Temperatur in zahlreichen Gefriertruhen hoch. Nach einem Cyberangriff auf Frankreich trifft es nun weitere EU-Länder.
Von
jbr/dpa
Brüssel/Stockholm
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SWEDEN-CYBERCRIME-SUPERMARKETS-RETAIL-FOOD-INTERNET: Shopping carts with food that is spoiled or risks being spoiled are pictured after freezers and fridges were emptied at the ICA Kvantum supermarket in Sjoebo, Sweden on November 2, 2026 after a hacker attack raised the temperature in the freezers to 50 degrees Celcius. A handful of Swedish supermarkets saw temperatures in their refrigerators and freezers soar early on November 2, 2026, two chains said, forcing them to throw away spoiled food three weeks after a similar incident in France attributed to hackers. The Swedish chains Ica and Coop told AFP they had no information that their refrigeration systems had been the victims of a cyberattack. (Photo by Johan NILSSON / TT NEWS AGENCY / AFP) / Sweden OUT

Supermarkt in Schweden: Lebensmittel aus Kühltruhen müssen entsorgt werden.

JOHAN NILSSON/afp
  • Cyberangriffe treffen Kühlanlagen in Supermärkten in mehreren EU-Ländern.
  • Betroffen sind u. a. Belgien, Schweden, Irland, Luxemburg, Estland und die Niederlande.
  • In Belgien meldet Sabcobel rund 20 Anlagen, in Frankreich waren zuvor etwa 150 Geschäfte betroffen.
  • Techniker wurden mobilisiert, da Anlagen teils in den Abtaumodus versetzt wurden.
  • Fälle u. a. bei Delhaize, Carrefour, Spar, ICA, Coop und älteren Danfoss-Systemen bestätigt.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Erneut haben Cyberkriminelle Kühlanlagen in europäischen Supermärkten angegriffen. Die Angreifer sorgten in Belgien, Schweden, Irland, Luxemburg, Estland und den Niederlanden dafür, dass Kühlschränke und Tiefkühltruhen wärmer wurden. Das berichteten die Nachrichtenagenturen Belga und TT sowie mehrere Medien.

In Belgien sind demnach unter anderem Supermärkte von Delhaize, Carrefour und Spar betroffen. Belga berichtet unter Berufung auf den Kühltechnik-Dienstleister Sabcobel von bislang rund zwanzig betroffenen Anlagen.

Damit ist das Ausmaß in Belgien nach bisherigem Stand deutlich geringer als bei einem ähnlichen Angriff in Frankreich Mitte vergangenen Monats. Dort waren etwa 150 Geschäfte betroffen.

Nach Angaben von Sabcobel wurden die Anlagen aus der Ferne in den Abtaumodus versetzt. „Wir haben heute Nacht ab 1 Uhr damit begonnen, Techniker zu mobilisieren, um die Situation unter Kontrolle zu bringen“, sagte Sabcobel-Vorstandschef Stephan Moelans der Nachrichtenagentur Belga.

Mehrere EU-Länder betroffen

Auch in Schweden meldeten Supermärkte einen plötzlichen Temperaturanstieg in den Kühlanlagen. „Uns ist bekannt, dass eine begrenzte Anzahl von Filialen in der Nacht von einem Vorfall betroffen war, der die Kühl- und Gefriersysteme der Geschäfte beeinträchtigt hat“, sagte der Pressechef der Supermarkt-Gruppe ICA der schwedischen Nachrichtenagentur TT. Um wie viele Geschäfte es sich handelt, wollte er nicht sagen.

Der Supermarkt ICA Kvantum in dem Ort Sjöbo schrieb auf Facebook, die Temperatur in den Kühl- und Gefrierschränken sei auf bis zu 50 Grad gestiegen, die Probleme seien einem Hackerangriff geschuldet. Die ICA-Gruppe bestätigte das aber nicht. Auch sechs Supermärkte der Kette Coop meldeten Probleme mit den Kühlsystemen.

In Irland waren nach Angaben des Senders RTÉ 13 Supermärkte betroffen. Vorsorglich wurden gekühlte und gefrorene Lebensmittel in den betroffenen Filialen aus dem Verkauf genommen. In den Niederlanden seien mindestens 17 kleinere Geschäfte betroffen, teilte das Kühltechnik-Unternehmen Danfoss mit.

Auch aus Estland wurde ein Fall bekannt. Ein Supermarkt und das zuständige Kühltechnik-Unternehmen bestätigten den Vorfall. Demnach verschafften sich Angreifer Zugang zum Steuercomputer eines älteren Kühlsystems von Danfoss, dessen Software bisher nicht aktualisiert worden war.