Ein Gewaltverbrechen mit vier Toten in Weilheim bei München beschäftigt auch am Samstag, 12.11.2022, weiterhin die Ermittler. Was sind die Hintergründe der Tat?

4 Tote in Weilheim - Was ist bislang bekannt?

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei tötete ein 59-Jähriger am Freitagnachmittag erst zwei Frauen (57) und dann einen 60-Jährigen. Anschließend soll sich der Verdächtige das Leben genommen haben.
Bei den vier Toten von Weilheim handelt es sich nach dpa-Informationen um zwei Zwillingsschwestern und deren Männer. Die Ermittler wollten aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht verraten, wie das genaue Verhältnis der Toten zueinander war. Sie teilten lediglich mit, sie seien miteinander verwandt gewesen. Wer wo mit wem wohnte und ob die Toten Kinder haben, geben die Polizisten ebenfalls nicht an.
Die Leichen der Männer wiesen Schussverletzungen auf. „Die Frauen hatten keine Schussverletzungen“, sagte Polizeisprecher Alexander Huber am Samstag. Auch über mögliche Stichverletzungen sei ihm nichts bekannt. Wie genau die 57-jährigen Frauen starben, soll nun eine Obduktion klären. Diese soll nun doch erst am Montag erfolgen, zuerst war von einer Obduktion am Samstag die Rede.

Vier Tote in Weilheim: Was war das Motiv?

Das Motiv hinter der Bluttat von Weilheim ist bislang unbekannt. Aber selbst wenn die Polizei irgendwann etwas Handfestes dazu hat, wird die Öffentlichkeit darüber wahrscheinlich kaum mehr erfahren. „Letztlich ist es kommuniziert, dass es sich um eine Beziehungstat handelt“, sagte Polizeisprecher Alexander Huber. Da der mutmaßliche Täter tot sei und keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden habe, sei die Frage des Motivs auch eine Frage des Persönlichkeitsschutzes und werde daher wahrscheinlich nicht veröffentlicht.
Weilheim in Bayern: Die Tür zu dem Wohnhaus ist von der Polizei versiegelt.
Weilheim in Bayern: Die Tür zu dem Wohnhaus ist von der Polizei versiegelt.
© Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Zeugin alarmierte die Polizei nach Tat von Weilheim

Eine Zeugin hatte am Freitag den noch lebenden 60-Jährigen in einem Garten eines Mehrfamilienhauses gefunden und den Notruf gewählt, berichtete die Polizei. Die sofort eingeleiteten Reanimationsmaßnahmen waren jedoch erfolglos - der Mann starb noch vor Ort an seinen schweren Verletzungen. Die anschließende Großfahndung der Polizei blieb zunächst ohne Erfolge.
Knapp zweieinhalb Kilometer weiter und mehr als zwei Stunden später entdeckte ein Zeuge den leblosen 59-Jährigen auf einer Parkbank. Als die Einsatzkräfte eintrafen, war der mutmaßliche Täter bereits tot. Neben der Leiche des mutmaßlichen Dreifachmörders haben Ermittler eine Waffe gefunden. „Nun wird untersucht, ob es die Tatwaffe ist“, sagte Polizeisprecher Alexander Huber am Sonntag. „Das liegt natürlich nah.“ Huber bestätigte Informationen der „Bild am Sonntag“, wonach es sich bei der Waffe um eine Handfeuerwaffe handelt. Ob es eine Pistole ist oder ein Revolver, wollte er nicht sagen. Zudem müssen noch ermittelt werde, ob der Mann eine Waffe führen durfte.
In seinem Anwesen fanden die Beamten dann am Freitag die zwei toten Frauen. Ob es einen Abschiedsbrief gibt, wollte die Polizei nicht verraten.
Die weiteren Ermittlungen in dem Fall führen die Kriminalpolizei Weilheim und die Staatsanwaltschaft München II.
Die Stadt Weilheim hat rund 23.000 Einwohner. Die Stadt liegt rund 50 Kilometer südwestlich von München im Landkreis Weilheim-Schongau.
(mit Material von dpa)